20.03.20

Roadtrip durch den Winter - Josef Heinz

Die frischen Wintertage am Wasser zu verbringen und das auch noch mit richtig guten Freunden, Leute was will man mehr? Zusammen mit den Gebrüdern Hetzmannseder und unserem gemeinsamen guten Freund Gerald Melzer fuhren wir diesen Winter einfach los um uns ein paar Gewässer anzuschauen, Neues zu entdecken und wo es passen würde, zu angeln. Schon am zweiten Gewässer ließen wir uns nieder, eine kleine Kiesgrube, ca.16ha groß, gut überschaubar, mit normalerweise gutem Fischbestand war unsere Wahl! Drei verdammt eisige Nächte verbrachten wir dort und kämpften wirklich mit bis zu –8° Celsius und einigen kleineren Karpfen, die uns immer wieder aus den wärmenden Schlafsäcken in der Nacht trieben. Das war nicht Sinn der Sache und irgendwie auch aussichtslos. Das Wasser hatte keine 5° Celsius mehr und die größeren Fische schienen komplett inaktiv! Wir beschlossen einen Gewässerwechsel. Gerald und ich fuhren auf eine Erkundungstour um die nächst gelegenen Seen zu begutachten, doch wirklich viel Spannendes fanden wir auch dort nicht

To the East!

Nach einer kleinen Absprache beschlossen wir nun doch weiter zu fahren, tiefer in den Osten. Felix war dort im Sommer mal richtig erfolgreich und auch ich beangelte diese Kiesgrube die letzten Winter ein paarmal mit teilweise guten Resultaten. Nachdem wir unsere Tickets organisierten und im Einkaufszentrum unsere Vorräte auffüllten, waren wir voller Motivation die kommenden Tage am neuen See zu verbringen.
Nach einem kurzem Locationcheck am Wasser machten wir doch einige Angler aus, die anscheinend alle das gleiche Vorhaben hatten wie wir, einen Winterkarpfen zu fangen. Sie hatten sich fast um den kompletten See verteilt, somit fiel uns die Platzwahl nicht einfach. Eine letzte Bucht, um die 100 ha, war noch komplett ohne Angler, genau dort bauten wir unsere Zelte auf und machten es uns gemütlich.
Ganz alleine in solch einem großen Bereich zu Angeln hat viele Vorteile, wir verteilten unsere Ruten taktisch in verschiedenen Tiefen und fächerten einen Seeteil weit ab, um alles Mögliche zu probieren, wo sich die Fische aufhalten könnten. Fast einen Blitz Biss hatte Felix auf einer seiner Ruten nach kurzer Zeit, jedoch stieg der Fisch im Drill leider aus. Das hätte echt nicht sein müssen, doch kommen Aussteiger in seltenen Fällen leider nun einfach auch vor, wer kennt’s nicht? Die restliche Zeit verlief ruhig und auch in der Nacht kam keine weitere Aktion. Der nächste Tag war wirklich sehr gechillt und wir genossen die vergleichsweise milden Temperaturen. Es war der 31. Dezember, wir freuten uns wirklich auf einen geselligen Abend und ließen den letzten Tag des Jahres mit einem Glas Sekt und gutem Essen ausklingen! Doch diese Nacht sollte noch so einiges passieren. Schon kurz nachdem wir im neuen Jahr angekommen waren heulte mein Bissanzeiger los. Zu meinem Glück hörte auch Andi meine Funke und fuhr zusammen mit mir dem Fisch entgegen. Nach nicht allzu langem Drill landeten wir einen strammen Schuppi und freuten uns wirklich mega über den ersten Karpfen im neuen Jahr, das soeben erst begonnen hatte.

Zeit zu moven!

Nach einer kurzen Foto Session am Morgen blickten wir voraus und beschlossen zusammen die Stelle zu wechseln. Auch wenn der erste Fisch gefangen war, in zwei Nächten zu viert war das doch ein bisschen wenig. Der große Trubel war auf jeden Fall auch vorbei, viele der anderen Angler waren nach Hause gefahren. Wir bezogen eine mir gut bekannte Stelle, die ich aus den Vorjahren kannte. Am neuen Platz angekommen ging es sofort los mit der Location am Wasser! Mit der Unterwasserkamera suchten wir nach möglichst frischen Fraßlöchern. An den großen Plateaus, die teilweise bis auf ca. fünf Meter Wassertiefe ragten, konnten wir feststellen, dass es auf den Spitzen komplett unberührt war, kein Fisch hatte dort in letzter Zeit gefressen. Jedoch fanden wir etwas tiefer keine von Algen bewachsenen Untergründe sondern schöne, saubere Stellen mit teilweise richtig großen Fraßlöchern! Genau nach solchen sollte man in dieser kargen Zeit Ausschau halten, aber nicht nur im Winter, sondern auch während dem restlichen Jahr! Wir verteilten unsere unsere Montagen wieder in den heißen Bereichen und was dann passierte war wirklich krass. Andi fing bereits in der Abenddämmerung seinen ersten Fisch am neuen Spot und in der gleichen Nacht noch einen zweiten, Top Job! Wir hatten anscheinend alles richtig gemacht, denn auch ich konnte in dieser ersten Mega-Nacht drei Fische landen und der letzte von dem Trio war ein echtes Highlight!. Satte 20,40 kg brachte der Spiegler auf die Waage, ich war komplett fertig und konnte mein Glück nicht fassen, endlich so einen Traumfisch aus diesem See in den Armen halten zu dürfen! Der Platzwechsel hat sich mal so richtig gelohnt. Zwei weitere Nächte, mit noch einigen tollen Fischen, verbrachten wir an diesem See. Mein Highlight war natürlich der große Spiegler, jedoch in bester Begleitung im Winter von See zu See ziehen und zu Angeln war und ist einfach nur mega.

Viele Grüße,
Josef Heinz

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