29.12.20

Das Beste kommt zum Schluss - der Rückblick von Thomas di Bernardo

Die Anziehungskraft, die ein großes Gewässer auf mich ausübt, ist beinahe grenzenlos. Es ist die Neugier zu entdecken, welche unbekannten Schätze große Gewässer beherbergen. Für mich ist der Fakt, dass ich eventuell mit einigen fischlosen Nächten rechnen muss, keineswegs ein Hindernis, sondern vielmehr ein Motor der mich antreibt durchzuhalten.
Ich wohne glücklicherweise nur wenige Minuten von einem so großen See entfernt und kann mich diesem Gewässer im Grunde auch garnicht entziehen. Es fasziniert mich, die Mythen und Geschichten über den ein oder anderen Ausnahmefisch zu lüften. Für mich ist es das größte Privileg, der einzige Karpfenangler weit und breit zu sein. An Gewässern wie diesem fühle ich mich frei - Herz was willst du mehr.
Ich beangle schon seit mehrere Jahren die großen Alpenseen in Österreich und diese Jahre haben mich so einiges gelehrt. Zum Beispiel, dass ein strategisch angelegter Futterplatz, der gut gepflegt wird, einfach das Wichtigste ist, um konstant zum Erfolg zu kommen. Ich füttere täglich abends und das hat einige Gründe. Zum Beispiel, weil es zu meiner täglichen Routine wird. Ich kann für ein paar Minuten dem Alltag entfliehen und außerdem kehrt mit dem schwindenden Licht am Wasser Ruhe ein.

Ködertechnisch setze ich auf extra harte Boilies in 25-35mm. Mais und Tigernüsse sind auch mit am Start, die sind einfach gut und günstig… und ich kann doch nicht mein gesamtes hart verdientes Geld ins Wasser werfen (schon alleine des Hausfriedens wegen :-) ) Gefischt wird dann zwei- bis dreimal mal pro Woche - manchmal auch nur für ein paar Stunden. Als Köder verwende ich meistens einen auffälligen Snowman mit einem pinken Goo Pop Up als Topping. Das bringt mir immer einen guten Fisch und mein Vertrauen in diese Köderpräsentation ist gigantisch. Beim Thema Rigs kommt bei mir ebenfalls Bewährtes drauf. Ich setze auf einfache, ca. 20 cm lange Rigs, durchgebenden aus Dark Matter und in Kombination mit einem Krank X Haken der Größe 4 - das hakt gut und aufgrund der Ködergröße ist die Sache super resistent gegen Weißfische.
Mittlerweile ist die Saison fast rum und ich blicke auf einige spannende, sowie anstrengende Monate zurück. Doch das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen und ich konnte einige „Mythen“ ans Tageslicht befördern. Dieses Jahr ist wohl an keinem von uns spurlos vorüber gegangen. Covid war allgegenwärtig. In meiner Branche habe ich glücklicherweise mehr als genug Arbeit, doch ich weiß, dass das nicht für alle von uns gilt. Ich verabschiede mich mit diesen Zeilen aus 2020 und wünsche euch allen einen großartigen Start ins Jahr 2021. Ein paar wenige Trips habe ich nach meiner Grossgewässer-Angelei noch unternommen und auch da ist der Plan vollends aufgegangen. Dazu aber an anderer Stelle mehr!

Thomas di Bernardo

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