13.12.17

2017, ein Sch**ßjahr - Nils Thönnes

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende und war angeltechnisch wohl eine einzige Katastrophe. Viele, viele Nächte stehen in meinem Angelbuch, aber wenige Fänge. Noch nie habe ich so viele Nächte am Wasser verbracht wie dieses Jahr und auch noch nie habe ich so wenige Fische innerhalb eines Jahres gefangen. Woran das liegt? Keine Ahnung! Es beruhigt mich, dass es einigen Leuten so erging, die die großen Baggerseen am Niederrhein befischt haben. Gewässer mit einem ähnlichen Bestand und ähnlicher Struktur erwiesen alle dieses Phänomen auf, dass es auf gut deutsch beschissen lief. Mit ganzen fünf Fischen und circa 55 Nächten, allein an dem einen Gewässer, bin ich für dieses Jahr durch. An den schlechten Fängen sind die Futtermassen, welche von Woche zu Woche ins Wasser fliegen, bestimmt nicht ganz unschuldig. Teilweise wird sogar beim Ablegen der Rute mehr gefüttert, als ich innerhalb meines Futterrhythmus alle zwei Tage gefüttert habe. Alte Baggerseen weisen auf Grund der wärmeren Temperaturen im ganzen Jahr so viel natürliche Nahrung auf, dass die Fische das ganze zusätzliche Futter nicht unbedingt nötig haben. Letzte Woche konnte ich vorne am Ufer sogar noch kleine Flohkrebse sehen, gegen so eine natürliche Nahrung kann einfach kein Boilie anstinken. Ich würde sogar behaupten, dass wenn selbst ein einziger Angler an den oben genannten Gewässern die grobe Kelle schwingt, am ganzen See tote Hose ist. Es bleibt abzuwarten wie es sich weiterhin entwickeln wird. Aber umso mehr Angler an einem See versuchen, jede Woche den großen Fang zu landen, desto mehr Futter fliegt ins Wasser. Ganz frei nach dem Motto: Masse statt Klasse.

Meine kurze Exkursion an den Fluss, um einfach den Kopf frei zu bekommen und mit weniger Stress zu angeln, hat mir sehr viel Spaß gemacht und war für mich totales Neuland. Es ist ein komplett anderes Angeln. Ich würde sagen, dass es nicht unbedingt stressfreier ist, aber dennoch ist es wesentlich entspannter. Ich habe nicht den Druck den ich an einem See verspüre, bei dem ich weiß, welche Fische wo gefangen werden, wann die Beißzeiten sind, wo welche Plätze sind auf denen ich meine Rute ablegen muss. Am Fluss muss ich mir keine Gedanken um irgendwelche Rigs oder Montagen machen, wichtig ist eher stabiles Material, dem ich vertrauen kann. Der Haken muss einigermaßen scharf sein und es muss ein Köder unten dranhängen, dem ich vertraue. Welche Plätze Fische bringen, ist natürlich ein bisschen Arbeit, aber das gehört nun mal dazu. Das schöne ist außerdem, dass jeder Fisch der beißt eine Überraschung sein kann. Die Bestände sind weitestgehend noch unbekannt und ich weiß niemals, wer sich gerade auf meinem Futterplatz tummelt und im besten Fall meinen Köder einsaugt. In ein paar Nächten am Fluss konnte ich mit Hilfe eines Freundes zwei wirklich tolle Fische fangen, welche mein Jahr eigentlich gerettet haben. Wenn es nächstes Jahr im Frühjahr genau so weiter läuft, werde ich einigen Gewässern den Rücken kehren und meinen Fokus vollkommen auf den großen Bach vor der Tür legen.

55 Nächte, 5 Fische...

Krasses Teil!

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