26.07.16

37 und 28 Kilo - Michael Friedmann

Noch nie war meine Zeit zum Angeln so knapp bemessen wie aktuell. Daher beschloss ich, meinen Urlaub von einer Woche an einem kommerziell bewirtschafteten See in Frankreich zu verbringen, den ich bereits zwei Jahre zuvor zusammen mit Christopher Paschmanns und dem gesamten Marketing Team von Korda beangelt hatte: dem 3Iles oder Drei-Insel-See von Carpasens. Nach gut 11 Stunden Autofahrt kam ich endlich am See an. Das umwaldete Gewässer sieht klasse aus. Hier mal abschalten zu können, sollte nicht das Problem sein. Doch die Herausforderung war, einen der extrem großen Ausnahmefische zu fangen!
Die Zeit Anfang Juni war doch eigentlich perfekt gewählt, wäre da nicht das kühle wechselhafte Wetter. Nach einem kurzen Tratsch mit Olivier, dem Besitzer, wurde schnell klar, die Fische hatten ihr Laichgeschäft noch nicht beendet und die Bedingungen waren alles andere als perfekt, um Massen an Karpfen zu fangen. Gut, nach dem ersten Dämpfer bezogen wir unsere Spots. Ich hatte bereits wieder meine Hausaufgaben gemacht und war schon vor dem Trip mit dem Teamkollegen aus Frankreich Pierre Meyer in Kontakt, der diesen See bereits bestens kennt und mir bei der Spothilfe behilflich war. Ein kurzer Check mit meiner Markerrute war ausreichend und somit konnte ich mit der Spotvorbereitung beginnen. Hier kamen Hanf, Tigernüsse und Hybrid Boilies von Mainline, die zuvor vom Baitservice Straubing abgerollt und mit Salz in 5kg Tüten perfekt haltbar gemacht wurden, zum Einsatz. Um eine ordentliche Grundlage zu schaffen, verteilte ich gut 2x täglich rund 5kg Mixfutter bestehend aus den oben genannten Bestandteilen. Diesen Prozess mit der genannten Futtermenge wiederholte ich drei Tage lang, tagsüber wurden die Ruten eingeholt und geangelt wurde nur nachts, um nicht ständig die Fische am Spot beim Fressen zu stören.

Stalking in der Bucht

Einfach zu krass, über 28 Kilo!

Bereits am zweiten Tag hatte ich das glückliche Händchen, als ich beim Stalken in einer Bucht den ersten Fisch mit über 28 Kilo überlisten konnte!!! Der Hammer, was für ein Anfang. Am nächsten Morgen zog dann auch gleich mein Futterspot und ein weiterer schöner Fisch knapp über 20kg lag auf der Matte. Job done, dachte ich und entschloss mich, die nächsten 24 Stunden nicht zu angeln und einfach nur zu relaxen. Gefüttert wurde natürlich weiter zweimal am Tag, morgens und abends. Beim Beobachten der Schwalben, wie sie so um den See kreisten, kam mir dann eine Idee wo ich mir nicht sicher war, ob diese verrückt, oder doch genial war. Irgendwie hatte ich ja nichts zu verlieren und so entschloss ich mich, einfach mit dem Boot 2 Fläschchen GOO über meinem Spot zu leeren, wie das aussah, fragt bitte nicht, ich bin froh, dass diese Aktion keiner mitbekam. Jedenfalls hatte ich so ein Gefühl, dass ich genau an diesem Abend um 21:00 Uhr nur eine Rute mit einem Singlehookbait auswerfen sollte, einfach ein paar Stunden nach dem letzten Füttern. Und ich hab es noch immer genau in Erinnerung, als wenn es erst gestern gewesen wäre, genau um 21:05 hatte ich einen langsamen Run, so langsam als würde jemand einen Zeitlupenmodus anschalten. Als ich die Rute aufnahm und die ersten Kopfschläge des gehakten Fisches spürte, dachte ich was ist das denn jetzt, ein Karpfen mit 1kg??!! Doch der Fisch schwamm sich fest. Also rein ins Boot und rüber. Dort angekommen erhöhte ich den Druck, doch irgendwie hing der Fisch in einem Hindernis fest. Ich spürte immer wieder diese leichten Kopfbewegungen und nach zwei bis drei Minuten konstantem Druck, löste sich plötzlich das Hindernis und ich war mir sicher, jetzt einen großen Ast samt Karpfen an die Oberfläche zu pumpen. Was dann die Wasseroberfläche durchbrach, verschlug mir die Sprache. Ein Brett von Fisch, so groß wie ich es zuvor noch nicht gesehen hatte. Der Schreck war anfangs bis tief in die Knochen zu spüren und als ich den Fisch in den Maschen meines Keschers hatte, wusste ich bereits, das etwas sehr besonderes passiert war. Dass die Waage dann tatsächlich bis auf 37 Kilo, Moment, nochmal: siebenunddreißig Kilo, 74 Pfund, 81,57lb, drehen sollte, hätte ich mir nicht träumen lassen. Alter, Alter, wenn ich das hier schreibe bin ich davon wieder völligst überwältigt. Ich wünsche euch viel Erfolg am Wasser, man weiß nie was als nächstes kommt.
Cheers, Mc Fried

Die Sache mit dem GOO funktionierte!

Kaum zu heben das Teil, 37 KILO!

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