13.12.17

A french PB - Loreen Schmidtke

So viele Storys wurden bereits über den Westen geschrieben, Frankreich ist mittlerweile aus unserem Hobby nicht mehr weg zu denken. Mit Sicherheit komme ich nicht annähernd an das Wissen, die Erfahrung und die erfolgreichen Sessions vieler anderer Angler heran, aber ich denke, um eben dies zu sammeln, ist der erste Schritt, sich zu trauen und den Aufbruch zu wagen, ohne zu wissen, was vor einem liegt. Somit sollte es für mich zum zweiten Mal nach Frankreich gehen, wie auch letztes Jahr für 2 Wochen. Doch diesmal wählte ich nicht den Mai für meine Tour, sondern wollte meinen Haupturlaub in meine liebste Jahreszeit packen, den Herbst. Hoch motiviert und voller Vorfreude ging es Mitte Oktober los. Ich setzte mir keine hohen Ansprüche von dicken Fischen, vordergründig ging es für mich darum, die letzten stressigen Arbeitswochen zu vergessen, wieder vollkommen in der Natur zu versinken und eine coole Zeit zu haben. Natürlich will man fangen, dafür sind wir am Wasser aber ich wollten mir keinen „ Kilodruck“ machen.

Das erste Ziel war ein nördlich gelegener Flachlandsee. Dort war das Wetter schon deutlicher in Richtung Herbst umgeschlagen. Der gewünschte Platz war noch frei also wurde das Camp schnell aufgebaut. Nach einer Erkundungstour mit dem Boot und Echolot platzierte ich die Ruten auf verschiedenen Distanzen von 150- 400 Metern. Mit der Subbraid in 30 lbs ist die Bissübertragung auch bei großer Distanzen kein Problem. Ich setzte für den Anfang vor allem auf visuelle Reize. Da sich mein absoluter Favorit, der Choddy, mit seinen nach außen gebogenen Öhr perfekt für Pop-up Montagen eignet, präsentierte ich am Hinged Stif Rig jeweils einen pinken und weisen Popi. Für die anderen Montage wählte ich das IQ-D Rig mit einen Snowman. Zusätzlich verteilte ich 2-3 Hände eines Krill- Squidmehlbolies mit getrockneten Zuckmückenlarven großflächig um den Köder. Bereits nach einer Stunde machte der erste kleine Schuppi den Einstand. Endlich war ich wieder im Hobby angekommen und es lagen 2 Wochen Freiheit vor mir. Mein Highlight lies nicht lange auf sich warten. In der zweiten Nacht um 4 Uhr melde sich mein Bissanzeiger mit einem Dauerton. Noch etwas verpeilt eilte ich zu den Ruten und nahm Kontakt auf. Trotz des flachen Gewässers wollte der Fisch sich eine gefühlte Ewigkeit nicht an der Oberfläche zeigen. Als er endlich eingenetzt war verstand ich warum. Ich konnte mein Glück kaum fassen, der Zeiger der Waage blieb bei exakt 24kg stehen. Der Adrenalinspiegel schoss noch ein paar Grad höher, denn mein neuer PB lag vor mir. An Schlaf war in dieser Nacht nicht mehr zu denken. Auch in den Folgetagen konnte ich noch einen schön beschuppten Spiegler und einen 30er fangen. Nach 7 Nächten hatten wir genug und zogen weiter.

Mein neuer PB mit 24kg!

Beste Wahl bei Krebs, Katzenwels & Co.

Die Temperaturen am Tag hatten sich mittlerweile immer weiter runter gekühlt, der Luftdruck pegelte sich bei 1018 hPa ein. Unterwegs wurden die Vorräte gleich aufgefüllt um über die nächsten 5 Tage zu kommen. Das veranschlagte Ziel war in 3h Autofahrt erreicht. Bis auf 2 Franzosen waren wir allein und bezogen eine Landspitze im mittleren Teil des Sees. Von diesen Platz aus konnte ich unterschiedliche Tiefen abfischen. Mit Einbruch der Dunkelheit zeigten sich einige Fische an der Oberfläche. Nur kurze Zeit darauf fand ich mich wieder im Boot und kescherte den ersten Spiegler aus dem fremden Gewässers. Danach schwiegen meine Fox RX für fast 3 Tage. Wie vorausgesagt waren die Nächte mittlerweile klar und kalt. Ich verringerte die Futtermenge, verteilte lediglich ca. 10 Boilies um die Köder und lies Ruhe auf den Plätzen einkehren. Als am späten Abend des vierten Tages die Rute an der eigenen Uferkante ablief war dies eine Erlösung. Ein 18 kg schwerer Spiegler landete auf meiner Matte. Der Bann war gebrochen, die Karpfen hatten den Wetterumschwung verkraftet und fraßen wieder.
Ich hatte auch diesmal wieder eine geile Zeit mit tollen Fischen in Frankreich. Der Herbst hat immer wieder einen Reiz auf mich, ganz egal ob er sich regnerisch und stürmisch oder sonnig und farbenfroh zeigt, ich werde am Wasser sein. Immer wieder aufs Neue auf der Suche nach einem Abendteuer und der Hoffnung, einen schönen Herbstbullen raus zu kitzeln.
Ab ans Wasser Leute und genießt es
Grüße Loreen

Da machte sich wer an den Ködern zu schaffen.

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