19.10.15

Ab ans Baggerloch - Kai Lander

Mein regelmäßiges Angeln an große Naturseen und Flüsse kann auf Dauer sehr monoton werden, ab und zu muss ich andere Gewässertypen besuchen. Die Einladung an einem 10ha großen Baggersee passte ins Zeitfenster und 3 Nächte standen im September zur Verfügung. Ein wenig Tackle und Boilies ins Auto und los ging die 3 stündige Fahrt. Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit traf ich am See ein, kurz noch einen Smalltalk mit dem Besitzer und der Platz wurde bezogen. Die Location ging recht zügig voran. Für meine 2 Montagen fand ich interessante Spots. Neben einigen Plateaus hatte dieser See eine Menge Totholz zu bieten. Ich entschied mich, eine Rute direkt vor einer Weide, die bis zur einer Tiefe von 3,5 Metern ins Wasser ragte, abzulegen. Die zweite kam zwischen einigen Büschen und einer weit in Wasser gefallenen Birke in 5m Tiefe. Der Grund war sandig und mit kleinen Schotterflächen versehen. Nach der Aussage des Besitzers wird hier überwiegend nur eine Handvoll Boilies gefüttert. Ich wollte das anders machen und hatte zwei Tüten selbstgedrehte Boilies in gemischten Größen von 18mm Dumbells, 25mm Kissen sowie 30mm Boilies eingepackt. Auf jeden Spot verteilte ich großflächig 1 Kilo von den gemischten Boilies und platzierte die Montagen am Rande des Futterplatzes. Beide Blow Back Rigs wurden fein säuberlich zum Grund rückwärts gekurbelt und die Schnur mit Backleads am Boden versteckt, dies gab mir eine innere Zufriedenheit. Denn ein Fisch sollte Pflicht sein.

Die Nacht über bewegte sich nichts. Im Morgengrauen lag ich wach unterm Schirm als am Horizont der neue Tag angekündigt wurde, erstmals konnte ich den See erblicken. Mit der aufsteigenden Sonne bildete sich Nebel, in der Nähe meines Spots buckelten einige Karpfen an der Oberfläche. Da war es auch schon, zwei kurze Pieper und der Blank wurde bei geschlossener Bremse krumm gerissen. Schnell war die Rute in der Hand und unter vollem Druck ging ich rückwärts, um den Fisch von der Weide fernzuhalten. Dieses Unterfangen gelang und der Fisch konnte seine volle Kraft im tiefen Freiwasser ausspielen, nach einigen kräftigen Fluchten glitt ein langer Spiegler ins Netz. Das ging ja fix, 5 Stunden lag die Rute, ein super Start. Bis zur nächsten Aktion dauerte es nicht lange, ein sehr alter Milchner hakte sich perfekt. Der Tag wurde heiß die Karpfen störte es aber nicht, sie waren aktiv. Am Nachmittag schaffte ein Fisch die Flucht ins Holz. Vom Boot aus folgte ein heftiger Drill, direkt über dem Holz konnte ich den Zeiler noch sicher landen. Die Taktik in Verbindung mit den Spots ging voll auf. Bis zum Ende der Session gelang es mir, noch einige tolle Karpfen zu fangen. Zum Abschluss am letzten Morgen nahm ein langer massiver Spiegler das platte Boiliekissen auf und bot einen spektakulären Drill.
Ab und an was anderes machen hält die Faszination aufrecht - viel Erfolg!
Grüße Kai

1 Meter, 20 Kilo

Der Zeiler aus dem Holz

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