28.05.14

Alex steigt aus 15 - back on track

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche, was die beiden Abenteurer erleben:

Es dauerte tatsächlich nicht zu allzu lange bis wir den Groove beim Angeln wieder gefunden hatten. Vier Nächte bissen wir uns am ersten Platz fest. Das Resultat war leider mager: Ein Karpfen um die zehn Kilo und eine Schleie. Doch durften wir nicht vergessen unter welchen Umständen wir angelten: Mit einem Karpfen alle vier Nächte muss man an dem Bergsee schon sehr zufrieden sein. Das war steinhartes Brot hier. Ein französischer Angler erzählte mir, dass sein Kumpel, wenn auch kein begnadeter Angler, in den letzten vier Jahren nur einen 12 kg Karpfen auf die Matte legen konnte. WTF? Was taten wir uns hier an? Vor unserer Angelpause hatten wir hier in nur zwei Nächten gleich mal zwei Vierziger auf die Matte gelegt, einer davon war sogar aus dem Urbestand, wahrscheinlich über 35 Jahre alt. Das war mehr Glück als Verstand gewesen und die Fangstatistik aus Karpfen pro Nacht konnte danach nur noch schlechter werden. Doch irgendwas hielt uns hier, es fühlte sich gut an und die Magie dieses Wassers wollte uns noch nicht loslassen. Wie zwei kleine Terrier wollten wir uns hier festbeißen.

Also wechselten wir den Platz und versuchten zu verdrängen, dass in dem etliche hundert Hektar grossen See tatsächlich weniger Monsterkarpfen schwammen als in so manchem süddeutschen Baggersee. Das und die äusserst geringe Fischdichte ergaben eine ganz besondere Mischung, fast schon eine Rezeptur für eine Angelpsychose und diese haben sich hier schon ganz sicher mehrere Angler beinahe eingefangen. Doch zeigte sich Petrus nach drei weiteren Nächten wieder gnädig und ein bleicher Schuppi, wieder circa zehn Kilo schwer, konnte der Anziehungskraft unseres Keschers nicht widerstehen. Eine Schleie gabs dann auch noch mal obendrein. Wir machten anscheinend also irgendwas richtig, es konnten doch nicht alle Karpfen zufällig gefangen sein. Hatten wir etwa schon ein Rezept für den See gefunden? Nein, ganz sicher nicht, wenn wir eins in den letzten Monaten gelernt hatten, dann dass man niemals denken sollte, dass man einen grossen See und dessen Karpfen begreift. "Flexibel bleiben und alles ausprobieren, auch wenn es auch noch so verrückt oder banal erscheint" wurde unser Motto. Der letzte Schuppi zum Beispiel biss nur drei Meter vor unserem Rodpod, in weniger als einem Meter Wassertiefe. Ich hatte mich am Abend davor noch an dieser Stelle gewaschen. Wir hatten Glück, dass wir den Karpfen nach seiner Slalomfahrt durch die anderen Schnüre und um einige Büsche noch landen konnten: Um die Schnur aus einer Wurzel zu befreien musste ich vom Boot so tief ins Wasser greifen, dass ich bis über die Schulter klatschnass war.

Es geht uns gut. Keine Selbstverständlichkeit, wir sind jetzt schon fast vier Monate on the road. Da durchlebt man schon die eine oder andere Beziehungsprobe. Wir hängen ja 24/7 aufeinander, da kann man sich nichts mehr vormachen und ab und zu eine kleine "Auszeit" von der Partnerschaft nehmen. Doch haben wir unseren Rhythmus gefunden und können das Abenteuer in vollen Zügen geniessen. Und ich weiß nur zu gut, wie viel Glück ich habe, Caroline an meiner Seite zu haben. Das Leben ist schön.

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