04.06.14

Alex steigt aus 16 - aller guten Dinge sind drei

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche, was die beiden Abenteurer erleben:

Es lief wirklich zäh am Bergsee zu Beginn letzter Woche. Ausser einem 9 kg Schuppi konnten wir nicht mehr an den Haken bekommen. Die Karpfen hatten die flachen Laichgebiete wieder verlassen. Viel Nahrung konnten wir auch nirgendwo ausfindig machen und wir gingen davon aus, dass sie jetzt sehr grosse Strecken zurücklegten auf der Suche nach der spärlichen Nahrung. Wahrscheinlich hielten sie sich nicht länger als ein paar Stunden auf jedem potenziellen Fressplatz auf. Und die kannten wir dazu nicht mal. Bei den anderen Anglern lief es auch entweder schlecht oder sie blankten gnadenlos. Was war zu tun? Sollten wir tagelang warten bis die Karpfen wieder zurück zu unserem Platz fanden? Oder sollten wir täglich den Platz wechseln bis wir zufällig einen Fressplatz zum richtigen Zeitpunkt fanden? Beides schien aussichtslos. Letztendlich war es die Ankunft unseres Freundes Jan, der mit dem Flugzeug kam um uns für ein paar Tage zu besuchen, und die Aussicht auf Regen in den kommenden Tagen die uns die Entscheidung leicht machten. Wir packten also ein, holten Jan vom Flughafen und bauten im Dunkelwerden an einem anderen Gewässer auf.

Ich kannte den Platz nur zu gut. Bereits zwei Mal für mehrere Tage hatte ich ihn dieses Jahr schon befischt. Das erste mal Ende Februar, als ich in der ersten Nacht einen vermeintlich sehr grossen Karpfen im Drill verloren hatte. Nach meinem Gefühl einer der grössten Karpfen, der je an meiner Angel hing. Eine Wiederkehr an diesen Platz bescherte mir dann Mitte März einen traumhaft schönen Schuppi mit exakt 15 kg. Beide Anbisse kamen von den selben fünf Quadratmetern.
Und Ende Mai war es also wieder mal soweit. Sollte der grosse Karpfen noch in der Nähe sein? Drei Uhr nachts dann der ersehnte Dauerton. Und wie bei dem verlorenen Giganten vom Februar hing der Fisch in einem Hindernis fest. Sollte ich ihn wieder verlieren? Mit der Wathose im Wasser bis zur Brust versuchte ich verzweifelt die Schnur zu befreien. Immer wieder spürte ich wie der Fisch einige Meter Schnur durch das Hindernis zog. Doch bekam ich die Schnur einfach nicht frei - bis der Karpfen die Richtung änderte und nach links zog! Ich fühlte die Masse dieses Fisches und hoffte dass der Haken und die Schnur dem Druck stand hielten. Allzu lange wollte ich ihn nämlich nicht mehr seine Runden um das Holz und die Felsen drehen lassen. Dieses mal hatte ich aber Glück! Ein makelloser Riesenkarpfen mit mehr Rücken als Bauch glitt in den Kescher. War das der verlorene Gigant? Die Waage bestätigte auf jeden Fall, dass es einer der grössten Karpfen meines Lebens war: 29,2 kg! Der Fang geht aber ganz sicher nicht nur auf meine Kappe. Caroline und Jan haben ihren grossen Anteil daran, dazu später aber noch einmal mehr.

Nach diesem Fang war erst mal alles gut und auch egal. Wir packten ein, fuhren wieder an den Bergsee, dann wieder zurück an den See, an dem wir die fette Beute gemacht hatten, und schliesslich landeten wir noch an einem anderen See an der Cote d'Azur. Dort angeln wir mit Fliegen-, Spinn- und Karpfenruten; und geniessen das schöne Wetter! Vergessen können wir den Bergsee aber nicht so einfach und planen noch eine Rückkehr.

Viele liebe Grüsse,
Jan, Caroline und Alex

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