25.06.14

Alex steigt aus 18 - Fangrausch

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche, was die beiden Abenteurer erleben:

Ich denke, dass es Mitte März war, als ich die Kolumne „Im Rausch“ geschrieben hatte. Ich schrieb von einem Tunnelblick Richtung Megakarpfen, der meinen Horizont immer mehr einengte. Ich war zu dieser Zeit am Lac de Saint Cassien gewesen. Anfang Juni zog es uns zurück an diesen See, wo wir später bei einem Film von Korda mit Christopher Paschmanns und zwei Kameramännern (Daniel und Anton) teilnahmen. Die Professionalität und Effektivität dieses Teams war beeindruckend. Das war auch nötig, denn in nur vier Tagen wollten wir einen Film über das Angeln am Cassien drehen; ganz spontan und ohne vorgefütterten Platz, der bereits Fische produzierte. Vom Campingplatz aus zogen wir jeden Morgen in der Herrgottsfrühe los, um relativ spontan und aus dem Bauch heraus den See zu beangeln. Außerdem wollten wir die wunderbare Vielfältigkeit und Schönheit dieses Sees zeigen.

Für Caroline und mich war es das erste Mal, dass wir bei einem professionellen Dreh dabei waren. Dementsprechend groß war auch die Unsicherheit und der Druck, unser Bestes vor der Kamera zu geben. Das beeinflusste natürlich. Ihr könnt euch vorstellen, was dann in meinem Kopf rumging als ich die ersten zwei Angeltage gnadenlos blankte! Mein Horizont verengte sich genauso wie schon im März und ich konnte an nichts mehr anderes als an Karpfen denken: „Wo waren sie und wie konnten wir sie fangen?“ und „Wo war der Große?“ waren die Fragen, die mir durch den Kopf schossen. Als ich dann am dritten Tag einen Fisch von deutlich über 20 kg im Drill verlor (der Fisch war schon an der Oberfläche und ich konnte ihn sehr deutlich sehen), war es um mich geschehen: Frustration, Aggression und wieder dieser verdammte Tunnelblick. Sehr wichtig war dann das Verständnis der Anderen, die meine miese Laune wegstecken mussten. Diese war übrigens völlig zu Unrecht, denn nur wenige Stunden später begann ein Fangrausch. Der Schlafmangel der letzten Tage war auf einmal vergessen und dem sowieso schon tollen Video wurde wahrlich die Krone aufgesetzt. Ende gut, alles gut? Ach quatsch, das Team Gipsy blieb natürlich noch ein bisschen länger und genoss den Rausch noch ein bisschen, der allerdings genau wie während des Videos periodisch kam, da die Karpfen nicht jeden Tag gleich gut bissen.

In dieser Kolumne will ich einige der Karpfen zeigen, die wir in der Woche nach dem Video fingen. Ich benutzte ein sehr einfaches, aber effektives Rig, welches ich auch in hektischen Beißphasen sehr schnell binden konnte. Es eignet sich sehr gut für große Karpfen mit harten Mäulern. Da wir aber einmal einen Platz mit kleineren Karpfen beangelten und ich kurze Schnitte beim Hakeneinstichsloch registrierte, ersetzte ich den Longshank X durch einen Wide Gape X in 6. Der Haken ist auch sehr stark, fischschonender und hat zudem den Vorteil, dass er bei steinigem Untergrund länger scharf bleibt. Einziger Nachteil ist vielleicht, dass er nicht ganz so schnell hakt wie sein langschenkliger und geradspitziger Bruder. Die Boilies machte ich resistent gegen Krebse, Katzenwelse und Weißfische mit dem neuen Superwrap. Ich ummantelte den 18er Boilie dazu mit einem Kreuz aus zwei Streifen, jeweils drei Löcher breit. Das schwimmende Fruity Squid Plastikkorn als Topping über Tigernüssen oder Boilies ist übrigens unser echter Geheimtipp: Der Köder ist ausbalancierter und die Farbe Pink bereitete uns dieses Jahr schon so manchen besonderen Erfolg.

Noch ganz kurz zur Lage am See: Einige Angler halten sich nicht an die Regeln, schlafen am See oder fischen sogar nachts. Das macht es für Angler, die sich an die Regeln halten, auf einem Campingplatz schlafen und viel Extra-Arbeit haben, moralisch natürlich schwieriger. Die Fänge der „Camping-Angler“ zählen aber doppelt, können mehr gefeiert werden und verdienen größten Respekt – so ist meine Meinung!

Wir haben mittlerweile die Zelte auf dem Campingplatz abgebrochen und ziehen gerade weiter. Wohin wissen wir noch nicht genau, und das ist gut so. Aber ihr werdet es erfahren.
Caro und Alex

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