30.07.14

Alex steigt aus 20 - Erlebtes aufarbeiten

Vier Wochen lang wurde auf dieser Seite die beliebte Kolumne von Alex Kobler und Caroline vermisst. Warum sie nicht mehr kam? Ganz einfach: Die Technik hatte Urlaub! Doch der ist vorbei und neben Alex Kolumne kommen in den nächsten Tagen viele weitere Updates und Fänge aus dem Team. Doch jetzt erst mal zur 20. Kolumne von Aussteiger Alex - ausführlich und spannend wie immer:

Nun ist es schon vier Wochen her, dass man von uns was zu lesen bekommen hat. Es gab auch nicht viel zu erzählen in der letzten Zeit. Wir hingen auf einem Campingplatz auf einem Bauernhof ab. Unsere zwei Zelte standen also statt am Wasser auf einem Berg. Und das war so überhaupt nicht geplant gewesen. Nachdem wir das kleine Kätzchen aus der Mechanik eines Autos gerettet hatten konnten wir auch nach ein paar Stunden Rumfragens keinen Besitzer ausfindig machen. Vom Abgeben bei einem Tierarzt wurde uns abgeraten, da dieser in so einem Fall in Südfrankreich einschläferte; es wurden einfach zu viele Haustiere ausgesetzt. Wir waren also hilflos und entschlossen uns das Kätzchen einfach mitzunehmen. Wir landeten an einem Stausee in den Cevennen, ein Tipp den ich mal von Josse de Bruin bekommen hatte. Als wir anhielten und das Kätzchen zum Pinkeln herauslassen wollten, lief sie aber gleich in ein Gebüsch. Sie hatte einfach zu viel Angst. Wir waren also skeptisch ob man mit einem Kätzchen wirklich zelten konnte. Wir fuhren also zu dritt etwas verzweifelt rum und dachten daran für sie ein neues Zuhause zu suchen. Im nächsten Dörfchen sahen wir dann ein Ehepaar auf ihrer Terrasse zu Abend essen und frugen sie. Sie hatten nicht die Möglichkeiten, da sie viel pendelten. Wir kamen aber ins Gespräch und erzählten von unserem Trip und dass wir auf der Suche nach etwas Ruhigem waren, fern weg von den bald einfallenden Touristen. Sie erzählten uns von dem Bauernhof und dass das genau das Richtige gerade für uns wäre und wer weiß, vielleicht würde der Bauer ja die Katze aufnehmen. Im selben Moment fuhr der Bauer zufällig vorbei und keine paar Minuten später waren wir auf dem Camping à la Ferme, wo wir danach sage und schreibe ganze vier Wochen verbrachten.

In diesen vier Wochen ging ich zwar regelmäßig füttern, doch war das wirklich nur weil ich es ab und zu nicht mehr aushielt nicht zu angeln und mich das Füttern wieder für ein paar Tage beruhigte. Tatsächlich schaffte ich es in vier Wochen aber nur eine einzige Nacht an den traumhaft schönen und verlassenen Stausee und fing vier Schuppis bis ca. 12 kg. Also was taten wir dann die ganze Zeit auf dem Bauernhof? Arbeiten, kein Witz, auch ein Zigeuner muss ab und zu mal ran. Von morgens bis abends schrieben wir, selektierten Fotos und Videos und träumten von der Möglichkeit irgendwann mal ein Buch zu veröffentlichen. Und es dauerte tatsächlich vier Wochen um zu verarbeiten was wir in fünf Monaten erlebt hatten; und für Feinarbeit war dann noch nicht mal Zeit. Inzwischen wuchs Gipsy, das schwarze Kätzchen, und machte Freunde auf dem Bauernhof wo insgesamt acht Katzen wohnten. Nach vier Wochen war die Liebe zu Gipsy aber so groß, dass wir sie zu meiner Mutter mitnehmen wollten, die sich so lange um sie kümmern wollte bis wir wieder sesshaft wurden. Das Geschrei im Auto war aber nach einer halben Stunde so groß, dass wir umdrehten, sie sich dann sofort beruhigte und wir sie letztendlich mit Tränen in den Augen auf dem Hof ließen. Doch war sie dort unter anderem bei dem acht Wochen alten Bob, mit dem sie Tag ein Tag aus gespielt hatte. Der Schmerz saß aber tief und die Sorgen, dass die Kleine unsere Liebe vermissen würde war tatsächlich groß (und nicht unbegründet).

Jetzt sind wir kurz in Deutschland, wo wir die wertvollen Sachen ausladen und uns bald auf einen Trip durch das komplette Italien machen. Wir wollen nur das Allernötigste mitnehmen da wir neben Gewässern auch Städte und das Meer sehen wollen und wir dann lieber nicht zu viel Wertsachen im Auto liegen haben, capisce? Im Gepäck sind aber zahlreiche Chod-Rigs, mit denen wir versuchen wollen mit einfachsten Mitteln und ohne Futter immer mal wieder einen Karpfen auf die Schnelle zu fangen. Also kein Stress und viel italienische Sonne. Aus dem Leerlauf in den französischen Cevennen geht es in Italien erst mal wieder in den ersten Gang, bevor wir im Spätherbst wieder in den sechsten schalten wollen.

Bis nächste Woche aus Italien. Ach ja, wir haben die Erlebnisse des ersten halben Jahres auf Tour in einem Video zusammengefasst, das ihr aktuell hier seht: http://www.carpzilla.de/user-videos/carp-gipsies-4574.html
(einfach den Link hier kopieren und in den Browser einsetzen, dann ansehen - viel Spaß damit!)

Ciao Alessandro e Carolina

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