06.08.14

Alex steigt aus 21 - Hochsommer in Italien

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche, was die beiden Abenteurer erleben:

Wir hatten das Frühjahr geangelt wie die Blöden; und gefangen bis uns fast schwindelig geworden war. Fast 40 Karpfen über 30 Pfund, dreizehn über 40 Pfund und ein 50er landeten in unseren Keschern; alle aus öffentlichen Gewässern. An vielen Gewässern hatten wir noch nie zuvor geangelt und hatten auch kaum Informationen über sie eingeholt. Die Fische waren wirklich schwer verdient und wir konnten mit den Fängen wirklich zufrieden sein. Doch was wirklich toll war, war dass wir das alles als Paar erlebt hatten. Wir waren während sechs Monaten fast unzertrennlich, 24/7, nonstop wurde alles geteilt, zusammen entschieden, gefreut, geflucht, gestritten und gejubelt. Wir froren zusammen im Februar, schmorten im April und Mai und wurden eingeregnet im Juli. Die Ameisen, Ohrenzwicker, Schlangen und Skorpione rückten uns oft unangenehm dicht auf die Pelle. Wir bloggten wöchentlich aus der Wildnis, schrieben ein drittel Buch und drehten ein Video mit Korda. Das alles mag für einen "fischgeilen Angelfreak" wie ich es einer bin als Traum erscheinen. Für Caroline aber, für die es erst der zweite Angeltrip überhaupt war, muss sich das aber manchmal ganz anders angefühlt haben. Und sie verdient dafür meinen allergrössten Respekt und ich bin ihr dafür ewig dankbar. Und genau deswegen entschieden wir uns den August auch mehr nach ihren Wünschen zu gestalten; nicht dass uns noch vor dem Herbst und Winter, so lang wollten wir mindestens noch weiter "trippen", die Puste ausging.

Caroline war das Karpfenangeln im Sommer viel zu statisch und inaktiv, sie wollte mehr Bewegung. Also planten wir Italien zu erkunden, das Land, Meer, Städte und die Gewässer. Dazu durfte nicht zu viel Material dabei sein, da ich mich sonst nur unter konstantem Verluststress vom Auto wegbewegen konnte. Drei alte Ruten, ein paar Eimer Futter, eine kleine Tacklebox und ein Satz Banksticks musste ausreichen um ab und zu mal die Rute auszuwerfen. Das Boot und Echolot sowie der Rest vom Materialberg blieb bei meinen Eltern im Keller. Ich entschied mich nur für das 50 mm Objektiv und liess das zehn Kilo Pelicase zuhause. Alles wirklich Wertvolle musste in einen Rucksack passen, den man immer dabei hatte. Weniger Material sollte in grösserer Freiheit resultieren.

Auf dem Weg Richtung Calabria, wo wir ans Meer wollten, schauten wir uns verschiedene Gewässer an; und strandeten letztendlich in der Region Rieti. Am letzten Gewässer, das wir uns anschauen wollten, blieben wir endlich hängen. Den Plan zu angeln hatten wir nämlich fast schon wieder über den Haufen geworfen. Zu wenig Zugänge zum Wasser ohne ein Boot, zu viel Müll an erreichbaren Plätzen oder aussichtsloses Angeln an drittklassigen Stellen raubten uns zunächst den Nerv; bis wir gestern eine wahre Perle entdeckten. Dieser See in den Apenninen war etwas zugänglicher und hatte so viel Charme wie man ihn fast nur in Italien findet. Hier wollten wir ein paar Tage bleiben. Wo dutzende Menschen schwammen und in der Sonne lagen, fütterten wir jetzt vor und hofften auf unser nächtliches Glück. Tagsüber konnten wir schwimmen, wandern, erkunden und kennenlernen.

Noch ein Wort zu den Reaktionen zu unserem "Carp Gipsies" Video. Wir sind überwältig wie gross die Resonanz war und glücklich dass man heutzutage auch mit den "leisen Tönen" viel "Lärm" machen kann. Vielen, vielen Dank dafür! Ihr seid die Besten!

Noch eine Frage: konnte jemand sehen, dass neun 40er und ein 50er im Video waren (und wahrscheinlich ein 40er beim Laichen)? Krass oder? So sehr sind unsere Augen schon an die "gepushten" Karpfen gewöhnt...

Ciao,
Alessandro e Carolina

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