13.08.14

Alex steigt aus 22 - ins Blaue

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche, was die beiden Abenteurer erleben:

Der See, die Berge, das Dorf, die Wasserquelle, der steinige Strand, das Cafe und die Menschen wurden schnell vertraut. Wir fühlten uns wie ein Teil davon. Man grüßte und lebte miteinander, sie in den Häusern und wir auf den Parkplätzen. Morgens tranken wir Kaffee und gingen wandern oder schwimmen und zur Mittagszeit rasteten wir unter einem kleinen Trompetenbaum, der unserem Bus und uns Schatten gab. Es war dann nämlich viel zu heiß in der Sonne. Nachmittags ging es dann wieder in den wohl temperierten See an dem immer ab 14 Uhr eine angenehm frische Brise wehte. Abends bezogen wir wieder einen Parkplatz, meistens direkt am Seeufer und versuchten auch, immer wieder über Nacht einen Karpfen zu fangen. Das wollte aber nicht so einfach klappen, da sie die Zugangsmöglichkeiten zum See zu meiden schienen.

Angeln ohne Boot war eine große Einschränkung und nach drei Blanknächten war ich schon kurz davor aufzugeben. Den See aber ohne Karpfen zu verlassen? Keine Option! Also scheuten wir keinen Aufwand, fütterten und fischten abseits vom Auto und Mainstream und fingen tatsächlich noch unsere Fische. Und die Beute hätte nicht süßer sein können: hübsche, kleine Schuppis. Doch bevor unser Italien-Trip wieder zu purem Angeln ausarten konnte packten wir ein (obwohl ich das Gefühl nicht los wurde, dass da noch ein "Dicker" kommen würde) und zogen weiter. Schließlich sollte unser August ein ungeplantes Abenteuer, ein echter Giro d'Italia werden und Angeln ja im Hintergrund stehen. Also besuchten wir die Burg in der mein Opa verwundet in Battipaglia im Lazarett lag, kurz nach dem Angriff der Alliierten bei Salerno in 1943. Der Burgherr, Salvatore, war sehr nett und lud uns in sein nebenliegendes Haus ein, wo er Fotos und Geschichten aus der Vergangenheit teilte. Danach zogen wir weiter nach Kalabrien an die Küste.

Von dort aus schreibe ich gerade die Kolumne, morgens mit dem Rauschen des Meeres im Ohr, das herrliche Wasser in der Nase, die Angler auf den Felsen im Blick und mit dem festen Vorsatz, schnell wieder weiter zu ziehen: Hier gibt es zu viele Touristen für das Gemüt von zwei verwilderten Karpfenzigeunern. Wir ziehen weiter auf der Suche nach einem ruhigeren Stück Meer oder einem Stausee in Kalabrien. Diese Hitze ist ohne Wasser nämlich nicht auszuhalten.
Carp Gipsies
Alex und Caroline

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