22.10.14

Alex steigt aus 26 - Im Bann

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Jetzt schon acht Monate, vielleicht noch Jahre? Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Caroline. Hier berichtet Alex regelmäßig, was die beiden erleben:

Ganze vier Wochen habe ich nichts mehr von uns hören lassen. Ein Grund dafür war ganz einfach, es lief schlecht und es gab deswegen nicht viel Beute zu präsentieren. Ein anderer war, dass ich auch etwas tiefer in unseren Trip hinabtauchen, weniger Kontakt mit der Außenwelt pflegen wollte, um einen ganz „eigenen Kopf“ zu „kultivieren“, der das Herannahen des Herbstes und seine Magie voll in sich einsaugen und verarbeiten konnte. Ich übte mich also eher im Smartphone-Verzicht und vor allem: Der Kunst des Wartens, der bedingungslosen Hingabe an den rosa Schleier der Hoffnung. Doch während die ersten Wochen mit nur wenig Fisch (doch Beifang satt) inspirierend und sehr bewusst waren, stumpfte ich spätestens nach drei Wochen ab. Die inspirierende Hoffnung wurde zu einem hoffnungslosen Oktober mit viel zu hohem Luftdruck, sternenklaren Nächten und Ostwind.

Zu Beginn wechselten wir noch alle fünf Tage den Platz, doch rief uns der Anblick eines springenden Karpfens von Menschengröße nur wenige Meter von unserem Colossus entfernt mit einer großen Reserve Geduld zurück und wir harrten fast zwei Wochen auf dem selben Platz aus. Das fruchtete in zwei Karpfen, einem halbstarken und einem 30er. Doch als wir den 30er zwei Tage später wiederfingen (er biss zuerst auf fünf und dann auf 14 m Wassertiefe) war jegliche Hoffnung und vor allem Motivation zu Ende. Wie machten es die Männer nur am Foret d’Orient, wo sie wochenlang ausharrten bis die Fische endlich vorbeikamen? Also ich war nach fast dreieinhalb Wochen mit zweieinhalb Karpfen auf jeden Fall fix und fertig, Caroline langweilte sich zu Tode und wir hatten eigentlich keinen Bock mehr aufs Angeln. Also luden wir das Zeug in die Karre (was bei uns mit Einpacken und einem Move von ein paar Kilometern mal wieder acht Stunden in Kauf nahm), fuhren zu „c’est des vacances“ Stephane und versuchten erst mal, das Angeln wieder ein bisschen von ferner zu betrachten. Wir schauten uns noch ein anderes Gewässer an, machten Einkäufe, wuschen Klamotten und waren dann doch schon 36 Stunden später wieder am See (addicted!!). Wir fühlten uns, mit oder ohne Fang, an seinem Ufer einfach am besten!

Wir waren mittlerweile mit unserem Kopf auch wirklich so weit weg von allem, wie es nur durch einen See mit ganz besonderer Magie entstehen konnte. Der See hatte uns in seinen Bann gezogen. Wir wurden mitgerissen in seinen Strudeln und konnten die Richtung kaum mehr bestimmen. Ob wir was fangen würden hing nur noch von seiner Gnade ab, und von unserer Durchsetzungskraft und Aufopferung. Ablenkung durch die Erwartung an den großen Fang war längst nicht mehr vorhanden. Es wurde pur! Das Angeln war jetzt mehr als nur Fischfangen und eine Freizeitbeschäftigung, der man im Urlaub nachging, es war existentiell und unser Leben geworden, wir waren hier zuhause und auch wenn es manchmal echt nichts mehr mit Vergnügen zu tun hatte gab es kein Zurück mehr. Die Strudel hatten uns längst erfasst.

Gut, was für das Angeln im Herbst nicht sehr aussichtsreich war, nutzten wir als unseren ganz privaten Sommer, fernab von Menschen in kleinen, intimen Buchten genossen wir die Sonne und sogen die Einsamkeit in uns auf, die wir in Italien so vermisst hatten. Und jetzt nachdem wir genug von der Einsamkeit hatten, kamen Peter Schwedes und seine Freundin Inka für eine Woche Angeln vorbei. Sie brachten uns eine 5 kg Gasflasche, Bücher (eine dicke Portion Kundera für mich) und viel Liebe mit. In den nächsten Tagen soll Wind kommen, wenn auch nur für kurz so doch endlich mal aus Westen. Der Luftdruck sinkt kurz und sofern wir nicht alles falsch gemacht haben, sollte doch endlich mal wieder ein Fischchen seinen Weg in unseren Kescher finden. Peter hatte gestern Nacht im Halbrausch irgendwas von Fox versus Korda genuschelt. Ich hoffe, dass ich euch Kordajünger nicht enttäuschen werde (so ganz bekomme ich meine Wettkampf-Ader vom Sport noch nicht los...)!

In den nächsten paar Tagen wollen Caroline und ich auch noch unsere Lieblingsprodukte von Korda und deren Schwesterfirmen vorstellen. Wir fischen dieses Jahr so viel, dass wir einfach ein paar Topprodukte näher beleuchten wollen, mit denen wir wirklich zufrieden sind. Und bis zur nächsten Kolumne lass ich auch nicht mehr so lang auf uns warten, versprochen!
Alex und Caroline

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE