30.10.14

Alex steigt aus 27 - Unglückliche Liebe

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Jetzt schon acht Monate, vielleicht noch Jahre? Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Caroline. Hier berichtet Alex regelmäßig, was die beiden erleben:

Nein, Caroline und ich haben keine Beziehungskrise. Die Überschrift bezieht sich auf unser Verhältnis zu dem See, an dessen Ufer wir ganze fünf Wochen ausharrten. Wir waren an seinen Ufern zum ersten Mal dieses Jahr im März gewesen. Wir wussten nichts von ihm, hatten keine Informationen über ihn erfragt, und erlebten ihn als echtes Mysterium. Unsere ersten zwei Angelnächte wurden durch zwei Karpfen von über 20 kg gekrönt. Danach durften wir nur noch Lehrgeld bezahlen. Doch eines wurde mit der Zeit immer deutlicher: Angeln ist geiler wenn man Fisch fängt. ABER: Der Fischfang ist längst nicht alles und lieber blank an einem geheimnisvollen See mit unbekanntem Potential als verlodderte Vierziger an einem „Szene-Gewässer“ reinkurbeln (Vorsicht: Hier spricht der Neid aus mir).

Lehrjahre sind keine Herrenjahre: Könnte ich mich mit einer Zeitmaschine fünf Wochen zurückschicken lassen, dann bitte wieder genau an diesen See. Das Resultat wäre allerdings ein komplett anderes. Schwamm drüber, aus Niederlagen lernt man am meisten. Die letzte Woche war auf jeden Fall wieder richtig ereignisreich und hat voll Spaß gemacht. Peter Schwedes und Inka hatten frischen Wind und Leckeres zu essen mitgebracht und wir hatten eine echt schöne Zeit am Wasser. Die Angelbedingungen passten auch, doch saßen wir leider wieder einmal in einem Seebereich, in dem sich nicht ein einziger Karpfen rumtrieb. Da hilft dann auch kein Futter der Welt (TT-Baits versus M+M Baits) und das Endtackle kann auch nicht getestet werden (Fox versus Korda). Die Woche mit Peter und Inka verging also ohne Karpfen und wir packten zeitgleich mit ihnen ein, um es noch mal am anderen Ende des Sees zu versuchen. Hier konnten wir ein paar springende Karpfen beobachten und wir kescherten tatsächlich Karpfen Nummer 4 (eigentlich 3 ½) nach fünf Wochen angeln. Leider war es kein 50 Pfünder als Belohnung für all unsere Mühen sondern ein schlanker Schuppi. Angeln ist eben kein Wunschkonzert.

Und es kam der Punkt, an dem wir fast keinen Bock mehr aufs Angeln hatten. Wir hatten es satt, auf etwas zu warten, das wahrscheinlich sowieso nicht eintrat. Und wenn Angeln keinene Spaß mehr machte, dann packte man am besten ganz schnell ein, oder? Ohne Spaß fängt man doch erst recht nichts. Wir brauchten eine Pause! Als wir uns langsam mit dem Gedanken der „Niederlage“ angefreundet hatten, bekam Caroline Nachricht von einem Todesfall in der Familie. Die nächste Station unseres Abenteuers stand somit fest: Es ging nach kurzem Zwischenstopp in Deutschland wieder nach Belgien. Ich habe noch keine Ahnung wie es dort weiter geht. Noch ein Wort an alle erfolglosen Angler da draußen: Ihr seid ganz sicher nicht allein, auch wenn in den Medien natürlich fast nur die Erfolge präsentiert werden!
Alex und Caroline

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