26.03.14

Alex steigt aus 7 - der Weg ist das Ziel

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche, was die beiden Abenteurer erleben:


Ich weiss nicht genau wo ich anfangen soll. Es war richtiges Angeln die letzten Tage. Nach zwei erfolglosen Nächten am Platz des verlorenen Giganten zogen wir weiter hoch Richtung Flachwasser. Zurecht, denn das Wasser hatte bereits 15 Grad! Dieses Mal verteilte ich die Ruten etwas weiter weg vom Ufer, da es hier sehr flach war. Caroline jedoch wollte die Ufertaktik noch nicht aufgeben und legte die Rute nur zwei Meter vom Ufer an einem grossen Felsen entfernt ab. Ein nächtlicher Brassenbiss an diesem Platz machte ein Wiederlegen der Rute nötig. Das übernahm dann ich, da sehr präzise gelegt werden musste, und Caroline der Meinung war, dass das besser ich tat. Sie fand auch dass besser ich drillen sollte als wir einen Killerrun nachts um fünf auf ihre Rute bekamen. Tja, dann wurde es eben ein "fifty fifty" Karpfen. Und was für einer! Ein alter und sehr grosser Spiegler mit 23 kg. Und das sollte nicht der letzte bleiben.

„Wir hatten eine super Zeit mit Stephane, Celine, Julien und Christopher, der für ein langes Wochenende vorbei kam. Richtig geil war auch, dass ich Christopher beim Stalken beobachten und fotografieren konnte. Er hatte es voll drauf, und ich konnte unter anderem den Fang eines Spieglers von ca. 18 kg digital festhalten. Doch was sich dann seinem Angelplatz näherte war etwas noch besonderes und einer der schönsten Karpfen, den ich jemals gesehen hatte. Es kam der Moment, dass wieder einmal alles perfekt schien und dass es genug war. Man soll das Feiern beenden wenn es am schönsten ist! Den Abschied erleichterte uns auch ein eiskalter Wind, der mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 100 km/h glänzte. Ja, er war sogar so stark, dass wir, Christopher, Caroline und ich, von unserem Platz aus beobachten konnten wie der Schirm von Christopher Flügel bekam. Kurz danach dann sogar noch seine Liege, Schlafsack und Co! Diese landeten dann auch im See. Die schnelle Rettungsaktion verhinderte das Schlimmste, und ein neuer Schlafplatz war schnell gefunden: In unserem Bus. Der Wind hatte aber letztendlich eine Entscheidung getroffen. Es wurde Zeit zu gehen.

Und jetzt sitzen wir gerade auf der Terrasse eines Cafes am Fusse der französischen Pyrenäen, haben ein herrliches Menu verspeist, zu viel Kaffee getrunken und wissen nicht direkt weiter. Und das Beste daran ist, dass das uns fast egal ist. Der Weg wurde tatsächlich das Ziel. Völlig verdrängt ist auch fast die Angst wohin das alles führen soll, wo wir leben und was wir arbeiten werden. Wir sehen jetzt auch schon fast aus wie echte Landstreicher, und auch das ist uns fast völlig egal. Noch immer höre ich die Stimme von Stephane:" No stress Alex, c'est des vacances...".

Wohin es weitergeht? Irgendwann demnächst ist Spanien geplant, Richtung der Wahl dann die Extremadura. Vielleicht sollten wir davor aber noch mal einen See hier in der Region versuchen und Kräfte sammeln für die lange Fahrt. On va voir...

Salut,
Caroline et Alex“

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