02.04.14

Alex steigt aus 8 - Abschied vom sicheren Abenteuer

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche, was die beiden Abenteurer erleben:

„Und noch einmal war es der Wind, der uns den Abschied erleichterte. Mit all seiner Eiseskälte blies er uns weiter hinein ins echte Abenteuer. Weg von Frankreich, dem gelobten Land für Karpfenangler und hinein in ein Land, das sich in wirtschaftlicher Not befindet und dadurch schwer einschätzbar ist. Vor allem Mut zum Loslassen von der anglerischen Vertrautheit Frankreichs braucht man für das Angelabenteuer Spanien. Die Angelkarte kann man nicht einfach über das Internet bestellen, Informationen über Fänge, Gewässer oder Angelplätze sind im Vergleich zu Frankreich Mangelware, Karpfen können hier in sehr großen Dichten auftreten (was oft in einer sehr kleinen Durchschnittsgröße resultiert), die Stauseen sind gigantisch groß (drei bis vier mal größer als in Frankreich) und die Sprachbarriere ist auch nicht gerade klein, mit Englisch kommt man nämlich nicht wirklich weiter. Dazu kommt die unmenschliche Entfernung von Deutschland für jeden, der mit dem Auto unterwegs ist. Aus diesen Gegebenheiten resultiert wahrscheinlich auch, dass die große Masse der Angler das Angeln in Spanien über ein Guiding regeln lässt. Und so hielt es auch mich sehr lange davon ab, hierher ein Abenteuer zu starten.

Und tatsächlich brauch(t)en wir auch viel Zeit, um das Abenteuer Karpfenangeln in Spanien anzugehen. Zum Beispiel verbrachten wir einen halben Tag damit eine Mobiltelefonkarte zu organisieren; ohne Erfolg. Zuerst mal gibt es nur wenige größere Städte in der Extremadura, und die Entfernungen werden schnell groß. Dann kommt noch dazu, dass alles hier langsamer geht, auch in einem Verkaufsgeschäft eines Mobiltelefonanbieters. Nano-SIM-Karten gibt es dann auch nur für Vertragskunden. Gut, die kann man zur Not auch aus einer Mikro-Karte zurechtschneiden. Doch bekommt man absolut keine spanische Telefonnummer ohne einen Wohnsitz dort zu haben. In Frankreich war das mit einer Prepaid-Karte überhaupt kein Problem. In Spanien will man durch diese Einschränkung den Terroristen die Kommunikation erschweren. Und so verbrachten wir einen halben Tag und weit über 100 km im Auto ohne dass wir Kommunikationsmöglichkeiten ein Stück näher gekommen wären. Zugangsmöglichkeiten zum See gab es hier eigentlich auch fast ausschließlich für Allradfahrzeuge. Schon der erste Feldweg hatte uns fast komplett „geschluckt“. Mit durchdrehenden Rädern schlitterten wir zurück zur Straße; es regnete in Strömen. Wir waren müde und kaputt, wollten endlich wieder mal in unserem Colossus Zelt schlafen oder halt in einem Hotel. Wir mussten uns duschen, fühlten uns leer. Die saubere Kleidung ging auch langsam aus. Und irgendwo zwischen den tief hängenden Wolkenfetzen kam dann das erlösende Schild: terreno de camping. Und Gottseidank war dieser dann auch schon im März geöffnet und dazu noch bezahlbar. Ein Sonnenstrahl schien durch das dichte Grau.

Und hier sitzen wir, gerade zurück von einer Erkundungstour, während der wir wilde Natur, hunderte von kleinen Schuppis und etliche Störche und Geier gesehen haben. Wir haben wilden Lauch, Frühlingszwiebeln, Spargel und Pfefferminz gesammelt. Und natürlich eine Menge Eindrücke. Unser Vorhaben hier mobiler und mit weniger Material zu angeln, scheint nicht einfach. Die Wege entlang des Ufers sind verwachsen und dornig, nur ein Wildschwein kommt hier durch. Direkt am Wasser kann man nicht gehen. Das kommt durch den hohen Wasserstand. Uns wurde zugesichert, dass es so viel wie diesen Winter nur ganz selten regnete in der Extremadura. Wir werden wohl noch ein paar Tage auf dem Campingplatz bleiben und weiter sehen wie wir hier unseren Weg finden, ein paar dicke Carpas zu fangen. Davor steht aber noch eine Monsterwäsche unserer Kleidung an. Morgen wollen wir dann endlich die Angelerlaubnisscheine in einer Bank holen. 4,90 € kostet die Jahreskarte, das geht!

Saludos,
Alex y Caroline“

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