09.04.14

Alex steigt aus 9 - back to the basics

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche, was die beiden Abenteurer erleben:

„Wider aller Erwarten hatte uns das Trübe-Tassen-Wetter voll erwischt. Zuvor waren wir noch dem eiskalten Wind in Süd-Frankreich geflohen, in der Hoffnung, dass das Wetter in der Extremadura uns gut tun würde. Zu lange waren wir schon den Elementen ausgeliefert gewesen. Doch dann kam der endgültige Hammer: Eine Woche Regen am Stück, mitten in Spanien, während man im nördlicheren Europa T-Shirt Wetter genoss. Die Einheimischen zogen trübe Gesichter. So was war man hier nicht gewöhnt. Wir waren gefangen auf einem Campingplatz, geradezu eingeregnet. Letztendlich trauten wir uns dann aber noch raus, um zwei Tage im Regen in unserem kleinen Vaude 2-Personen Zelt zu hausen; auf dem Boden schlafend, gebettet auf zwei Isomättchen. Back to the basics. Wie bei meinem ersten Frankreich-Trip mit 18, vor fast zwanzig Jahren.

Dann realisierten wir, dass uns das statische Angeln gerade absolut langweilte. Wie gefangen kamen wir uns vor nach zwei Tagen auf dem selben Platz. Ein Boot wurde hier dazu nur nachts und in Mini-Ausführung geduldet. Eine Lizenz für ein größeres Boot war anscheinend eine fast unlösbare Aufgabe. Man brauchte spezielle Zulassungspapiere für das Boot und musste rund ein halbes Jahr warten bis man die Lizenz bekam, falls man eine spanische Adresse kannte zu der die Lizenz geschickt werden konnte. Keine Chance also für uns mal schnell zu moven. Das Angeln wurde dadurch auch bei der großen Masse der spanischen Karpfenangler aus dem Auto praktiziert. Und davon sahen wir vergangenes Wochenende genug. Wir zählten rund um uns über ein dutzend Karpfenangler. Ein Karpfen-Enduro hatte sich abgespielt, so wurde uns später erzählt. Und von einem Anbiss konnten wir nur träumen, nicht einen einzigen Piep kam aus unseren Delkims. Nein, wir mussten etwas verändern, die Statik in unserem Angeln machte uns fast schon depressiv. Keine paar Stunden später fanden wir uns wieder auf dem Campingplatz. Der Frust wurde mit ein paar San Miguel Bieren hinuntergespült; dann ein Plan geschmiedet. Wir wollten etwas versuchen, was eigentlich nicht mit dem modernen Karpfenangeln zu vereinen scheint: Trekking.

Heute haben wir unsere Rucksäcke gepackt. Unser Plan war nur das allernötigste für eine Woche Angeln mitzunehmen und die Karpfen aktiv, zu Fuß, zu suchen. Nur das Nötigste resultierte dann in ca. 60 kg. Hört sich nicht gerade wenig an, ist es aber. Bei so einem Minimum-Gewicht bedeutet das ganze drei Kilo Boilies für eine Woche. Für unsere eigene Verpflegung sind wir auf die natürlichen Ressourcen angewiesen. Wir werden Tee aus Seewasser kochen, Gemüse in der Natur sammeln und kleine Hechte fangen müssen. Drei Karpfenruten, eine Spinnrute, zwei Fotoapparate, drei Delkims, drei Banksticks, zwei Isomatten, ein kleines Trekking-Zelt, eine Bodenplane, ein kleiner Gaskocher, Grundnahrungsmittel für eine Woche, zwei Dosen Pop-Ups, zwei kleine Töpfe und ein Pfännchen und so weiter. So wenig wir möglich, 40 kg für mich und gute 20 kg für Caroline; abgewogen. Und endlich ist das Wetter schön. Eigentlich fast schon zu warm. Von durchschnittlich 15 Grad im Regen in den vergangenen acht Tage bis auf schwülwarme 28 Grad kletterte heute das Thermometer. Ob Trekking und Karpfenangeln an einem 5000 ha+ Gewässer möglich sind werden wir in den nächsten Tagen heraus finden. Ziel ist so viel wie möglich Stellen an dem Gewässer anzuschauen und zu beangeln. Dabei würde ich nur allzu gerne einen 20 kg+ Karpfen auf die Matte legen. Caroline’s erklärtes Ziel behalte ich lieber für mich, sie will deutlich weiter hinaus ☺. Aber halt, wir können ja den Karpfen sowieso nicht auf die Matte legen, wir haben ja keine dabei. Außerdem bleibt auch die Waage im VW-Bus zurück, den wir auf dem Campingplatz parken. Der Karpfen muss also im Wasser abgehakt und gemessen werden. Keep it simple. Ob das alles auch so funktioniert steht noch in den Sternen. Die Abstände sind hier gigantisch. Werden unsere Rücken den Spaß mitmachen? Kann man ein 5000 ha Gewässer wirklich vom Ufer aus beangeln? Das werden wir sehr bald herausfinden. Es geht nämlich gleich los!

Bis dahin,
Alexander y Carolina“

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