12.02.14

Alex steigt aus I

Team Kordas Alexander Kobler tat, wovon viele träumen: Er kündigte Job und Wohnung, belud seinen VW-Bus und fuhr los. Auf in den Süden Europas, erstmal angeln! Wie lange? Das steht in den Sternen. Vielleicht Monate, vielleicht Jahre. Denn sein Glück hat er bereits gefunden: Freundin Caroline – sie begleitet ihn. Hier berichtet Alex jede Woche und (fast) immer Mittwochs darüber, was die beiden Abenteurer erleben:

Startschwierigkeiten
Wo fange ich an? Am besten bei etwas Aktuellem. Ich wollte gerade etwas Proviant aus dem Auto holen, als ich Mäusekot und -urin in der Essenkiste erblickte. Bei genauerem Betrachten konnte ich dann sehen, wie sich glänzend-klebrige Flecken und kleine schwarze Zäpfchen überall im Auto befanden. WTF??? Eine Maus musste sich also im Auto befinden und das wahrscheinlich schon seit längerer Zeit. Der Parmesan-Käse, die Erdnusssosse, Tigernüsse, Wattebäusche, Gewebetüten, leckere Waffeln und so manch anderes Nötiges hatte sie sich wahrscheinlich während der letzten Woche einverleibt. Ich konnte mir nur erklären, dass sie sich in einer Tüte mit Hendrik's Gardinen für den VW-Bus versteckt haben konnte, welche wir aus Birkulator's Scheune mitnahmen. Das Auto musste also komplett leer geräumt werden, bis der Übeltäter unter dem Sitz vorgejagt und aus dem Bus gescheucht werden konnte. Caroline meinte "oh wie süss", ich verkniff mir meinen Kommentar - Positivismus ist "in".

Neben diesem kleineren aber sehr unhygienischen Problem ereignete sich während unserer "Woche 1" aber noch manch anderes. In Kürze: Am zweiten Tag der Fahrt, Sonntag morgens um halb neun, irgendwo auf einer kleinen Straße bei Langres kassierten wir einen 90€ Strafzettel für die Nichtverwendung des Anschnallgurts. Zurecht natürlich, aber unangenehm. Ein paar hundert Kilometer weiter verreckt mir dann der fünfte Gang und wir schleichen von da ab mit dem vierten hinter LKWs rum - ein Problem, welches im Übrigen immer noch nicht gelöst wurde, auch wenn ich schon drei mal in der VW-Werkstatt war, wo sie mich letztendlich wieder nach Deutschland schickten, wo es mehr "Spezialisten" dafür gäbe. Schaltstange oder Getriebe sei hier die Frage, Antworten wären mir allerdings lieber. Das zweimalige Abheben des Faltbootes plus Rettungsaktion in der langen Unterhose bei 8 Grad Wasser wird da eher zum Detail. Und weitere Details hätte ich noch genügend auf Lager...

Jetzt aber zu den Facts: Durch zahlreiche Ausflüge zu der 12 km entfernten Werkstatt plus Zurückjoggen mit dem Rucksack, dazu am See ein Wind, der einem das Lächeln schnell zu einer hässlichen Grimasse zauberte, blieb nur wenig Zeit und Nerv für das Eigentliche: Angeln! Wie durch ein Wunder erbarmten sich dann doch noch zwei Schuppis der Heringsklasse. Sie konnten dem Ananas Popup an der Krautkante über dem Milchprotein-Boilie Futterplatz nicht widerstehen. Echt zufrieden konnten wir damit aber nicht sein, trotz den Umständen. Und es war nicht nur der Wind, der das Angeln zu einer echten Herausforderung machte: Durch den niedrigen Wasserstand mussten wir über Kraut hinweg angeln, das bis zur Oberfläche reichte. Die Fadenalgen daran, hafteten sich gekonnt an die Schnüre und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis man diese abgepfrimelt bekam und man die Schnur wieder durch die Ringe kurbeln konnte. Nichts wie weg lautete dann irgendwann das Motto und nachdem sich der Wind mal ausnahmsweise nachmittags gelegt hatte flüchteten wir. Wir landeten dann auch gewollt auf der Sonnenseite des Sees, hatten das Auto in Reichweite und bauten das Zelt windgeschützt mit herrlichem Blick auf den See auf. Erholung, zumindest für einen Moment, hatten wir nötig, da der Auszug aus Belgien, das Packen für den Trip und die Reise anstrengend genug waren. Und als ich dachte, dass das endlich mal ein ruhiger Tag werden konnte, entdeckte ich das rücksichtslose Nagetier im Auto.

Die Ruten liegen jetzt aber top, zwei mit bissel Futter, die anderen vier mit kleinen aber feinen Fallen. Hier am Eingang zu einer großen und flachen Bucht muss sich doch ein "Besserer" rumtreiben! Wie auch immer, die Sonne scheint mit bestimmter Regelmässigkeit, und wir geniessen die winterliche Atmosphäre am See.
Liebe Grüße, Alex und Caroline

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