19.10.15

Anders als geplant - Stefan Lutzer

Erstens, kommt es anders und zweitens als man denkt. Unter diesem Motto sollte wohl diese Session starten. Ich hatte ein paar Tage frei und konnte diese auch sinnvoll nutzen. Und zwar am Wasser. Meine Freundin bräunte sich unter Malles Sonne und ich ging fischen. In der Nacht von Sonntag auf Montag fuhr ich sie zum Flughafen und anschließend nach einem Fahrzeugwechsel zu Hause direkt ans Wasser. Ich kam dadurch recht früh an. Mit meiner Polbrille bestückt wanderte ich um den See, um eventuell ein paar Fische ausmachen zu können. Mein Plan war es durch, viel Futter die Fische an einen ausgesuchten Platz zu binden. Also packte ich 30kg Boilies ein. Um auf diesem Platz noch etwas anderes an Nahrung anzubieten nahm ich auch etwa 6kg Tigernüsse mit. Während ich also um den See schlich auf der Suche nach Anzeichen von Fisch fiel mir ein großer freigefressener Bereich vor einem im Wasser hängenden Busch auf. Hier war es etwa 2m tief. Durch die Polbrille konnte ich ganz klar erkennen, dass sich dort Fische die Bäuche voll geschlagen haben. Ich dachte das ist wohl der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl und entschloss mich, schräg gegenüber mein Zelt aufzuschlagen. Es war kein Problem von hier aus direkt den Busch anzuwerfen. Zu dem waren die im Wasser hängenden Äste mit scharfen Muscheln bestückt. Von meiner Position aus war es mir möglich, die Fische daran zu hindern, dass sie in den Busch schwimmen. Ich konnte auch in der Nähe des Busches ins Wasser, um dort zu füttern. Es sollten aber keine Boilies zum Einsatz kommen, sondern nur ein paar Hand voll Tigernüsse. Ideal dachte ich. Der Rest war Routine... Zelt aufbauen, Set Up aufstellen, Ruten montieren usw. Als Montagen kamen Hybrid Lead Clips mit 3,5oz Bleien am Lead Core zum Einsatz. Mit den Rigs hielt ich es simpel. Ein Wide Gape X in Größe 6 an 0,43 Subline mit weichem Haar. In der Mitte des Vorfaches befand sich noch ein Sinker. Den Austrittswinkel des Haares bestimmte ich mit Hilfe von Silikonschlauch welchen ich auf den Hakenschenkel aufzog. Als Hakenköder verwendete ich eine Tigernuss und darüber eine aufgepoppte Tigernuss. Nach ein paar Würfen hatte ich die perfekte Distanz getroffen und markierte diese mit Marker Elastik auf der Hauptschnur. Der erste Biss sollte nicht lange auf sich warten lassen. Ich war noch damit beschäftigt, das Chaos in meinem Lager zu beseitigen als eine der beiden Ruten einen Biss meldete. Die Spitze meiner Rute neigte sich Richtung Wasseroberfläche. Der Fisch konnte wegen meiner geschlossenen Bremse keine Schnur von der Rolle ziehen. Nach kurzem heftigen Drill fand sich ein kugelrunder Spiegler in den Maschen meines Keschers wieder. Ich freute mich riesig über den Fisch. War es doch der erste 2015 in diesem Gewässer. Dank der Markierung auf der Hauptschnur traf ich den Spot direkt wieder. Dadurch verliert man nicht unnötig Zeit und verschreckt Fische durch zu häufiges Auswerfen. Was jetzt passierte war der Wahnsinn!

Nüsse Marsch!

Äste voller Muscheln - Bremse zu, Sicherheitsabstand und XT Snagleader

Kurz nach dem Spiegler konnte ich einen weiteren mit 14kg fangen. Nach dem zweiten Fisch fütterte ich wieder einige Hand voll Tigernüsse nach. Es dauerte bis zum Abend bis sich der nächste Fisch meldete. Dieses mal war es ein schöner langer Schuppi von 13kg. Das lief ja super. Auch im Dunkeln konnte ich die Rute wieder zielgenau werfen. In der weiteren Nacht gingen mir noch einige kleinere Fische an den Haken. Erst am nächsten Tag sollten die Fische wieder größer werden. Von dort an konnte ich am laufenden Band Fische fangen. Das Highlight kam jedoch am dritten Spätnachmittag. Ein Schuppenkarpfen von 18,5kg saugte sich meine Tigernüsse rein. Was eine Session!!! Kurz bevor die Sonne an meinem vorletzten Abend unter ging konnte ich noch einen schönen dunklen Schuppi fangen. Ich war so happy!!! War es doch genau das Gegenteil von dem was ich eigentlich vor hatte. Denn bis jetzt war noch nicht eine Murmel zum Einsatz gekommen und das sollte auch so bleiben. An meinem letzten Tag hatte ich nur noch wenige Nüsse. Der Eimer war Ratzeputz leer, ich hundemüde aber glücklich. Gegen Abend fing ich einen wunderschönen Spiegler mit ein paar einzelnen Schuppen auf der Flanke. In meiner letzten Nacht konnte ich dann noch einen Spiegler mit 19kg fangen. Er sollte der schwerste Fisch der Tour bleiben. Am nächsten Morgen kurz vor dem Einpacken fand noch ein hübscher Abschiedsspiegler den Weg in meinen Kescher. Man sollte sich also nicht zu sehr auf eine vorher festgelegte Taktik einschießen, sondern auf die Gegenbenheiten am Wasser reagieren – diesmal hats geklappt!
Viel Erfolg,
Stefan Lutzer

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