24.04.19

Angeln auf Sicht - Loreen Schmidtke

Klare Gewässer haben es mir irgendwie schon immer angetan. Das türkisblaue Wasser, die Fische, die ich im Drill mehrere Meter unter dem Boot entlangziehen sehe haben für mich etwas faszinierendes.
Trotz der anfänglichen warmen Tage im März hat meine Heimatregion noch einen heftigen Kälteeinbruch mit nächtlichen Minusgraden hinter sich , was für die Natur ein herber Rückschlag war. Als das lange Osterwochenende nun vor der Tür stand betrug die Wassertemperatur gerade mal 8 Grad. Aber nun sollte es bergauf gehen. Der Wind stand auf Nordost. Ich wählte eine flache, stark verkrautete Bucht eines Baggersees in die der Wind drückte. Eine einzelne Nacht hatte ich bisher hier verbracht, mit mehr oder weniger Erfolg. Nun war genug Zeit um alles genau in Augenschein zu nehmen.
Die Spotsuche nahm aufgrund des Krautbewuchses einige Zeit in Anspruch. Ich verzichtete auf sämtliche Technik. Mit der 4th Dimension Classic Polbrille , einen Aquascop und dem kleinen 1,60m Schlauchboot war ich schnell, wendig und konnte in aller Ruhe die Unterwasserwelt erkunden. Auf einer schmalen Sandbank, die sich vom Ufer aus in die krautige Bucht erstreckte sollte mein Multi-Rig platziert werden. Hierfür verwende ich am liebsten das Kamo Vorfach in 30lbs und den neuen Kamakura Wide Gabe. Für mich sind diese 2 Komponenten eine sichere Kombi, die perfekt im Fischmaul hakt. Der Vollmond erhellte die Nacht, somit sollte dieser Spot auch dann einfach zu finden sein. Das 3cm lange Chod Rig auf meiner zweiten Rute fand vor den überhängenden Büschen , unweit meines Camps , Platz. Hier verteilte ich nur ein paar einzelne 14mm Milchprotein Boilies um den weißen Pop up.

Für 24h passiert erst einmal gar nichts. Der Luftdruck war mit 1031hpa enorm hoch. Ein vorsichtiger Biss auf der Sandbank brachte einen kleinen Schuppi. Erst am nächsten Morgen lief auch die Rute mit dem kleinen weißen Popi an den Büschen ab. Doch damit wollte ich mich nicht zufrieden geben- ein neuer Spot musste her. Ich begab mich wieder mit meinen Equipment auf’s Wasser und suchte die entferntere Uferregion ab. Zu meiner Freude konnte ich ein paar Karpfen beobachten, die am Rande des Krautes ihre Bahnen zogen- die Wahl war somit getroffen. Mein Rig landete genau vor dem Wall aus hochstehender Wasserpest.
Ich war gerade dabei mir einen weiteren Kaffee aufzugießen als mich der Dauerton aus meinen Trott riss. Das noch kalte Wasser wirkte sich nicht negativ auf die Kampfstärke der Fische aus. ich sah den Schuppi unter dem Boot seine Bahnen ziehen, mehrfach verschwand er in den grünen Teppich der bis kurz unter die Oberfläche stand. Dann gab er auf und der Kerscher schloss sich um ihn. Freudig paddelten ich zurück zum Camp.
Und während ich diese letzten Zeilen auf meinen Tablet tippe, sitze ich schon zuhause auf dem Sofa, es ist spät und eine sehr arbeitsreiche Woche liegt vor mir. Ich lasse die Eindrücke der letzten Tage Revue passieren und freue mich jetzt schon auf die nächste Session, bei der ich „meine Angelei“ wieder leben kann.
Ich hoffe ihr hatte alle ein paar schöne Ostertage9
Beste Grüße Loreen ☺

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