17.12.18

Auf der Suche nach Zielen - Kai Lander

Langsam hat sie sich eingeschlichen, die Lust auf neues. Ich merkte immer mehr, dass ich neue Ziele brauchte.

Aber warum eigentlich? Anfang des Jahres wurde der Plan für ein großes Projekt erschaffen und mein ganzer Fokus war einzig und allein auf dieses Unterfangen ausgerichtet. Als das Mammutprojekt abgeschlossen war, hatte ich Lust auf etwas Neues.

Diverse Ufer tingelte ich ab, angelte mal hier mal da. An meinen Multirigs hakten sich auch einige Fische, aber so richtig kam der Drive nicht auf. Es fehlte schlicht und ergreifend ein Ziel. Oder besser gesagt ein Zielgewässer, das mich reizte - an den ich mich austoben konnte. Da kam mir die Idee, an einem recht nahe gelegenen Seer zu angeln. Bis auf ein paar spontane Nächte hatte ich es an diesem Gewässer nie richtig ausprobiert. Warum eigentlich? Wer weiß? Jetzt wollte ich es endlich angehen.
Eine abfallende Landzunge war für meinem Futterplatz bestens geeignet. Auf dieser wollte ich in Kurzansitzen unter der Woche meine Ruten auslegen.
Mehr als eine Nacht am Stück gehe ich in meiner Region schon lange nicht mehr zum Angeln hinaus. Dazu ist mir einfach meine Zeit zu schade, um diese an Gewässern abzusitzen, wo ich jeden Schilfhalm kenne. Die gewonnene Zeit spare ich mir lieber für längere Touren auf und dem Familienleben bekommt dies auch besser. So schlenderte ich täglich mit meinem Sohn nach der Kita am See entlang und fütterten einige Boilies.
Meine erste Nacht auf dem Spot verbrachte ich mit Frau und Kind zusammen. Ein junger Spiegler unter mehreren Brassen war das Resultat. Das stimmte mich zuversichtlich für die kommenden Sessions. Den Platz am Homepool hielt ich weiter unter Futter und angelte ab und zu eine Nacht drauf.

Zwei Nächte später am Homepool beschlich mich dieses undefinierbare Gefühl, dass ich hier einfach falsch bin. Da war die Sache mit dem Drive wieder, der einfach nicht ins rollen kommen wollte. Es fehlte mir der gewisse Biss, um dieses Gewässer auseinanderzunehmen - ich fühlte mich an diesem Ufer einfach nicht wohl. Ende Oktober schmiss ich das Handtuch, trotz der Vorbereitung und war wieder auf Null. In mir kamen erste Zweifel auf, ob das Karpfenangeln noch das ist, was mich einst mal an diesem wunderbarem Hobby so faszinierte. Es ist auch nicht einfach, nach so vielen Jahren intensiver Angelei sich immer wieder neue interessante Ziele zusetzen. Ich brauchte unbedingt mal wieder eine richtige Aufgabe am Wasser. Nur was für eine? In einem Gespräch mit Freunden fiel irgendwann das Thema Flussangeln und wir philosophierten ewig darüber. Ich meinte dazu, es sei bei mir schon einige Zeit her, als es noch aktiv an die Strömung ging. Dieses Thema beschäftigte mich einige Tage später so sehr, damit ich alte Aufzeichnungen von meiner Flussangelei hervor kramte. Mit dem Thema Karpfen in Flusssystemen zu fangen war ich noch nicht wirklich fertig. Wenn man es so überhaupt formulieren kann. Am Fluss ist eigentlich nie ein Ende in Sicht. Wenn du denkst, jetzt weißt du, wie der Hase läuft, kommt es meistens genau anders. Hatten mich doch die faszinierenden Binnenmeere, in der Vergangenheit immer wieder von meiner intensiven Flussangelei abkommen lassen. Einige Tage später unternahm ich mit dem Boot eine Tour, um einfach mal die Lage am Fluss zu checken. Als ich einige Bereiche genauer unter die Lupe nahm, schossen mir viele Ideen durch den Kopf, wie ich was machen könnte. Es brodelte vor Tatendrang - Mann war ich heiß auf die starke Strömung. Eine innere Zufriedenheit machte sich in mir breit und diese benötige ich auch, um etwas richtig anzugehen. Das Thema Flussangeln ist gesetzt. Ich fühle mich hier wohl.,
Wir hören uns!

Grüße Kai

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