02.12.14

Auf in den Osten - Kai Lander

Mecklenburg-Pionier Kai Lander sendet uns erneut ein inspirierendes Update mit großen Karpfen und viel Horizont:


Ende September zog es mich für ein Kurztrip an einen großen Natursee. Seit Jahren stand dieses Gewässer auf meiner Liste. Es ergab sich aber nie ein Zeitraum, um an diesem beeindruckende Gewässer zu angeln, bis zu diesem Herbstanfang.
Ich plante einen 4-Nächte-Trip, doch ich wollte nicht ins blaue Angeln. Ich nahm mir einen Tag Zeit, um vor Ort Spots zu suchen. Einige Tüten selbstgedrehte steinharte 30mm Fisch-Buttersäure-Boilies hatte ich dabei, um diese nach meiner Spotwahl zu füttern.

Die Boilies ließ ich vorerst im Auto zurück, diese würden mich im Boot nur stören. Das Wetter passte zur Spotsuche, strahlend blauer Himmel und Sonne, keine Welle, gute Sicht mit Aquascope und Taucherbrille. Fand ich erfolgsversprechende Stellen, wurden diese ins GPS gespeichert, meist waren es kleine Krautlöcher, doch das ein und andere Plateau kam auch zum Vorschein. Nach 10 Stunden war ich zufrieden mit dem, was ich unter Wasser fand, jetzt mussten nur noch die Boilies auf 4 Stellen verteilt werden und fertig. Voller Erwartung waren die nächsten Tage auf der Arbeit kaum auszuhalten, was würde geschehen? Dann kam der Tag, an dem der Trip startete. Perfekte Bedingungen herrschten, eine Wassertemperatur von 17 Grad, Tiefdruck und Starker Wind aus West. Spät abends erreichte ich den See und belud mein Boot, auf ging die Fahrt bei starker Welle (aber nie ohne Schwimmweste) in der Dunkelheit zur schmalen Landzunge. Es ist immer wieder Respekt einflößend in finsterer Nacht weite Strecken über riesige Wasserflächen anzutreten. Ich fand die kleine Lücke im Schilf schnell und mein kleines Camp aus Liege und Schirm war Ruckzuck aufgebaut. Die zuvor gespeicherten Gps-Punkte waren schnell mit dem Boot angefahren. Das Plateau mit dem starken Bodenkraut und den winzigen Fraßlöchern gefiel mir besonders gut. Drei Hände voll Boilies gemischt 25 und 30mm schmiss ich weit verteilt in die Höhe, lautstark prasselten diese nieder. Ich legte meine unauffällige Montage dazu und paddelte zurück. Die zweite Rute legte ich auf 4m Tiefe vor einem großen Krautfeld ab. Hier befand sich im weichen Boden ein ca. 10m langer schmaler Sandstreifen, dieser wird wohl auch des Öfteren von Karpfen nach Fressbaren durchwühlt, 10 einzelne 30mm Boilies dazu – fertig.

Das Setup hielt ich einfach. Sinkende Geflochtene auf den Spulen und 50m 60lb XT Schlagschnur davor geknotet. Dazu Inline Bleie und 15 cm lange Vorfächer aus IQ2 in 20lb mit weichem Haar als Blow-Back gebunden. Der Choddy in Gr. 4 ist perfekt für das angeln im Kraut und kam deshalb hier zum Einsatz. Einen einzelnen 25mm Boilie mit Kork Sticks ausbalanciert zog ich aufs Haar – mehr nicht. Schnell gebunden, hakt zuverlässig und wirkt Verwicklungen vor. Es gelang mir in der ersten Nacht 2 Karpfen auf beiden Spots zu fangen, ein Fisch stach mit seinem tollem Schuppenbild hervor. Am folgendem Tag verteilte ich 10 Kilo Boilies auf den 2 Stellen, die mir die Aktionen brachten. Meine letzte Nacht wollte ich hier wieder verbringen, packte meine paar Sachen ins Boot, Spanngurt drüber und zog weiter, um in einem anderen Bereich des Sees 2 Nächte mein Glück zu versuchen.

Die Tage vergingen wie im Fluge. Der Wind ließ nach und die Wasserfläche lag glatt vor mir. Der neue Platz brachte in der Nacht keinen Biss. Ich saß in der Frühe mit einer Tasse Kaffee in der Hand bei den Ruten die Sonne stieg im Nebel hinauf. Da sackte der Swinger der 400m Distanzrute nach unten, der Kaffee flog durch die Luft, sofort nahm ich Kontakt auf. Die erste Flucht war kaum zu stoppen, rein ins Boot und so schnell ich kurbeln konnte brachte mich der Außenborder näher zum Fisch. Dann begann der Tanz, ich bekam den Fisch nicht vom Grund hoch, im klaren Wasser sah ich den großen Fisch wie er am Grund stand, die 2,75lbs voll durchgezogen, brachte nix. Ich nahm den Druck runter und änderte die Position vom Boot. Erneut machte ich starken Druck und der Fisch begann endlich zu schwimmen. Einige male zog er mir noch viel Schnur von der Rolle bis ein langer Spiegler bei einer traumhaften Szenerie in die Maschen des Keschers glitt.

Der Zeiger der Waage pendelte sich bei 20,2 Kilo ein und 101cm konnte ich am Maßband ablesen. Einige Fische fanden noch meine Fallen. Es machte viel Spaß, an diesem tolle Gewässer zu angeln. Vielleicht auf ein neues im kommenden Jahr!
Diese absolute Freiheit an großen Seen, das ist mein Angeln.
Grüße, Kai

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