26.08.20

Auf neuen Pfaden - Mathias Guggenbichler

Hallo Leute, Mein Name ist Matthias Guggenbichler und ich möchte euch in diesem News Update gerne einen kleinen Einblick in meine Angelei geben. Immer mehr suche ich bei der Auswahl der Gewässer eine Herausforderung bei der ich an meine Grenzen stoße. Ich nehme Abstand von den hoch frequentierten „Paylakes“ bei denen es nur mehr um Größe und Gewicht geht. Ich machte mich auf die Suche nach Gewässern welche einen gewissen Anspruch fordern und vor allem wenig befischt werden. Somit bin ich vor einigen Jahren auf ein öffentliches Gewässer mit rund 70ha gestoßen. Ich habe mich sofort in das glasklare Wasser und die enormen Strukturen dieses Sees verliebt. Ohne zu wissen was in diesem See seine Runden zieht, plante ich meine erste Session. Erstmal konzentrierte ich mich auf die Location und erstellte mit meinem Garmin eine Gewässerkarte. Interessant waren für mich die Plateaus, welche auf eine Wassertiefe von 5-6m anstiegen und somit deutlich flacher als die restliche Struktur im See waren. Gut gestimmt kontrollierte ich die Spots mit der Unterwasserkamera und befischte die vermeintlich guten Plätze. Jedoch passierte zu Beginn relativ wenig und ich verbrachte dort 5 Tage ohne jegliche Aktion. Leicht Enttäuscht aber dennoch ehrgeizig nahm dieser Ansitz sein Ende. Es brauchte einige Tage und Nächte bis die Maschen meines Keschers den ersten Fisch dieses Gewässers umschlossen. Jedoch lernte ich mit jedem Blank dazu.
Aufgrund der Einschränkungen des Corona Virus waren auch meine Pläne mit der Frühjahrssession auf Eis gelegt. Es juckte schon in den Fingerspitzen und ich wollte unbedingt an diesen See fahren. Es war Anfang Juli und die Fische waren nun auch mit dem Liebesspiel durch. Die Wassertemperatur betrug mittlerweile um die 24°. Ich war zwei Wochen bevor ich den See befischte dort und suchte mit der Unterwasserkamera nach den, bei unseren gelben Freunden so beliebten, Dreikantmuscheln. Nach einer gefühlten Ewigkeit fand ich genau das, wonach ich suchte. Eine Muschelbank mit haufenweise Dreikantmuscheln sowie einen sauberen Untergrund mit aufgebrochenen Dreikantern. Ich dachte mir das könnte eine Stelle sein, welche die Karpfen regelmäßig besuchen, um sich zu stärken. Ich speicherte mir die GPS Daten in meinem Echolot ab, sodass dieser Spot später schnell zu finden war. Nachdem die Vorbereitung Vorort abgeschlossen waren stieg die Vorfreude umso mehr. Zuhause kochte ich noch die Tigernüsse und den Hanf und schwemmte meine Boilies mit Wasser aus. Gerade bei größeren Gewässern mit reichlich Naturnahrung bin ich überzeugt, dass ausgewaschene Boilies das nötige Vertrauen schaffen und die Fische diese bedenkenlos annehmen. Gerade bei der Auswahl des Futters überlasse ich nichts dem Zufall.

Endlich war es nun soweit. Donnerstags Mittag bin ich am See angekommen. Die Sonne zeigte sich von Ihrer besten Seite und es hatte wolkenlose 28°. Ich fuhr zu den vorgefütterten Plätzen und ließ die Unterwasserkamera langsam absinken. Ich konnte mit der Kamera nichts erkennen da das Wasser komplett aufgewühlt und trüb war. Ich konnte es kaum glauben, dass nach so vielen malen Fallenstellen die Fische endlich mal auf die Futtertaktik reagierten. Ich platzierte die Montagen mitten auf den Muschelplatteaus und fütterte großflächig drüber. Doch es verlief erstmals ruhiger als gedacht. Am zweiten Tag bekam ich den ersehnten Lauf. Der Blick in den Kescher kostete mir nur einen fetten Grinser. Es war ein twotone Spielgler vom Altbestand. Es war für mich der mit Abstand härtest verdiente und meist bedeutendste Fisch den ich je fangen durfte. Beim Sonnenaufgang des Dritten Tags konnte ich noch einen weiteren tollen Schuppi fangen.
Als ich um die Mittagszeit mit der Luftmatratze neben den Ruten umhertrieb ertönte der Delkim im Dauerton. Eine gefühlte Ewigkeit zog mich dieser Fisch ohne sich einmal blicken zu lassen über das Wasser. Nachdem die Maschen meines Keschers den dunklen Spiegler beim ersten Versuch umschlossen konnte ich es erneut kaum glauben. Fassungslos fuhr ich mit dem Fisch zum Platz. Ich zog die Wiegeschlinge unter den Kescher um Ihn auf die Abhakmatte zu legen. Eine massiver dunkler Spiegler, weit über 20kg füllte die Abhakmatte. Ich kann mich noch immer garnicht an diesen Fischen satt sehen. Ich bin den neuen Abenteuern auf jeden Fall vollends verfallen und bleibe natürlich weiterhin dran, denn echter Erfolg ist die Fähigkeit zu scheitern, ohne dabei seine Begeisterung zu verlieren.
Matthias Guggenbichler

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE