05.09.17

Auf zu neuen Ufern - Nils Thönnes

Schon wieder sind einige Nächte vergangen, stille Nächte. Inzwischen bin ich an einem Punkt angekommen, an dem für mich klar ist, dass ich etwas ändern muss. Vor ein paar Wochen hat Christoph Freuen es vorgemacht und ich habe wirklich Respekt vor seiner Entscheidung, ein Gewässer links liegen zu lassen und dort vorerst nicht mehr zu angeln. Irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem man nur noch auf der Stelle tritt und keinen Zentimeter mehr nach vorne kommt, so ist es bei mir momentan. Mir fällt es schwer hier vorerst aufzugeben, aber alles andere macht für mich momentan keinen Sinn.

Nach dem letzten Update von mir, sind wie wo oben schon geschrieben, wieder einige fischlose Nächte vergangen. Lediglich einen alten Spiegler konnte ich kurz nach der „Fangserie" noch in den Kescher bekommen. Auch wenn dieser Fisch für mich einen enormen Stellenwert hat, hab ich auf gut deutsch gesagt die Schnauze voll. Ich hab den Anspruch, mich weiterzuentwickeln und muss demnach handeln und werde wohl an eines der Fließgewässer gehen, ob es ein für mich neuer Kanal wird, oder ein Fluss, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen. Aber Fakt ist, ich muss hier weg! Man verliert die Lust am angeln.

Es ist übrigens nicht nur das blanken was einem hier zu schaffen macht, sondern auch die Ignoranz anderer Karpfenangler. Jeder von uns füttert seine Plätze für gewöhnlich vor, auch ich. Darüber müssen wir nicht sprechen! Wenn aber jemand in der Nähe meines anvisierten Platzes angelt, nehme ich darauf Rücksicht und füttere nicht, auch nicht ein paar Meter weiter. Dann kann ich damit leben, dass ich nicht füttern kann sondern warten muss. Entweder suche ich mir dann in einem anderen Teil vom See eine Stelle oder warte bis er weg ist. Macht mein Nebenbuhler nicht direkt die Schotten dicht, kann ich auch mit ihm sprechen! Ja, genau, Kommunikation! Ich habe in den letzten Wochen hier am See und auch woanders feststellen müssen, dass der größte Teil von „UNS" null Respekt hat. Sowohl beim Füttern als auch beim Ablegen der Ruten. Das „ICH“ steht bei den Leuten ganz weit oben. Ob man sich und anderen Anglern damit einen Gefallen tut, wenn Schnüre über 300 Meter durch den See gespannt sind, wage ich zu bezweifeln! Ich habe hier an dem See alle Fische in lockerer Wurfdistanz gefangen und weiß sicher, dass es hier nicht nötig ist, seine Ruten rauszuschleppen. Man muss sich über Verbote nicht wundern, wenn man sich so benimmt und man als echter „Carphunter“ so verhasst ist.

Kurz bevor ich angefangen habe, dieses Update zu schreiben, unterhielt ich mich zum ersten mal mit einem Besitzer eines Fliegenfischer Ladens, der eine Straße neben meinem zu Hause liegt. Wir haben uns offen ausgetauscht über das was ich angeltechnisch mache, auch wo ich angele und was er macht. Ein ganz normales Gespräch über unser Hobby, unsere Leidenschaft, wofür wir alle Leben, ohne Geheimniskrämerei! Jan, so heißt der freundliche Herr, der schon seit Jahrzehnten in der Angelbranche tätig ist, kannte das Phänomen der Karpfenanglerszene und findet es abscheulich krank, was bei uns heutzutage abgeht. Er sagte, dass die Problematik in der Fliegenfischerszene überhaupt gar kein Thema ist. Beneidenswert oder? Ob solche Zustände auch bei uns möglich sein könnten? Ich bezweifle es ehrlich gesagt…

Aber dennoch, die Erfahrungen die ich in den Jahren zuvor und in diesem Jahr bereits gesammelt habe, auch wenn sie nicht die besten waren, haben einen riesig großen Vorteil: Mir ist es inzwischen egal ob ich zehn, fünfzehn oder zwanzig Nächte blanke, oder noch länger! Und umso entspannter ich das ganze angehe, desto besser handele ich, weil ich keinen Druck verspüre. Ob es am Fluss besser wird, weiß ich nicht, weil ich bis auf ein paar Sessions noch keine wirkliche Erfahrung damit gemacht habe und dort auch nicht auf andere Angler gestoßen bin, die mich als bösen Konkurrenten gesehen haben. Die nächste Zeit wird zeigen ob es eine Alternative für mich ist und gerne werde ich darüber berichten.

Oft genug tat sich hier nichts...

Der erste aus dem Fließgewässer, mehr demnächst

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