03.11.16

Autumn Vibes #1 - Michael Fleischmann

Zum zweiten Mal in dieser Woche pumpe ich am Wasser mein Zeepter Slider auf, belade es mit Futter und rudere in der Morgendämmerung bei strömendem Regen und Südwest-Wind auf meinen Spot, während ich mir immer wieder meine Kapuze der Regenjacke zurechtrücken muss, die mir der Wind fast vom Kopf bläst. Am Spot schaufle ich meine Boilies ins Wasser - nicht zu knapp, die Fische bereiten sich auf den langen Winter vor und schlagen sich ihre Bäuche voll. Ein paar Kellen versuche ich weit zu streuen, um die Fische auf den Hauptfutterplatz zu lotsen, wo später meine Rigs zuschnappen sollen. Am Echolot sehe ich das Futter auf 8m in die Tiefe rieseln, während hinter mir dumpf ein Fisch ins Wasser kracht, dessen Größe ich nur durch seinen Aufprall an der Wasseroberfläche ausmachen kann. Ein verschmitztes Grinsen macht sich auf meinen Lippen breit. „Am Wochenende scheppert´s endlich“, sage ich vor mich hin, schließlich hab ich enormen Nachholbedarf. So wenig wie dieses Jahr war ich - berufsbedingt - wirklich noch nie am Wasser. Da hat sich einiges aufgestaut.

Am Ufer zurück packe ich die nassen Klamotten, das Boot und die Futtereimer ins Auto und schreibe voller Enthusiasmus kurz meinem Angelkollegen Hans-Jürgen auf WhatsApp, der mir auch seine Ration Futter für seinen Platz mitgegeben hatte. „Alter, das wird ein hammer Wochenende! Stell dich auf ein paar dicke Schweinchen und schlaflose Nächte ein; Regen und Wind steht am Gewässer, Luftdruck geht kontinuierlich nach unten, Futter und Fische sind am Platz! Ich hab ein mega Gefühl.“ Auch er war heiß wie Frittenfett.
Aufgrund meines derzeitigen Jobs konnte ich bereits am Donnerstagabend aufbauen und die Ruten noch vor Einbruch der Dunkelheit fahren. Als ich mich im Brolly verkrochen, mir zwei Toasts aus dem Ridge Monkey und ein kaltes Bier genehmigt hatte - Fallbiss! Ich nahm die Rute auf und hoffte vergeblich auf eine harte Gegenwehr. Es war nur ein Brassen, dem noch zwei andere folgten. Mein Plan war schnell über den Haufen geworfen, denn mit meinen geliebten fischmehlhaltigen Nasty Shrimps war wohl nix zu holen. Aber ich hatte ja noch cremig-süße Murmeln ohne Fischmehl gefüttert und auch dabei. Schnell waren die Hakenköder ausgetauscht und die Brassen zeigten daran prompt kein Interesse mehr. Wieder verkroch ich mich im Zelt und machte es mir mit meiner Zeltheizung angenehm warm, zog den Schlafsack zu, ehe ich nach kurzer Zeit den Reißverschluss erneut aufsprengen musste - Vollrun! Karpfen! Der Anfang ist gemacht, der Plan scheint aufzugehen. Mit dem Selbstauslöser sind schnell ein paar passable Fotos geknipst und die Rute ist ruckzuck wieder ins Spiel gebracht. Mein Gefühl sollte Recht behalten und es waren ja immer noch zwei Nächte zu fischen. In dieser ersten Nacht komme ich tatsächlich nur bedingt zu Schlaf, da mich noch zwei weitere stattliche Schuppis aus selbigem reißen. Check!!

Unter den gefangenen Fischen befindet sich mein absoluter Zielfisch aus diesem Gewässer, der im vergangenen Jahr kein einziges Mal gefangen werden konnte und mich echt zweifeln ließ, ob er überhaupt noch lebte…aber mehr dazu im zweiten Teil meines Updates!

Schwere Cygnet Indicators fürs Distanzangeln

Ufff - der ist mal richtig schwer. Den zeig ich euch in Teil II

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