26.11.19

Big City Life I - Zu Besuch bei Gerald Melzer

Gerald Melzer lebt ein außergewöhnliches Leben. Als Tennisprofi verbringt er jedes Jahr mehre Wochen in aller Herren Länder rund um den Globus. Die Center-Courts dieser Welt sind sein Zuhause. Doch Gerald ist auch begnadeter Karpfenangler und dabei extrem erfolgreich. Als Angler bereiste er bereits Länder wie Frankreich, Spanien, Australien, die Vereinigten Staaten und viele mehr, um dort auf Karpfen zu angeln. Andreas Hetzmannseder hat Gerald mit der Kamera besucht und ihn zu seinem Leben und seiner Angelei befragt.

Mich verbindet eine lange Freundschaft mit Gerald, die Art und Weise, wie er sein Leben als Leistungssportler und seine Angelei unter einen Hut bringt fasziniert mich. Als sich im September dieses Jahres spontan die Möglichkeit bot, Gerald für 2 Nächte auf seinem Kajütboot inmitten der Großstadt zu besuchen, war ich sofort Feuer und Flamme für die Unternehmung. Die Anreise zu Geralds Hausgewässer war allerdings nervenaufreibend - der Wiener Morgenverkehr machte seinem Ruf alle Ehre und so kam ich, wohl oder übel, erst viel zu spät bei Gerald an. Glücklicherweise war er mit dem Kajütboot aber bereits auf dem See und konnte die morgendliche Beissphase am ersten Tag optimal ausnützen.

Nachdem wir mit einem Mini-Beiboot auf den „großen Kahn“ übergesetzt hatten, staunte ich nicht schlecht. Gerald hatte die Session doch tatsächlich mit einem wuchtigen 40 Pfünder eröffnet, der ruhig und majestätisch in den am Boot fixierten Kescher verweilte. Obendrein war der Karpfen ein echter Hingucker und übersäht mit Perlschuppen an seiner linken Flanke. Ein echtes „Ass“ zum Beginn unserer gemeinsamen Session. Geil!

Während Gerald dabei war, seine Rigs nach diesem genialen Auftakt mit pedantischer Genauigkeit in kleinen Krautlöchern zu platzieren, musste ich mich erstmal mit dem „Bivvy am Wasser“ vertraut machen. Viel Platz war hier nicht - schon garnicht für 2 Angler. Doch Gerald hat seine Angelei und die Organisation am Boot bis ins Detail abgestimmt. Ein Setup befand sich am Bug, eins am Heck. Gerade genug Platz, um 4 Ruten auf den speziellen Bootspods abzulegen. Unter Deck waren zwei Schlafplätze inklusive Matratzen und ein paar provisorische Ablagen für die wichtigsten Gegenstände wie Receiver, Hakenköder und Tackle Box. Das Boot war eben voll und ganz auf Karpfenangeln ausgelegt.

Sofort fiel mir auf, dass Gerald sich erstaunlich viel Zeit zum platzieren seiner Rigs nahm. Der Bereich, den wir beangelten glich einem regelrechten Unterwasserwald. Oft standen Krautfahnen bis an die Oberfläche - kleine Krautlöcher von 1-2 Quadratmetern waren alles was hier blieb, um einen Köder sauber anzubieten und die Fische wussten genau, dass es hier was zu holen gab, denn schon wenige Stunden später ging eine von Geralds 10ft-Ruten erneut krumm. Diesmal ebenfalls mit einem hübschen Spiegler - allerdings deutlich kleiner. Für Gerald kein Grund sich nicht genauso über seinen Fang zu freuen. Sympathisch! Ich beobachtete den Krautdrill zuvor gespannt aus der Ferne vom verankerten Boot, während er sich im Beiboot auf den Weg in Richtung Fisch machte. Waren die 10ft-Ruten kreisrund und boten keine weiteren Reserven, drillte Gerald schonmal per Hand gegen die Krautmassen an. Ein skurriler Anblick und eine echte Zerreissprobe für das Material - Geralds Multirigs hielten stand! Er setzt voll auf diese Präsentation, wenn er an dieser Art von Gewässern angelt.
Noch während der hübsche Fisch auf der Matte verweilte, und wir ein paar Erinnerungsbilder schossen, knatterte eine meiner Bremsen ohne Vorwarnung los - und zwar so richtig! Was war hier denn nur los?

Auch hier folgte ein harter Kampf gegen die dichten Krautmassen, die 2,75lb Longbows gingen unter dem Druck mächtig in die Knie bis schließlich ein steinalter Fisch in die Maschen glitt. Ich zitterte am ganzen Körper - der Drill im Wind mit dem 160er Beiboot glich einem Seiltanz und ich war bei weitem nicht so routiniert wie der Gastgeber. Der Tag verging wie im Flug und abends bot sich eine Großstadtkulisse, wie sie schöner nicht sein könnte. Das Boot lag ruhig auf dem spiegelglatten See und ich wollte unbedingt mehr über seine Angelei erfahren. Mehr dazu erwartet euch schon in 2 Tagen hier in der News-Section!


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