28.08.17

Burnout - Christoph Freuen

Nachdem ich meinen Most Wanted nach einigen Umstellungen, was Futter und Taktik betraf, auf meinem fest etablierten Futterplatz einfach nicht fangen konnte und dazu noch feststellen musste, dass sich jemand wohl heimlich ein Stück meines Kuchens sichern wollte. Sprich jemand angelte, wohlwissend das ich nur am Wochenende zum angeln da war, auf meinem Platz mit!

Ich musste raus aus meinem „Loch“. Mir fing alles an auf die Nerven zu gehen, der kleine Platz auf dem man sich kaum bewegen konnte, der heimliche Mitangler und die scheinbar auf meinem Platz geparkten immer gleichen Fische. Wo war ER? Ich wechselte die Stelle und bereitete kurzfristig etwas vor. Wenn ich einmal zwei Nächte am Stück bleiben wollte, probierte ich die erste Nacht eine andere Taktik als in der zweiten. Die erste Nacht angelte ich z.B. nur mit Chodrigs und die zweite dann nur mit normalen Tigernüßen. Dies brachte auch in der zweiten Nacht Fangerfolg, was sonst nicht oft der Fall war. Ich war im Modus, fing Fische aber die Lust und Motivation sanken. Immer Wiederfänge, schöne Fische über die ich mich aber nicht mehr wirklich freuen konnte. Ein letztes Mal wirkliche Freude kam für mich mit dem Fang eines Graßkarpfens auf. Ich mag diese Fische und über ihn, klassisch auf Tigernuß gefangen, freute ich mich nach all den Widerfängen wie ein kleines Kind! Zwei halbstarke Schuppenkarpfen später sollte sich alles ändern. Um kurz vor 1.00 Uhr in der Nacht lief meine linke Rute, an der ich mein geliebtes Krank X Rig mit einem Wafter als Hakenköder montiert hatte ab. Während des Drills merkte ich schon das es sich um einen der deutlich größeren Seebewohner handelte. Nachdem er sich zweimal im dichten Kraut festgesetzt hatte, kescherte ich einen großen Spiegelkarpfen... Ist er es? Kurzzeitig wurde ich nervös. Beim Anheben wurde mir klar, es ist definitiv einer der Topfische, aber die Schuppen über der Bauchflosse... ER war es nicht! Ich hatte gerade einen Fisch mit über 25 Kilo vor mir liegen und hätte einfach heulen können. Nicht etwa vor Freude. Ich war enttäuscht.

Ich war so down, dass ich die Rute nicht neu auswarf. Eben auch nur ein Wiederfang. Nicht der Fisch, um den sich in meinem Kopf alles drehte, um den Fisch der als einziger noch zählte, der Fisch auf den mein ganzes Angeln wie im Tunnelblick ausgerichtet war!
Ich war fertig! Merkte selber, dass es das nicht war, das war nicht ich. Wenn ich so weiter machen würde, würde ich mir selber mein geliebtes Hobby, meine Passion zerstören. Wenn ich mich über einen so großen Fisch nicht mehr freuen konnte, war es kurz davor. Nach einigen Telefonaten und WhatsApps mit Freunden stand dann für mich fest, die Jagd ist an dieser Stelle vorbei. Ich musste hier und jetzt für mich einen Schlussstrich ziehen, ohne IHN gefangen zu haben, um mir selber die Freude am Hobby, den so oft zitierten Spirit, nicht zu nehmen. Auf geht’s, Wasser gibt es ja noch zu genüge!

In diesem Sinne, Keep the Spirit!
Christoph Freuen

Neuer Spot, endlich mit Bewegungsfreiheit

Platzwechsel die zweite...

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