19.10.16

Carp Gypsies #7 - der Dreh

Vollkommen überraschend änderte sich das Wetter schlagartig. Nur wenige Tage nachdem wir noch bei 37 Grad geschwitzt hatten, fielen die Temperaturen auf frische 27 Grad und ein ordentlicher Westwind blies. ANGELWETTER! Leider waren wir zu diesem Zeitpunkt damit beschäftigt, die Angel- und Bootslizenz für den Angler zu besorgen, der zusammen mit dem Kameramann kam und der für den Film zusammen mit uns angeln sollte. Um deren Aufenthalt von zehn Tagen so effizient wie möglich zu gestalten, waren wir also auf Ämtern und besorgten zudem noch die Drehgenehmigung bei der lokalen Polizei, die ausnahmsweise auch das Zelten gestattete. Immer wieder der Blick zum Himmel: Dunkle Wolken verdeckten die eben noch gnadenlos brennende Sonne. Wahnsinn, und wir gurkten mit dem Auto durch die Gegend. Man kann es sich eben selbst als Carp Gypsy nicht immer aussuchen... Egal, die Futterplätze wurden so auf jeden Fall richtig gut angenommen, es hieß noch ein bisschen auf die Zähne beißen und wieder eine ordentliche Ladung Tigernüsse kochen.

Am vierten und letzten Tag des windigen Tiefdruckwetters kamen die zwei dann auf dem Campingplatz an. Und nach einem cafe cortado ging es dann auch gleich los. Platz Nummer zwei, den wir bisher nur gefüttert und noch nicht beangelt hatten, stand auf dem Programm. Ich fischte rechts, Julien links und Caroline begnügte sich mit der Mitte. Der Wind stand noch volle Kanne auf unseren Platz und es dauerte nicht lang bis wir ein paar springende Fische sahen und die ersten Bisse bekamen! Warum auch immer: Caroline und ich verloren die ersten drei Bisse, in Folge! Unglaublich und was für ein Stress vor der Kamera (Im Nachhinein denke ich, dass es channel catfish waren)! Doch was danach passierte, sprengte wirklich alles: am zweiten Tag fing ich nicht weniger als zehn Karpfen, wovon einer genau 20 kg wog! Das wirklich bizarre daran war aber, dass weder Caroline noch Julien auch nur einen Karpfen fingen. Das war hartes Brot, sicherlich für Julien, der natürlich gerne seinen ersten spanischen Karpfen vor der Kamera gefangen hätte. Also bot ich ihm an, dass wir uns bei meinen Ruten abwechseln könnten oder, dass er meine rechte Seite für sich haben könnte. Das wollte er aber nicht und so machte ich mich mit ihm am dritten Tag auf zu unserem Platz Nummer eins, circa zehn Kilometer entfernt, der noch mal eine Ladung Futter bekommen sollte. Mit seinem Motorboot schossen wir über den See und ich fütterte wieder auf der rechten Seite, wie schon mit Jo, und überließ ihm die linke Seite. Jeder versorgte seinen Platz mit circa zehn Kilo Boilies und Tigernüssen.


Schroff, aber von tiefer Schönheit

Für die Kamera angeln gleich Stress

Zurück am Platz Nummer zwei wieder das selbe Spiel: Ich fing mich auf der rechten Seite doof, die Mitte und links waren wie tot. Julien wollte ich auf jeden Fall nicht noch mehr von meiner Fangorgie zumuten und bot ihm an, dass er schon einen Tag vor uns auf Platz Nummer eins gehen konnte, mit freier Seitenwahl. Leider hatte Julien die Seitenwahl allerdings anders interpretiert, als ich mir das vorgestellt hatte, und fischte links so wie rechts. Die Fangmeldungen, die in den nächsten 24 Stunden via Whatsapp eintrudelten, waren kaum mehr zu glauben. Zeitgleich schlief bei uns der Platz ein. Also saßen wir da und warteten bis mehr und mehr Fangmeldungen kamen. Die Lust jetzt noch auf den Platz zu wechseln, nachdem die ersten und großen Früchte des Futterplatzes bereits genossen waren und wir eine Seite für uns einfordern mussten, verging mir dabei immer mehr. Doch gab es noch einiges für den Film zu drehen und es galt auf die Zähne zu beißen. Nach 72 Stunden holte uns Julien dann mit seinem Motorboot ab und wir verbrachten zusammen noch drei Tage, wobei wir leider feststellen mussten, dass die Fische von links kamen und uns die drei Ruten auf der linken Seite komplett abblockten. Also saßen wir da und blankten (wie sehr wünschte ich mir noch einen dicken Fisch für Caroline) und Julien fing links am laufenden Band. Wie auch immer, der Dreh war auf jeden Fall ein voller Erfolg, mit unglaublichen Drohnenaufnahmen, spektakulären Drills und wunderschönen Karpfen. Und das quasi noch im Hochsommer, wo hier jede gefangene Gräte zählt. Doch jetzt muss ich mich erst einmal ein paar Tage ausruhen, denn so ein Dreh zehrt uns ganz schön aus...

Das Lichtspiel beobachten, bis die Nacht einkehrt

Stolz zeigen

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