15.08.14

China-Power - Sebi Roth

Dass Sebastian Roth uns im Sommer Fotos gewaltiger Graser schickt, hat mittlerweile Tradition. Sebi weiß, wie man die kapitalen Asiaten gezielt angeht und teilt seine Erfahrungen gerne:

Gerade in den Sommermonaten wo unsere Rüsselfreunde durch hohe Wassertemperaturen und sehr viel natürlicher Nahrung unsere Köder nur noch spärlich fressen, kann man bei vorhandenem Graskarpfenbestand das Sommerloch mit wahren Sternstunden schließen. Ich habe mich in den letzten Jahren gerade zur heißen Jahreszeit gezielter diesen ursprünglich aus China stammenden Fischen gewidmet. Der Graskarpfen ist ein wirklich toller Sportfisch und gibt im Uferbereich dem Wort Drill eine neue Bedeutung. Zwar kämpfen diese Fische nicht direkt nach dem Anbiss und der so heiß geliebte Run bleibt in den meisten Fällen aus, doch vor dem Kescher beginnt ein Feuerwerk das schnell zu weichen Knie führen kann. Da diese Fische ab einer Wassertemperatur von 20 Grad nur noch am Fressen sind, kann man auch ideal ohne vorgefütterten Platz den Torpedos auf die Schuppen rücken. Hier ein kleiner Einblick wie ich vorgehe.

Rigs: Für den Fang von großen Grasern hat sich ein etwas längeres Chod Rig von etwa 7cm als perfekt erwiesen. Oft konnte ich nachts mit der Taschenlampe im Uferbereich beobachten, dass Graser junge Pflanzen nicht im Wurzelbereich abfressen, sondern erst den oberen Teil. Somit liegt es nahe, diese Fische mit einem Köder zu fangen, welcher über dem Boden präsentiert wird. Mein Rig besteht aus einem 75cm langen Leadcore Chod Rig System, an welches ich ein 7cm MouthTrap Vorfach mit einem 6er Choddy Haken knüpfe. Der Choddy ist ein Haken der perfekt in dem harten Maul der Graser greift und auch dem starken Druck der extremen Uferfluchten locker standhält. Alternativ zum klassischen Chod Rig kann man auch das Hinged Stiff Rig an der Hybrid Lead Clips Montage einsetzten.

Köder und Futter: Als Köder verwende ich stark auftreibende Fluro Pop Ups je nach Wassertrübung in Gelb, Weiß oder Pink. Graser lieben es süß und aus diesem Grund haben sich die klassischen Fruchtaromen als wahre Fangmagnete herausgestellt. Um einen zusätzlichen Kick zu setzen kann man die Köder einen Tage vor dem Fischen in Dip legen. Dies lockt die Graser spürbar schneller zum Köder und ich konnte mit eingelegten Baits mehr Anbisse verzeichnen. Da Graser Zugfische sind und keine festen Stand- und Fressplätze einnehmen, kann man sie mit ausreichend Futter am ganzen See fangen. Wichtig ist, dass man die Fallen nicht zu tief anbietet, denn Graser lieben die Wärme und somit die flacheren Zonen. Viele Fische konnte ich nachts in gerade einmal 1m Wassertiefe fangen. Um die Fische länger bei Laune zu halten, füttere ich immer einen großen Bereich um die ausgelegten Fallen. Keine Angst vor größeren Mengen Futter, denn der Graser ist ein wahrer Vielfraß und macht einen Platz mit 2kg Boilies in kurzer Zeit leer. Als Futter setze ich auf süße, schnell arbeitende Boilies wie z.B. Tropicana oder Honeycana von T.T. Baits. Gekochter Hartmais ist zwar auch sehr gut geeignet, jedoch stellen sich die Brassen und große Döbel auch gerne mal auf dieses Futter ein. Vorfüttern ist in einem Baggersee mit gutem Graskarpfenbestand mit 2-3 Tagen völlig ausreichend angesetzt. Wer Menge bringt, gewinnt an Fisch.

Fische finden: Graser fressen Pflanzen also finden wir sie auch dort wo man sonst nicht so gerne seine Fallen auslegt. Aus diesem Grund auch ein großer Vorteil: Chod Rigs. Hier kann der Köder direkt über den Pflanzen angeboten werden. Wichtig ist, dass Ihr beim Auswerfen den Wurf abbremst und das Blei an bespannter Schnur zu Boden sinken lasst. Nach dem Absinken geben wir Schnur, damit sich der Leader auf den Konturen anpassen kann.

Wenn ihr ohne Vorfüttern Erfolg haben wollt, haltet die Augen offen. Graser zeigen sich sehr gerne an der Oberfläche. Achtet auf unruhige Wasserzonen und Rückenflossen die die Oberfläche durchbrechen. Solltet ihr Fische sehen, könnt ihr diese direkt anwerfen. Oft folgt nach wenigen Minuten auf einen grellen Single Hookbait ein Biss. Viel Erfolg,
Sebi

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