06.06.17

Chod sei Dank - Max Brodehl

Freitagnachmittag, ich lege den Stift aus der Hand, fahre meinen Rechner auf der Arbeit herunter, starte die Zündung am Auto und fahre Richtung Heimat. Es geht an den See – nein, leider nicht zum Angeln, zumindest noch nicht. Ich möchte potentielle Plätze auszuspähen. Heute stehen noch private Verpflichtungen an, morgen Abend leider auch. Aber morgen früh lässt sich eine Kurzsession einrichten. Am Wasser übernachtet habe ich während der bisherigen Saison nur selten. Kurzsessions waren in dem ersten Jahresviertel angesagt. Damit diese auch zufriedenstellend ausfallen, bedarf es einer intensiven Vorbereitung. Also war ich im weitesten Sinne doch unterwegs zum Angeln – schließlich habe ich mit der kurzen Zeit am See meinen kommenden Ansitz vorbereitet. Für mich beginnt Angeln auch dann, wenn die Eisen noch nicht im Feuer liegen.
Eine interessante, flache Bucht, welche den Tag über viele Stunden Sonnenschein abbekam, sah auf den ersten Blick vielversprechend aus. Weiterhin wehte ein milder Wind genau auf diese Uferseite. Als ich dann auch noch einen Fisch rollen sah, war die Platzwahl gedanklich schon fix. Kennt ihr das Gefühl, wenn man einfach denkt: “Ja, das passt. Hier muss doch was gehen!“ Genau dieses Gefühl kam in mir hoch, als ich am Ufer begeistert auf das Wasser starrte. Das Wetter war die letzten Wochen total unbeständig. Mal blitzte die Sonne hervor, dann regnete es und die Nächte waren noch ar***kalt.
Ich erhoffte mir mit einem Spodmix und etwas Teig den zukünftigen Spot für die Fische interessant zu machen. Den Spodmix fütterte ich sehr punktuell. Mein Gefühl sagte mir, dass die Fische noch immer träge und nicht 100% in Fresslaune sind. Ich längte meine Spodrute ca. 1,5 Rutenlängen kürzer ab im Vergleich zu den Angelruten. Das hätte dann mit der Tiefe an diesem Spot genau passen müssen. Der Boden war ganz leicht mit Kraut bedeckt, weshalb der leichte Spodmix und ein Chod Rig aus meiner Sicht die richtige Wahl war. An einer zweiten Stelle, welche im flacheren Wasser befischt werden sollte, bekamen die Fische ein paar Teigkugeln aufgetischt.
Zufrieden fuhr ich nach dem Auskundschaften und Füttern nach Hause und freute mich schon auf den darauffolgenden Tag. Samstag ging es dann morgens an den See – es herrschte Sonnenschein und ein milder Wind. Besser hätten sich die Bedingungen nicht anfühlen können.
Meine Ruten habe ich wieder abgelängt, mit einem Chod Rig bestückt und um das Blei noch etwas Teig geknetet. Ich beschloss den Tag über alle halbe Stunde ca. 5 Spombs mit dem Partikelmix punktgenau nachzufüttern. Das sollte auf der einen Seite gewährleisten, dass auch wieder Futter für die größeren Seebewohner vorhanden ist und vor allem soll es den Platz wieder interessant machen. Ich habe mal eine Gopro im See versenkt und über diesem Spot dann mit einem Spodmix angefüttert. Sobald die Futterrakete an der Wasseroberfläche einschlug und der Mix in Richtung Boden rieselte wimmelte es plötzlich von diversen Friedfischen. Angefangen bei kleinen Rotaugen bis hin zu den echten Big Boys. Nach kurzer Zeit nahm das Schauspiel dann wieder ab, doch bei der nächsten Futteraktion dann dasselbe Szenario.
Unmittelbar nach dem vierten Mal Füttern bemerkte ich ein leichtes Zupfen an der linken Rutenspitze. Keine 5 Sekunden später lief die Rute dann im Eiltempo ab. Ein schöner Schuppi hing bombenfest am Chod Rig. Ich freute mich riesig über den Fang während meiner Kurzsession. Manchmal passt es einfach – Chod und Spod sei Dank.

Bei kurzen Sessions musst du wachsam sein

Die Rakete war kaum eingeschlagen...

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