02.09.15

Das geht auch einfach - Marco Krauth

Jeder wird diese Momente kennen, Momente welche einem den letzten Nerv rauben. Man versucht wirklich alles, um einen der Cypriniden dieses Gewässers, das momentan beangelt wird über die Maschen des Keschers zu führen. Die Rigs werden farblich dem Gewässergrund angepasst, ja sogar der Haken wird bemalt, um mit der Welt unter Wasser eins zu werden – zu verschmelzen. Damit vermutlich fressende Fische nicht mit der Schnur in Berührung kommen. Dazu kommt ein Stück mit Tungsten verarbeiteter Tube vors Blei, damit auch ja alles sauber am Grund kleben bleibt, so dass die Fische keinen Verdacht schöpfen. Auch ich bin ein Verfechter solcher Taktiken. Aber wenn es die Situation fordert versuche ich schon ziemlich viel, um doch noch den gewünschten Erfolg zu haben. Denn was gibt es schöneres als wenn die Taktik auf geht und man sich für die Mühen belohnen kann? Am besten noch bei aufgehender Sonne eines Sommermorgens, mit einer frischen Tasse Kaffee, während Nebelschwaden über der Wasseroberfläche ihre Kreise ziehen. Atemberaubend!

Jedoch ist es nicht immer so. Nicht immer muss alles verkompliziert werden. Es gibt auch Tage, an denen alles so simpel und einfach erscheint. Es bedarf keine besonderen Variationen welche vor und hinter das Blei geschaltet werden. Nein. Simple Monovorfächer mit weichem Haar, welches aus Super Natural gebunden wird, reichen vollkommen. Die Frage allerdings ist, woher weiß man wann solch einfache Montagen verwendet werden können? Gut, prinzipiell gilt, immer! Ich kenne einige Leute, die ausschließlich solche Rigs fischen und damit Erfolg haben. Sie machen sich keine großen Gedanken über Dinge wie Vorfächer oder der gleichen, was auch völlig in Ordnung geht. Aber, und jetzt kommt der springende Punkt, fangen sie mal nichts, waren keine Fische am Platz. So die Vermutung. Bei einigen Schnorchelgängen habe ich oft verdutzt feststellen müssen, dass mein Futter um den Hakenköder weg war, sich jedoch kein Karpfen hat fangen lassen. Ich denke nicht, dass der Haken nicht einmal in einem Fischmaul verschwand, bevor er wieder gen Grund flog.

Deshalb kommen bei solchen Situationen, wenn die Cypriniden vorsichtig agieren, kompliziertere Vorfächer, welche meiner Meinung nach schneller in die Unterlippe eindrehen, an den Kwik Change Swivel.Deshallb gehe ich meistens wie folgt vor: Komme ich an einem Gewässer an, verwende ich zunächst die „komplizierteren" Rigs in welche ich 100prozentiges vertrauen habe. Saugt ein Fisch den Köder an, kann ich mir sicher sein, dass der Karpfen den Haken nicht mehr los werden wird – meistens jedenfalls. Merke ich dann, dass die Fische ohne Argwohn fressen und ich mehrere Läufe in Folge habe, dann kommt das simplere Vorfach ran. Denn warum „kompliziert“ wenn es auch einfach geht? Das spart ja auch Zeit. Einfach, das bedeutet für mich ein simples Mono-Rig. Die lassen sich halt deutlich schneller knoten. Was allerdings immer beachtet werden sollte ist: Der Haken muss scharf sein! Klar fangen auch stumpfere Haken – irgendwann zumindest ;-)
Grüße Marco

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