09.11.15

Der Fully und der Fuffi Teil I - Michael Friedmann

In den vergangenen Wochen war es ruhig um mich und das nicht ohne Grund. Keine Frage, ich war angeln. Vor allem aber war ich vorbereiten. Ich bereitete ein Gewässer für den ersten Korda Germany/Austria Videodreh in Österreich vor! Aufgrund des schwierigen Reglements an diesem großen Baggersee mit einem Bestand an bemerkenswert großen Karpfen beschränkte sich diese Vorbereitung auf Beobachtungen. Wie an so vielen Seen an so vielen Orten dieser Welt hast du auch hier nur solange deine Ruhe, wie du nichts fängst. Sobald der Bissanzeiger häufiger piept, sind die Plätze links und rechts von dir besetzt mit Pech dann auch schnell dein eigener – ihr kennt das sicher alle gut genug. Dabei ist der See doch wirklich groß genug. Jedenfalls durfte das natürlich nicht passieren, nicht, wenn Christopher Paschmanns und Kollege Kevin Diederen für diese Session, diesen Dreh satte 10 Stunden im Auto verbringen würden. Da hing viel dran! Ich wollte nichts dem Zufall überlassen… Also wählte ich von vorneherein den Seeteil, der den geringsten Angeldruck erfuhr. Hier sollten wir mehr Ruhe haben. Jetzt galt es, in diesem bis sieben Meter tiefen und bis sieben Meter vollständig zugekrauteten See freie Stellen in Wurfweite zu finden. Das war die erste Hürde. Dann standen Testsessions an. Und das ging auf! Mir fiel ein Stein vom Herzen, auch in diesem Seeteil ließen sich Fische fangen. Ja und was für welche: Ich angelte dreimal und fing nur eine Handvoll Karpfen, doch bei jeder Kurzsession war ein 20-Kilo-Fisch dabei. Die Highlights: ein massiver 46er Spiegler und ein kräftiger 46er Schuppi!

Wurf-Set Up: Safe Zone Leader, Distance Lead, IQ2 20lb Vorfach

Gut gerüstet, Rigs sind ready

Zum Glück war den anderen mein Erfolg entgangen und ich veröffentlichte auch genau deshalb nichts davon. In der Woche vor unserer Videosession entschied ich mich, nichts mehr zu fangen, aber am Wasser zu sein. Naja, viele werden jetzt mit dem Kopf schütteln, andere, die bereits ähnlich schlechte Erfahrungen sammeln mussten wie ich, werden mich vollends verstehen und jubeln wenn sie das lesen: Ich ging für eine Kurzsession an meinen ausgewählten Platz und warf auch beköderte Vorfächer auf die angestammten Plätze – aber eben ohne Haken. "Enttäuscht" konnte ich dann unter Zeugen einkurbeln – ohne Erfolg – und wenn ich gefragt wurde, wie es lief, naja, dann konnte ich ohne zu lügen sagen: "Ich hatte nix." Leute, versteht mich nicht falsch! Ich bin der letzte, der an Infos spart und mag das gesellige Angeln! Aber wenn sich einer ins gemachte Nest setzt und das an einem riesigen Baggersee mit genug Platz und Chancen für alle, dann ist das für mich ein absolutes No Go! Das kann und wird doch hoffentlich jeder verstehen! Leider zahlte ich da schon all zu oft Lehrgeld und der freundliche Angler von gestern sitzt schon heute so ganz zufällig auf dem von dir mühsam entkrauteten Platz, als wäre es ganz normal. Jedenfalls wechselten wie durch ein Wunder mehr und mehr Angler in den anderen Seeteil. Viele fingen dort dann tatsächlich auch, also alles halb so wild. Für unsere Drehsession standen die Zeichen gut, Christopher und Kevin konnten kommen. Ich war sehr guter Dinge, dass uns da was Dickes bevorstand. Doch was dann wirklich geschah lest ihr in Teil II.
Tight Lines,
Michael Friedmann

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