10.11.15

Der Fully und der Fuffi Teil II - Christopher Paschmanns

Stau satt – so eine Fahrt nach Oberösterreich kann sich ganz schön ziehen, wenn der Verkehr nicht mitspielt. Und so saßen Kollege Kevin Diederen (Marketing Benelux) und ich statt 7 Stunden glatte 10 im Auto – mit gemischten Gefühlen. Würde sich die Reise zu Michael Friedmann lohnen? Wir wollten diesmal selbst mit unseren DSLR-Kameras filmen, ohne unseren Kameramann Daniel. Denn der ist mit dem Schnitt der Masterclass 2016 und der Beiträge für die Carpzilla-Kinotour beschäftigt. "Das kann voll aufgehen, es kann aber auch ein Blank werden…" hatte mein Freund und Korda-Teamangler Michael gesagt. Gut, so ist angeln, oder nicht? Nach ewigen Kilometern vorbei an Baustellen und Stopps mit schlechtem Rasthofessen kamen wir endlich an, es dämmerte bereits. Michl war sichtlich nervös. Wie mantrisch flüsterte er immer wieder: "Das passt schon. Das Wetter ist doch top." Es war für mich die Casting-Königsdisziplien, die zwei Ruten präzise auf große Distanz in ein vielleicht gerade mal 3 Quadratmeter großes Krautfeld zu werfen. Ohne Distance Sticks, einen fixen Punkt am Horizon und einen mit Steinen markierten Abwurfpunkt wäre es hier faktisch unmöglich, zu angeln. Denn fliegt die Montage auch nur einen Meter zu weit nach rechts oder links, liegt sie in meterhohem Kraut. Als die Rigs endlich lagen, steigerte sich die Spannung ins Unermessliche. Nebel kam auf, es wurde kälter. Und dann kam der erlösende Ton: Piep, Piep, Piiiiiiiieeeeeppp – der Delkim überschlug sich förmlich, dann nichts mehr. Der Fisch hatte sich voll ins Kraut gebohrt. Ich konnte ihn mit stetigem Druck lösen doch meine Nervosität hatte sich wohl übertragen. Hektisch schlug mein Gegenüber mit dem Kopf…und stieg aus!!! FXXK… schrie ich in den Abend, Michl auch. Kaum hatten wir uns beruhigt, heulte sein Delkim los und er nahm uns mit einem 19,8 Kilo schweren Traumschuppi all den Druck von den Schultern. Doch das war erst der Anfang!

Michl mit dem 19,8 Kilo Schuppi.

Die Subbraid half bei den Krautdrills.

Es war der Anfang einer echten Sternstunde vor der Kamera. Das Wetter spielte uns voll in die Karten: auflandiger Wind, stetiger Luftdruck, kühle Herbsttemperaturen und hungrige Karpfen. Wir fingen einige tolle Schuppis zwischen 12 und 17 Kilo, ein herrlich beschuppter kleinerer Spiegler war ein erstes Highlight neben Michls großem Schuppi. Und dann kam der zweite Morgen: Da das Nachtangeln verboten ist, warfen wir unsere Ruten noch im Dunkeln des Morgens aus. Viele Würfe waren nötig, um alle sauber in Position zu bringen und auf dem Kiesboden der Krautlöcher landen zu lassen. Die Subbraid (sinkende Geflochtene) half mir dabei ungemein. Michael sollte den ersten Biss bekommen und ich erinnere mich noch daran als würde es gerade passieren. Immer wieder flüsterte er: "Alter, der steht. Alter des ist a richtig Guter!" Er sollte recht behalten. Der Blick auf den massiven Rücken des Schuppenkarpfens wischte alle Zweifel weg und die Waage machte es dann klar: 26,5 Kilo, 53 Pfund! Der erste Karpfen über 50 Pfund aus einem öffentlichen Gewässer, der bisher vor der Korda Germany-Kamera gefangen wurde! Wir feierten den massiven Charakterfisch wie kleine Kinder den Weihnachtsmann. Es war noch nicht lange hell, als wir die Foto- und Videosession mit dem mächtigen Fisch angingen. Ich freute mich riesig für Michael, er hatte es bei all seinem Einsatz sowas von verdient, diesen tollen Fisch zu fangen. Doch natürlich hoffte ich auch selbst jede Sekunde auf einen Ausnahmefisch. Tatsächlich sollte er kommen: Wir wollten den Großen gerade zurücksetzen, da ertönte zum ersten Mal bei dieser Session mein linker Bissanzeiger. Der Fisch legte starke Fluchten hin, suchte den Schutz im Kraut. Doch ich hatte ihn bald vorm Kescher und sah schon da, das ist nicht nur ein großer Karpfen, es ist ein irre schöner! Als sich die Maschen um ihn schlossen ballte ich die Faust. Ich hatte auf den letzten Drücker einen 20 Kilo schweren, voll beschuppten, auf einer Seite zweifarbigen Spiegler gefangen! Das beste daran: Wir schlossen diese Video-Session Seite an Seite mit zwei Traumfischen ab! Und diese Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt, morgen erfahrt ihr mehr im dritten und letzten Teil des großen Österreich-Updates.
Nutzt den milden Herbst,
Christopher Paschmanns

Zweifarbig, voll beschuppt, 20 Kilo schwer!

Yeeeeeesssss!

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