11.11.15

Der Fully und der Fuffi Teil III - Christopher Paschmanns

Kurz nachdem wir die beiden Traumfische wieder ihrem Element übergeben hatten, packten wir ein. Es waren definitiv einige Karpfen in unserem Areal, auch gute Fische. Doch wir sahen es als taktischen Schachzug, die Sache nicht überzustrapazieren. Zwei Tage Angeldruck, 16 Runs, das musste vorerst reichen. Der Plan: Eine Nacht am Pachtgewässer von Michael und seinen Freunden, dann Kevin zum Flughafen bringen, damit er nach Eindhoven zurück kommt, dann wieder an den Baggersee und auf eine zweite Big Fish-Chance hoffen. Und so haben wir es auch durchgezogen. Die Nacht am kleinen, mitten in einem alten, verwunschenen Wald gelegenen Pachtwasser war herrlich entspannt. Wir gönnten uns was Gutes vom Grill und auch Kevin fischte mit zwei meiner Ruten mit – doch ohne Erfolg. Der See hat einen sehr geringen Altbestand und der Luftdruck ging durch die Decke. Das sorgte zwar für eine tolle Atmosphäre an diesem Kleinod, schlug den Fischen aber auf den Magen. Doch ganz ehrlich, die Ruhe tat uns dreien sehr gut! Und tatsächlich gelang es mir mit reichlich Glück auch hier noch, während des Einpackens einen Ausnahmefisch zu fangen: Beim Einholen des letzten Rigs ging ein heftiger Schlag durch die Rute, gefolgt von einer langen Flucht. Was war das denn? Wir dachten schon an einen gerissenen Graser oder Karpfen. Doch im Kescher landete eine makellose, stattliche Hechtdame von 1,06 Metern Länge! Der alte Räuber hatte sich doch tatsächlich den pinken GOO Pop Up gepackt. Der 6er Kurv Shank XX saß perfekt im Maulwinkel und das 30lb Kamo-Material hatte auch gehalten – Glück muss man haben!

Tolle Stimmung am Waldsee

Beim Einholen biss der 1,06 Meter lange Traumhecht

Nach einem gemeinsamen Essen am Flughafen verabschiedeten wir Kevin und übernachteten bei Michaels Freundin, bevor es morgens wieder ans Wasser ging. Die Bedingungen hatten sich grundlegend geändert: Nachtfrost, dichter Nebel, eisige Tage. In den beiden Folgetagen halbierte sich die Anzahl der Bisse, doch das Schnittgewicht stieg, neben mehreren Schuppis der 19-Kilo-Klasse durchbrach auch ein besonders runder alter Schuppenkarpfen wieder deutlich die 20-Kilo-Marke. Und auch wenn ich gerne noch länger geblieben wäre, die Herbststimmung und die Chance auf einen echten Riesen genossen hätte, die Arbeit in der Heimat rief. Noch beim Einpacken, sozusagen als Abschiedsgruß, biss ein hübscher Schuppi. Wir wollten es in die Länge ziehen, trugen jedes Teil einzeln zu den Autos. Doch irgendwann fielen die Kofferraumklappen dann endgültig zu. Wir klatschten ab, beide in der Gewissheit, das diese Session besonders war. Auf der Rückfahrt machte mir der Stau nicht ganz so zu schaffen. Schließlich hatte ich ein paar schöne, aktuelle Erinnerungen, die ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen konnte.
Christopher Paschmanns

Choddy 6, IQ2 20lb, weiches Haar, Big Fish 60 von BSS

Bis zur letzten Sekunde hoffen...

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