01.05.18

Der Saubodensee und seine Wasserschweine #1 - Johannes Braith

Johannes Braith und Gerald Melzer erfüllten sich Ihren Kindheitstraum und pachteten gemeinsam einen See. Die Reihe „Der Saubodensee und seine Wasserschweine“ erzählt von den Erlebnissen rund ums Angeln und dem Bewirtschaften eines Privatsees.
Ein lang gehegter Traum sollte dieses Jahr in Erfüllung gehen. Bereits als kleiner Junge träumte ich davon einen eigenen Teich zu besitzen bzw. zu bewirtschaften. Ein passendes Gewässer in der Nähe meines Wohnortes zu finden, glich jedoch der Suche einer Nadel im Heuhaufen. Auch war es mir aus zeitlichen Gründen unmöglich ein Gewässer alleine zu bewirtschaften. Als ich vor einem Jahr mit Gerald Melzer, einem Freund und Kollegen aus dem Team Korda Österreich, eine Session an einem kleinen Pool startete, kamen wir auch auf dieses Thema zu sprechen. Gerald ist ein wirklicher Carp-Head und liebt das Angeln. In ihm fand ich den perfekten Mitstreiter, der genauso verrückt wie ich war, um ein Projekt in dieser Kategorie zu starten. Monate verstrichen und es verging nahezu kein Tag an dem wir nicht das Internet durchforsteten, um ein passendes Gewässer zu finden. Doch entweder waren die Seen zu weit weg, zu klein oder einfach unleistbar. Doch dann war es endlich so weit. Wir fanden unser Traumgewässer, den Saubodensee. Noch am selben Tag vereinbarte ich einen Besichtigungstermin und konnte meinen Augen nicht trauen. Eine ca 5 ha große Wasserfläche mitten in einem Auwald gelegen ließ meinen Puls schneller werden. Die Ufer waren mit leuchtendem Schilf umgeben und dichtes Kraut wuchs in dem bis zu 7 Meter tiefen Gewässer bis an die Oberfläche. Nach einer kurzen Rücksprache mit Gerald fassten wir den Entschluss den See zu pachten.
Das Abenteuer begann somit im Frühjahr 2018 und damit auch die Arbeit. Wir mussten Wege freischneiden, Stege reparieren sowie Plätze herrichten. Insgesamt errichteten wir 4 kleine Swims. Somit würde auch bei einer Vollbesetzung jeder noch genug Platz haben. Insgesamt vergaben wir 3 Jahreskarten an uns bekannte Angler. Das Sauboden Syndicate wurde geboren. Der Angeldruck sollte so gering wie möglich und das Gewässer somit exklusiv gehalten werden. Über den Bestand wussten wir wenig bis gar nichts. Das machte die Sache nochmal um vieles spannender. Besatzmaßnahmen ließen wir vorerst außen vor. Im ersten Schritt galt es den Fischbestand zu erheben und so viele Fisch wie möglich zu fangen.
Ich war bereits einige Male am Saubodensee. Doch bis jetzt hielt ich eher Sparten und Schaufeln denn Angelruten in meinen Händen. Ende April sollte es dann endlich soweit sein. Die Temperaturen gingen stark in die Höhe und es war für April untypisch warm. Ich wählte einen der neu errichteten Swims im letzten Eck des Sees. Von dort hat man einen guten Überblick und kann die Wasseroberfläche ideal beobachten. Außerdem war es möglich verschiedene Bereiche des Sees zu befischen. Ich benutzte kleine Pop Ups und Wafter von Mainline und verwendete Groundbait sowie Boilieteig als Beifutter. Mein Plan war es nicht zu selektieren, um ein Gefühl für den Bestand zu erhalten. Der See hat viele Strukturen und ist größtenteils mit dichtem Kraut bewachsen. Die Montagen legte ich in verschiedenen Gewässertiefen und –bereichen ab. Ein Multirig mit einem kleinen weißen Pop-Up kam auf eine flachen Bereich in nur 90cm Wassertiefe auf einen hellen Schotterfleck. Durch die starke Sonneneinstrahlung ging ich davon aus, dass unsere beschuppten Freunde diesen Bereich gerne aufsuchen würden. An mein Lieblingsrig, ein simples No-Knot Rig mit einem Kurv Shank XX kam ein Wafter, welcher in ein Krautloch in sieben Meter Tiefe versenkt wurde. Die dritte Montage wurde Ufernah mit einem Zig-Rig platziert. Untertags war es sehr ruhig und die einzigen Fische die sich blicken ließen waren Hechte, die auf der Jagd nach Rotfedern waren.

Im Morgengrauen war es dann endlich soweit und ich kreiste mit meinem Schlauchboot über die dicke Schlagschnur die direkt in ein dichtes Krautfeld ragte. Der Fisch steckte fest und ich versuchte vorsichtig die Schlagschnur mit der Hand an die Oberfläche zu ziehen. Ab und zu spürte ich, dass der Fisch noch am Haken hing und mit schweren Kopfschlägen gegen das Blei schlug. Ich veränderte den Winkel von dem aus ich Druck ausübte und konnte den Fisch tatsächlich befreien. Kaum war der Fisch frei, surrte die Bremse und ich konnte den Fisch im Freiwasser ausdrillen. Ein wunderschöner und wirklich bulliger Schuppi landete in meinem Kescher und ich war überglücklich meinen ersten Sauboden Fisch überlistet zu haben. Ich plante noch zwei weitere Nächte und war so unter Strom wie schon lange nicht mehr beim Angeln. Die Ungewissheit was sich in den Tiefen befindet machte jede Sekunde zu einem unvergesslichen Erlebnis. In der Zwischenzeit bezog auch Gerald einen der Swims am anderen Ufer des Sees. Ich genoss die Ruhe am Wasser und beobachtete ein Eidechsenpärchen, welches die Sonne scheinbar genauso genoss wie ich. In den weiteren 48 Stunden konnte ich insgesamt noch 4 Fische fangen. Alle Spots liefen und die einzigen Beifänge waren dicke Schleien, über die ich mich sehr freute. Insgesamt war ich super happy über das Ergebnis und auch Gerald war sehr erfolgreich. Mehr dazu erfahrt ihr in der Nächsten Story vom Sauboden-Syndicate.
Johannes

Das Zauneidechsenpärchen sonnte sich auch.

Sonnenaufgang am Saubodensyndikat

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