24.03.15

Der Sonne entgegen - Luis Tempel

Mit gerade 18 Jahren ist Luis Tempel als Angler und vor der Kamera schon sehr erfahren: Luis ist aktuell mit "Moments of Adrenaline" in aller Munde. Diese DVD hat er zusammen mit Maximilian Byszio unter dem Namen Carp.Fin herausgebracht – eine echte Empfehlung. Luis hat den Winter etwas verkürzt und seine Feiertage im Süden Frankreichs verbracht, lesen Sie selbst:

Der kalte Winter ist wie jedes Jahr aufs Neue ein Geduldsspiel für uns Karpfenangler. Kälte, Regen und Schnee oder sogar Eis, machen es uns nicht leicht. Oft fühlt man sich eingeengt in seinen vier Wänden und vermisst seine Leidenschaft. Dieses Gefühl kennt wahrscheinlich jeder von uns in der kalten Jahreszeit. Dieses Jahr beschlossen mein Kumpel David und ich jedoch, einen anderen Weg einzuschlagen. So zog es uns Ende Dezember nach Südfrankreich. Dorthin wo die Bäume noch grün und die Fische in Beißlaune sind. So hofften wir zumindest, bevor wir unsere Tour kurz vor Heiligabend starteten. Doch so weit sollte es vorab nicht kommen. Wir fuhren die letzte Tankstelle an, bevor es für uns von der Autobahn abging. Ich tankte das Auto voll, ging bezahlen, bedankte mich höflich beim Kassierer und drehte den Zündschlüssel. Dies erzeugte keinen Ton! Der Schock saß tief, doch davon ließen wir uns unsere gute Laune nicht verderben. Wir fragten uns bei sämtlichen Franzosen nach einem Überbrückungskabel durch. Vergeblich... Und wie von Geisterhand sprang die Karre plötzlich doch wieder an...

So kamen wir um 6 Uhr morgens am See an. Schon zu dieser Uhrzeit zeigte uns das Thermometer im Auto eine Temperatur von 13 Grad. Unglaublich! Während wir den Tag zuvor noch im kalten Hamburg standen und unsere dicke Winterjacke nicht missen wollten, schien hier die Sonne. Wir entschieden uns für das sonnige Ufer. Die Sonne schien hier fast den ganzen Tag drauf und machte es so vielleicht nicht nur uns, sondern auch den Fischen schmackhaft, diesen Platz zu wählen.

Die Taktik:
Wir fischten mit acht Ruten, die wir wie eine Pyramide staffelten. Somit fischten wir alle interessanten Stellen von vor den Füßen bis auf weite Distanz hinaus ab. Dies ist eine gute Taktik, um vorbeiziehende Fische, gerade in einem unbekannten Gewässer, abzugreifen. Da wir das erste Mal an diesem Gewässer waren, wussten wir nicht, wo sich die Fische aufhielten.
Als Köder verwendeten wir kleine 15mm Boilies von CBB, die wir überwiegend an Stiffrigs fischten. Um unsere Hookers vor den vielen Katzenwelsen, Krebsen und Weißfischen zu schützen, schrumpften wir diese in Super Wrap ein. Dies stellte sich als großer Vorteil heraus. Wir konnten unsere Köder ohne Bedenken mehrere Tage liegen lassen, während die Baits ohne Super Warp kaum eine einzige Nacht überlebten.

Der zweite Tag:
Der zweite Tag war angebrochen. Mittlerweile war Montag und ich beschloss zum Einkaufen zu fahren. Wir nahmen nur wenig Lebensmittel mit, um nicht nur Sprit, sondern in erster Linie Platz zu sparen. Ein weiterer Punkt ist die Haltbarkeit der Lebensmittel, denn ich kann nicht nur von Dosenfutter und Co. leben. Doch das Einkaufen in Frankreich stellte sich als nicht ganz so einfach heraus, da hier sichtlich andere Sachen als in Deutschland gegessen werden. So beschloss ich nach einem kleinen Einkauf noch einen Ort weiter zum Lidl zu fahren. Doch da sollte ich nicht mehr ankommen. Mein Handy klingelte und David berichtete mir von meinem knallharten Doppelrun. Ein älterer Mann half ihm glücklicherweise beim Drillen der beiden Fische. Als ich am Wasser ankam, war David noch voll in Aktion. Ich blickte auf zwei wunderschöne Bullen die vor mir in den Matten lagen. Nach einem schnellen Foto ließen wir die beiden wieder schwimmen, klatschen ab und freuten uns noch einmal über diese tollen Fänge. Nach diesem glücklichen Start erhöhten wir die Futtermenge ein wenig, um mehr Fische auf unsere Plätze aufmerksam zu machen und das mit Erfolg, denn in der Dämmerung folgten noch zwei weitere Wasserschweine.

Heiligabend:
Es war Heiligabend, als wir etwas ganz Besonderes kochen wollten, es schlussendlich aber doch nur Bratkartoffeln mit Cordon Bleu wurde. Mittlerweile waren wir völlig alleine am See und genossen es in vollen Zügen. Am Abend zischten wir noch ein kühles Blondes und legten uns schlafen. Als wir aufwachten, der seichte Nebel über das Wasser zog und eine weitere Rute ablief, war es bereits hell geworden. Ich kescherte den Fisch, steckte den Kescher auseinander und wollte ihn aus dem Wasser heben. Ich hatte mich gewaltig verschätzt, denn auf den wackeligen Steinen erwies es sich als nicht so einfach, den Fisch herauszuheben. Doch dann lag er in der Matte und wir waren überglücklich. Unsere Taktik schien aufzugehen. Fast täglich konnten wir mindestens einen französischen Spiegler fangen und das Ende Dezember! Es folgten weitere unvergessliche Tage, bis wir wieder die Heimreise antraten. Doch wie sollte es nicht anders kommen, trat pünktlich als wir über die Grenze fuhren starker Schneefall auf. Die Winterdienste hatten Probleme, gegen die Schneemengen anzukommen und die Straßen zu räumen. Schlechte Sichtverhältnisse und glatte Straßen machten mir das Fahren nicht gerade angenehm. So waren wir froh, als wir endlich wieder in Hamburg eintrafen. An die Temperatur von -7 Grad mussten wir uns zu diesem Zeitpunkt jedoch erstmal gewöhnen. Zum Glück ist jetzt endlich Besserung in Sicht und die Saison kann durchstarten! Hoffentlich geht sie für uns weiter wie sie begonnen hat ☺
tight lines
Luis Tempel

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