20.05.17

Der Traumfrühling - Felix Hetzmannseder

Ich schlenze die durchnässte Abhakmatte in meinen Bus, knalle die Schiebetüre zu und reihe mich wenige Minuten später auf die Autobahn ein. Musik an, Fenster auf und lasse mir die erfrischende Brise um die Nase wehen. Kein Zweifel der Frühling ist voll im Gange. Während ich Stück für Stück die 250 km fresse, lasse ich die letzten Wochen Revue passieren. Dieser Frühling entwickelt sich zu einem meiner besten überhaupt.

Schon ganze 4 Gewässer durfte ich in nur wenigen Wochen beangeln und es schien, als würde ich an jedem dieser Gewässer genau zur Prime Time auftauchen. Ein grandioser Saisonstart in den österreichischen Alpen bildete den Beginn einer echten Serie. Mehrere Fische, darunter auch eine fette Doublette von 2 wirklich guten Spieglern – Hammer! Die nächste Station war ein großer Baggersee in meiner Umgebung, den ich gemeinsam mit Andi anging. Nach einigen schwierigen Sessions im Spätwinter und nur einer Hand voll Fischen, tauchten wir dort erst wieder auf als die Wassertemperatur erstmals über die 10 Grad Marke stieg. Perfektes Timing! Der hohe Angeldruck, welchen wir dort vorfanden, erschwerte unser Vorhaben zwar, aber um es kurz zu fassen: kurzfristig habe ich mir einfach einige Tage unter der Woche frei genommen, um dem Angeldruck an den Wochenenden auszuweichen und dieser Plan ging mal so richtig auf. Ich wurde mit 2 ganz besonders schönen Charakterfischen entschädigt. Chodrigs mit verschiedenen, auffälligen und mit Goo gesoakten Pop-Ups stellten einmal mehr ihr Können unter Beweis. Neben einem 1 Meter+ Schuppi durfte ich auch eine echtes Juwel abschöpfen. Schuppen wie Apfelscheiben, über 20 kg schwer und ein Two Tone, gibt’s das? Was für ein ultrakrasser Fisch. Ich kann mich an ihm immer noch nicht satt sehen.

Mit dem steigenden Angeldruck gegen Ende der Woche folgte ich wieder meinem Bauchgefühl und entschied mich, das stark frequentierte Gewässer hinter mir zu lassen. Das fühlte sich deutlich besser an, als sich wie Sardinen einzureihen. Auch an dem ruhigen Gewässer lief es ganz gut. Aus dem letzten Herbst wusste ich, dass Tiefdruckphasen dort Wunder bewirken können. Pünktlich zum Wochenende stellte sich leichter Sprühregen ein und das Barometer fiel deutlich unter 980hPa. Perfekte Bedingungen. Vier Bisse in 2 Nächten, an einem sonst extrem launischen Gewässer sprachen für mich eine deutliche Sprache.

Last but not least entschied ich mich kurzfristig mit meiner Freundin für einen Kurztrip ins benachbarte Ausland zu fahren, um dort mit einem guten Kumpel an einem Gewässer zu Angeln, an dem die Zeit scheinbar vor 50 Jahren stehen geblieben ist. Ausgedehnte Seerosenfelder, umgestürzte Bäume, die weit in die Unterwasserwelt ragen und 21 Takes in nur 2 Nächten. Keine Riesen, die meisten vielleicht 15 -20Pfund schwer, jeder einzelne aber mit Charakter und urig. Große Fische sind ohne Zweifel das nachdem wir so oft streben, doch wer seinem Baugefühl folgt, sich von jeglichem Druck freimachen kann, wird Momente erleben, die für immer bestehen bleiben. Ich wünsche euch ein genau so intensives Frühjahr.
Felix Hetzmannseder.

Gut gesoakt ist halb gefangen

Gute Zeiten, schöne Erinnerungen

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