28.11.16

Die Donau #1 - Lehrgeld - Peter Haudum

Die heurige Saison am Fluss war alles andere als einfach. Der ständig schwankende Wasserstand und die damit verbundenen inkonstanten Wassertemperaturen durchkreuzten mehrmals die Pläne. Kaum war eine Schönwetterperiode, kündigten sich auch schon die nächsten Regenschauer an und sämtliche Arbeit war zu Nichten. Nichts desto trotz war dies stückzahlmäßig die beste Saison am Hauptstrom für mich.
Eine Session wird mir dabei, leider, immer in Erinnerung bleiben. Bereits beim Beladen meines Bootes verlor ich in der Steinpackung den Halt, stürzte und war erleichtert, dass ich mir nicht den Arm gebrochen hatte. Vielleicht hätte ich dies als Warnung betrachten sollen, denn das Schicksal nahm seinen Lauf. Mit schmerzverzerrtem Gesicht legte ich die Ruten bei einsetzendem Regen mit der Wathose im brusttiefen Wasser an der abfallenden Kante ab. Die Nacht verlief sehr gut, ich konnte mehrere Fische bis an die 10 kg Marke fangen, doch der morgendliche Wasserstandscheck mit dem Handy verhieß nichts Gutes. Aufgrund der starken Regenfälle sollte der Wasserstand rapide ansteigen, was für mich bedeuten würde, dass das Kraftwerk unterhalb die Schleusen öffnen wird und sich der Pegel auf dem Platz deutlich senkt. Nach einem kurzen Telefonat mit Dominik, der am Abend zu mir stoßen wollte, entschieden wir am Platz zu bleiben und eine Nacht anzuhängen. Nach Mittag hatte ich erneut einen Run, und mein Gegner zeigte mir bereits beim Anhieb seine weiß umrandete Schwanzflosse. Nach mehreren heftigen Fluchten vor dem Kescher wurde meine Vermutung bestätigt. Ich hatte einen Amur am Band. Leider schlug das Schicksal erneut zu, denn ich musste den Graser, der gerade so in meine Sling passte, ohne ihn zu wiegen bzw. zu fotografieren wieder in sein Element entlassen, da meine Kamera nicht fokussierte und meine Waage den Geist aufgegeben hatte. Als kleinen Trost fing ich noch einen Two-Tone Schuppi gerade als Dominik mit dem Boot anlegte. Nach dem Auslegen der Ruten bemerkten wir, dass sich der Pegel bereits senkte, doch laut Vorhersage solle dies sich bald einpendeln.
Gegen 1.00 Uhr weckte mich Dominik und wir konnten das wahre Ausmaß des Übels feststellen. Unsere Boote lagen beinahe im Trockenen. Unverzüglich beluden wir die Boote und kämpften uns gegen die starke Strömung an das gegenüberliegende Ufer um mein Auto zu beladen. Nun musste nur noch das Motorboot aus dem Wasser. Dominik begab sich, im Schein seiner Kopflampe und meiner Autoscheinwerfer, zu seinem Liegeplatz, doch dieser lag ebenfalls brach. Unsere letzte Hoffnung lag nun auf der nächsten Slipstelle, 5 km stromabwärts. Wir waren einfach nur heilfroh, dass nach dieser mehrstündigen Prozedur alles wieder sicher an Land verstaut war.
Flüsse sind faszinierend und unberechenbar zu gleich, aber aus diesem Fehler haben wir auf alle Fälle gelernt.
Und über vieles mehr, das wir gelernt haben, berichten wir auf der Carp Austria in unserem Vortrag!

Gedippte Big Fish 60 Boilies sind meine erste Wahl

Das Futter wurde dankend angenommen

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