22.12.16

Die Karpfen-Praline - Jan Brase

Der Winter war dieses Jahr schon sehr früh im Norden Deutschlands unterwegs und setzte seine Eisplatten direkt auf die Seen, so dass ans Angeln Ende November/ Anfang Dezember nicht mehr zu denken war. Die Karpfen haben sich natürlich rechtzeitig den Bauch voll geschlagen und brauchen nicht mehr großartig fressen. Ihr Stoffwechsel ist nun extrem runter gefahren und bewegt wird sich wenn überhaupt nur sehr langsam, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Man kann sich das ungefähr so vorstellen, als wenn wir Menschen einen Restaurantbesuch hinter uns haben und vom feinsten gespeist hätten. Der Bauch ist bis zum Anschlag voll und wir mögen uns kaum bewegen, der oberste Knopf der Hose ist auch schon aufgeknöpft, damit wir einigermaßen normal atmen können und der Druck auf dem Bauch entlastet wird. Wieder Zuhause angekommen mag man vielleicht an vieles denken, aber garantiert sind keine Gedanken dabei, die vom Essen zeugen. Ich denke, so ähnlich werden sich die Fische den kompletten Winter fühlen, wenn die Wassertemperaturen weit unter 7°C sind.
Aber ich möchte meine kleine Geschichte ein wenig weiter spinnen. Nehmen wir einfach mal an, wir haben am Abend mit guten Freunden ein paar Drinks zu uns genommen und gespeist wie die Götter. Wir sind vollkommen satt und einfach nur froh, wenn wir uns ins Bett legen und schlafen können. Nun kommen wir in die Wohnung und siehe da, auf dem Wohnzimmertisch liegen doch glatt selbstgebackene Pralinen der Freundin / Frau. Sie sehen wirklich zum Anbeißen aus und riechen verführerisch. Beim näheren Betrachten der Pralinen passiert es denn, wir können nicht anders und müssen unbedingt eine dieser Köstlichkeiten probieren. Da ist schnell vergessen, dass der Magen bis zu Anschlag gefüllt ist, dieses herrliche Glücksgefühl beim Naschen triumphiert gegenüber dem Verstand, das dir sagen will, dass du satt bist und nichts mehr runter bekommst. Mal ganz ehrlich, diese Situation hatte doch sicherlich jeder schon einmal.
Ich glaube bei den Fischen ist das nichts anderes. Auch wenn ihr Bewegungsradius im Winter überschaubar ist und sie nicht wirklich hungrig sind, werden sie sich ab und an mal einen Snack erlauben, wir müssen nur vorher herausfinden, wo sich die Fische aufhalten und unsere Speisekarte muss überzeugend sein. Das Karpfen von Natur aus neugierig sind, ist kein Geheimnis. Diese "Schwäche" mache ich mir im Winter zum Vorteil und fische ganz gezielt mit Ködern, die visuell und geschmacklich zum Besten zählen, was es derzeit unter Wasser zu fressen gibt. Ich nehme ohnehin schon auffällige Köder und pimpe sie noch zusätzlich mit Kiana Goo. Meine Lieblingssorten im Winter sind ganz klar Almond Surpreme und Bumbleberry, sie riechen fantastisch, ziehen schnell in den Köder ein und geben ihr Aroma stetig ab, so dass unter Wasser eine Futterwolke vom Feinsten entsteht. Außerdem sind meines Erachtens die daraus resultierenden Farben Rot und Pink ideal, um die Fische im Winter neugierig zu machen. Ich bereite mein Futter schon Tage vor meinem Ansitz vor. So ist gegeben, dass das Goo komplett im Boilie untergebracht ist und schön langsam unter Wasser als Wolke freigesetzt wird. On top kommt noch ein greller Pop Up oben drauf, jetzt sollte nichts mehr schief gehen. Als Beifutter verwende ich PVA Sticks aus halbierten und gecrushten Boilies sowie 4mm Pellets, die zusätzlich helfen sollen, die Karpfen am Futterplatz zu halten. Außerdem kommen noch circa 10 Boiliepralinen grob um den Hakenköder, nun sollte ich unter Wasser für reichlich Appetit gesorgt haben und glaubt mir, es gibt wie bei uns Menschen auch Karpfen, die nicht Nein zu Pralinen sagen können.

In dem Sinne, viel Spaß am Wasser!

Grüße
Jan Brase

Almond bringt den Kick

Farbe fängt einfach!

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