22.12.16

Die Nadel im Heuhaufen - Mathias Lange

Zwei bis drei Mal im Jahr zieht es mich an einen mittelgroßen Waldsee in Brandenburg. Der Bestand ist dort überdurchschnittlich gut für meine Region. Das Problem nur ist, dass der Großteil der Karpfen eher klein ausfällt. Das Durchschnittsgewicht liegt bei circa 5 - 10 Kilo. Zusätzlich bekommt der See jährlich neuen Besatz, sodass sich die ganze Sache noch schwieriger gestaltet. Wieso also tue ich mir das an? Es soll eine Handvoll Rüssler aus den Altbeständen geben, so sagen es zumindest die Alteingesessenen und der angehörige Fischer. Für mich ist der Reiz, einen besseren Spiegler zwischen den ganzen kleineren ans Band zu bekommen. Wenn es sie überhaupt gibt und es nicht einfach nur Gerede der Leute ist. Deshalb fahre ich immer mal wieder an diesen See, um heraus zu finden, was dort möglich ist. Zumal man dort auch richtige Spaßsessions erleben kann. Es ist auch eine kleine Abwechslung für mich, denn sonst sind es eher die größeren Naturseen, die ich befische und dort ist es eine ganz andere Angellei. Es ist wie die Nadel im Heuhaufen zu finden und gestaltet sich als absolut schwierig an die größeren Karpfen zu gelangen. Denn die kleinen Fische sind oft zuerst am Haken. Der größte Fisch für mich aus diesem Gewässer liegt momentan bei " gerade mal " 12,5kg, das ist dort aber schon ein richtig guter Fisch. Ich muss halt unterscheiden, wo ich fische und was ich dort erwarten kann. Deshalb freue ich mich schon über einen 10kg Fisch besonders. Ich bin nicht der Typ Angler, der nur auf kg Jagt geht, sondern einfach die Zeit am Wasser und das drum herum genießt. Mit Druck und unbedingtem Muss dicke Karpfen zu fangen, würde mir die Lust am Hobby vergehen. Deshalb kann ich mich auch problemlos durch die ganzen kleineren Fische angeln. Ich müsste sicherlich 10-20 Nächte im Jahr investieren, um ein richtiges Fazit abgeben zu können. Aber meine Pläne sind meist andere und deshalb werden es nur die genanten 2-3 mal im Jahr. Jetzt im Winter erhoffe ich mir eigentlich an einen der größeren Fische zu gelangen, da diese einfach länger auf Nahrungssuche gehen. Mein Plan besteht darin, kleines Futter, mit kleinen Hakenködern zu präsentieren. Warum? Weil die Wassertemperatur aktuell bei 2-4 Grad liegt und die Fische wenn überhaupt sehr wenig Nahrung zu sich nehmen. Sonst bevorzuge ich an diesen See eher größere Köder, um etwas selektiver zu fischen. Es ist einiges an Holz im Wasser und ich vermute das sich dort einige Karpfen im Winter aufhalten. Deshalb kann ich wie so oft auf meinen XT Snagleader in 0,55mm nicht verzichten, um den Fisch auch sicher aus dem Wasser zu befördern, insofern einer beißt. Des Weiteren benutze ich wie fast immer einfach und schnell zu bindende Montagen. In diesem Falle war es der Krank X Haken am Kamo durchgebunden mit weichem Haar. Die Bedingungen waren alles andere als gut. Der Luftdruck liegt bei 1036 Hpa und dann ist ein Viertel des Sees schon zugefroren, da die Temperaturen in den Nächten bis -7 Grad in den Keller gingen. Der Kälteeinbruch kam jetzt schneller als gedacht und ich glaube, dass dieses extrem schnelle Fallen der Temperaturen die Situation zusätzlich erschweren ließ. In den nächsten Tagen sollte es aber wieder etwas wärmer werden, wie so oft dieses Jahr, ein Auf und Ab der Temperaturen. Also machte ich einfach das Beste aus der aktuellen Situation. Die Ruten lagen meiner Meinung nach genau am richtigen Platz. Jetzt hieß es warten und hoffen, das einer meiner Freunde an den Haken geht. Aber das Hoffen war vergebens, denn es sollten 2 ruhige Nächte für mich bleiben. Trotz gutem Bestand, habe ich auch dort keine Fanggarantie, zumal spielten die schlechten Bedingungen mir nicht gerade in die Karten. Im Winter zu blanken gehört nunmal dazu und ich fische auch mit einen anderen Anspruch, weil es alles andere als einfach ist. Es zieht sich dies Jahr wie ein Roter Faden durch meine Angellei. Aber wie sagt man immer? Nach einem schlechtem Jahr folgt ein Gutes! Für mich ist das Angeljahr 2016 beendet, denn mein Job und Private Dinge lassen keine Zeit am Wasser zu.
 
Habt einen schönen Winter am Wasser!
Gruß Mathias

Brrr

Schweres Inline, stabile Komponenten

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE