12.06.18

Die Perle in der Laichzeit - Franz Mold

Gut erinnere ich mich noch an meine erste Nacht an meinem neuen Hausgewässer, es war Mitte März und der See war nach einem langen Winter erst einige Tage eisfrei. Die Temperaturen sanken nachts noch unter Null und auch das Wasser an der Oberfläche war erst bei 3° Celsius. Ohne große Erwartungen starte ich mit einem kurzen Overnighter nach der Arbeit in die neue Saison, zum Einbruch der Dunkelheit lagen die Ruten und auch mein Tempest hatte ich noch schnell aufgebaut. Gegen 22:00 Uhr konnte ich bereits meinen ersten Karpfen der Saison und den ersten Fisch von dem neuen, unbekannten Gewässer in meinen nassen und eiskalten Händen halten. Die Freude war riesig und eigentlich hatte ich schon mehr als erwartet, doch als die selbe Rute um 3:00 Uhr morgens nochmal ablief und ich kurze Zeit später einen weiteren Schuppenträger mit satten 22,4 Kilo aus diesem dünn besetzten See auf meiner Matte liegen hatte, verschlug mir einfach die Sprache.

Nach dem Hoch folgte das Tief. Mittlerweile haben wir April und die erste Hitzewelle hängt über Österreich. Es wurde von Tag zu Tag heißer und von Session zu Session blieben die Bisse immer mehr aus, lediglich Schleien fanden immer wieder gefallen an meinen Hakenködern. Die beste Location hatte keine Sinn, die Fische interessierten sich kein bisschen für meine Fallen. Egal ob ein auffälliger Pop Up am Chod Rig, welchen ich den Karpfen direkt vor ihr Maul legte, oder einen GLM-Sinker am 0815-Rig, der bereits seit Wochen in Liquid soakte. Doch der erste Wetterumschwung kündige sich an und mit ihm änderte sich das Verhalten der Fische komplett. Die Stows baumelten nun nicht mehr die ganze Nacht unter dem Blank, immer wieder kleben sie regelrecht an den Delkims.
Das Blanken hatte ein Ende, doch allmählich kam die nächste harte Zeit auf mich zu, nämlich die Zeit in der unsere schuppigen Freunde sich der Fortpflanzung widmeten. Es war Samstag und erst gegen 19:00 Uhr schaffte ich es ans Wasser, schnell pumpte ich mein kleines Schlauchboot auf und machte die Ruten klar. Gezielt steuerte ich einen Spot an, der mir auch die letzten Male gut Fisch brachte, doch dort fand ich sogar noch Futter eines anderen Anglers, mit der Polbrille auf der Nase machte ich mich auf die Suche nach einem anderen passenden Spot. Ich fand einige Fische mitten im Liebespiel dicht am Ufer in den, ins Wasser hängenden, Büschen. Das flüssige Element kochte förmlich! Das Ufer fiel hier sehr steil ab und endete auf gut 5 Meter Tiefe. Mittig auf der Kante fand ich eine kleine Stelle, die frei von Bodenkraut und Algen war, hier sollte mein Rig landen. Das nahezu unsichtbare Vorfach aus iQ2 platzierte ich an meinem Minispot und dank eines 5 Unzen Grippa Leads blieb das ganze auf der steilen Kante perfekt liegen. Mit dem Nut Drill und einem Stück Kork balancierte ich meinen Hakenköder noch perfekt aus, um ein schnelleres aufnehmen zu ermöglichen. Noch schnell eine Hand voll Tigernüsse in den Crusha um das abrollen auf der Kante zu verhindern und ein paar halbierte 16mm Nut2Bad Boilies drüber. Der Spot brachte mir bei dieser Kurzsession 5 Fische bis knapp über 20 Kilo in nicht einmal 20 Stunden und das während die Fische voll am laichen waren. Wieder einmal zeigt sich gute Location zahlt sich einfach aus.

Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg für die noch junge Saison!
Euer Franz

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE