10.06.16

Die schnelle Nummer - Florian Woldt

Es ist Mittwoch Nachmittag gegen 14 Uhr , als ich meine Karte auf Arbeit über die Zeituhr ziehe und mich auschecke. Ein milder, aber kräftiger Wind bläst mir ins Gesicht. Kurz die Wetterapp gecheckt und mein Verdacht bestätigt sich. Konstanter Wind aus westlicher Richtung und dazu dezent fallender Luftdruck um 1010 hp. Perfekte Bedingungen also für eine schnelle Nacht vor der nächsten Spätschicht. Nach einem kurzen Gespräch mit meiner Freundin Jeni, beschließen wir gemeinsam gegen 17 Uhr zum Baggersee aufzubrechen. Mittlerweile haben sich diese sogenannten Worknights bei mir voll etabliert und ich lerne sie immer mehr schätzen. Man könnte fast sagen, dass es sogar zu meiner liebsten Art des Angelns geworden ist und mit ein paar kleinen Tricks wird die schnelle Nummer oftmals sogar von Erfolg gekrönt. Die Shortnights haben sogar mehr Vorteile als man denkt. Unter der Woche ist man meist allein am Wasser und hat somit freie Platzwahl und kann super auf die aktuellen Gegebenheiten vor Ort eingehen. Durch das geringe Gepäck lässt es sich viel flexibler agieren und mit etwas geschärften Sinnen, lassen sich schnell ein paar Fische lokalisieren. Dies ist einer der wohl wichtigsten Dinge bei der Instandangelei. Ein langes Aussitzen und auf einen Biss hoffen ist durch die knappe Zeit eh nicht drin. Unsere Platzwahl fällt auf das Ostufer des Gewässers. Wir konnten zwar keine Fische finden, jedoch bläst hier der kräftige Westwind das Wasser zu Schaum und trübt es direkt an der Uferkante ordentlich ein. Die erste Rute platzieren wir direkt an einer flachen Schilfkante, bestückt mit einem 24 mm Sinker und einem rosa Fake-Maiskorn. Etwas gärigen Partikelmix und 2 Hände Boilies hinterher und fertig. Rute Nummer zwei fliegt mit einem kleinen weißen 14 mm Pop Up am Hinge Rig an eine vier Meter tiefe Kante am angrenzenden Badestrand. Hier verzichten wir auf Partikel und setzen voll auf die lange in Liquid gesoakten Live System Boilies, welche sehr großflächig um das Rig verteilt werden. Gut die Hälfte der Köder sind mit dem Kutter halbiert. Gleiche Masse, jedoch doppelt so viele Köder. Ein mittelgroßer PVA Stick, gefüllt mit Krill Micromass und kleinen weißen Milchprotein Pellets kommt fast immer über den Haken gezogen. Er sorgt nicht nur für extra Attraktivität, sondern schützt nach dem Auswurf noch vor Kraut und Verwicklungen. Auf noch mehr Ruten und somit Schnüre im Wasser verzichten wir, obwohl wir zu zweit sind. Gefischt wird Run to Run. Die Nacht vergeht zu schnell. Es ist 8 Uhr Morgens, als der Wecker klingelt. Kurz zuvor kescherte ich den neunten Fisch der Session. Einen wunderschönen Spiegler mit knapp über 15 Kilogramm, welcher zugleich einen neuen Personal Best für Jeni bedeutet. Es lief einfach mehr als perfekt für uns und jeder kam voll auf seine Kosten. Erschöpft, jedoch völlig glücklich genießen wir erst mal einen Kaffee bevor es wieder auf den Weg Richtung Arbeit geht. Das Tackle ist schnell auf dem Trolly verstaut und die schnelle Nummer war wieder ein voller Erfolg.
Happy Days - Florian Woldt

Halbe Boilies bringen mehr

Großer, grauer Spiegler

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