11.09.17

Die Umstellung - Gerald Melzer

Wer kennt es nicht, seit Jahren befischt man sein Stammgewässer, oft auf den selben Spots, mit der gleichen Montage, und vielleicht sogar den selben Baits. Und zu guter Letzt, man fängt immer wieder die selben Fische. Kein Wunder wenn es dann mal an Abwechslung und Ansporn fehlt. Auch bei mir war dies der Fall, und das bei einer Wasserfläche von 160 Hektar. Große Teile des Gewässers sind rundum verbaut, und durch den hohen Angeldruck und dem dazukommenden "mein Platz-dein Platz", werden 160 Hektar schnell auf 1-2 Stellen reduziert die man beangelt, und das wars.

Mittlerweile ist es meine 10. Saison an diesem Gewässer. Jedoch fischte ich manche Saisonen kaum darauf. Genervt von dem Trubel und Machtkämpfen an den Uferplätzen, entschied ich mich letztes Jahr (ich hätte das schon viiiiel früher machen sollen) meine Angelei umzustellen und fix vom Boot aus zu angeln. Klar gibt es auch bei den Bootsanglern einige Kollegen die ihre Stammplätze haben, und die werden respektiert, jedoch würde ich das nicht als Einschränkung bezeichnen. Die Suche für das passende Boot dauerte ein wenig, aber irgendwann wurde ich dann doch fündig. Es sollte ein umgebautes Segelboot werden. Glücklicherweise haben Kumpels, die auch an dem Gewässer angeln, genau das gleiche Modell schon ein paare Jahre im Einsatz, so standen sie bei Fragen zum Umbau immer zur Verfügung, danke! Der größte Dank geht an meinen Onkel, der alle Wünsche und Ideen sensationell umsetzte, und das Boot überhaupt erst so fahrtauglich machte, wie es jetzt ist, DANKE lieber Onkel :)!!!

Ende letzten Jahres wurde das Boot noch für eine 5 Tage lange Session erfolgreich mit Peter Haudum eingeweiht. Im Winter wurden die letzten Feinheiten für 2017 gemacht, und so war es zu Saisonbeginn startbereit! Mein Ziel für dieses Jahr war es, abgesehen vom Fangen vieler Fische natürlich :), so viel wie möglich vom Gewässer kennen zu lernen. Und das war bis jetzt das schönste, einfach drauf los fahren, vielleicht ein wenig auf den Wind achten, und dann irgendwo, wo es nach Fisch aussah, ankern und angeln. Fische halten sich so gut wie in allen Teilen des Sees auf, das Wichtigste ist es, seine Montagen sauber zu präsentieren, und die freien Stellen im Teilweise bis zur Oberfläche ragenden Kraut zu finden. Mit der Polbrille oder nachts mit einer starken Kopflampe, funktioniert das bei dem hier relativ klaren Wasser ganz gut.

Die meiste Zeit in diesem Frühjahr angelte ich mit auffälligen Pop Ups am Hinged-Stiff-Rig mit einer Handvoll Beifutter in Krautlöchern. Mal wählte ich ein wirklich winziges, gerade mal einen halben Quadratmeter groß, andere Male größere, mit einer Fläche von 5-10 Quadratmetern. Fische fing ich eigentlich auf allen Stellen, so machte es natürlich noch mehr Spaß. Die Abläufe vom Verlassen des Hafens bis zum Ankern bei Wind funktionieren immer besser und schneller. Mit der Zeit kommt natürlich auch drauf, was man wirklich alles am Boot benötigt und viel wichtiger noch, was nicht! Alles in Allem macht diese für mich neue Art des Angelns unglaublich viel Spaß und zeigt mir das Gewässer, welches ich schon so lange kenne von einer ganz neuen Seite.

Meine neue Herangehensweise brachte die Motivation zurück.

Bildschöner Spiegler vor der Skyline meiner Stadt.

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