12.11.19

Drang nach Neuem - Mathias Lange

Das Jahr 2017 war aus anglerischer Sicht alles andere als zufriedenstellend für mich. Die Geburt meiner Tochter das absolute Highlight des Jahres, aber im Bereich Hobby ging vieles in die Hose. Die Masterclass in der ich teilnehmen dürfte, war natürlich noch so ein absolut besonderes Erlebnis - ganz klar. Es wird dieses Jahr aber Zeit für neue Wege und abenteuerliche Gewässer. Es gibt aktuell nicht wirklich viel was mich inspiriert oder antreibt. Das lässt mich manchmal in so ein kleines Loch fallen weil ich dadurch eine gewisse Unzufriedenheit spüre. Ich habe in den letzten Jahren so viel erlebt, dass es nicht immer einfach ist noch Dinge zu tun die mich wirklich antreiben. Zusätzlich wird Neid und Angeldruck an den Gewässern immer größer, also versuche ich dem so gut es nur geht aus dem Wege zu gehen und Gewässer zu suchen wo ich noch ein wenig für mich sein kann. Das gestaltet sich aber oft als äußerst schwierig und grenzt die Suche zusätzlich ein. Da in meinem Umkreis bestimmt weit über 60 Gewässer liegen fällt es mir sehr schwer eine Entscheidung zu treffen. Ich muss mich in solchen Momenten einfach auf mein Bauchgefühl verlassen und hoffen das Richtige zu tun.


Der Plan!

Es soll ein Gewässer sein welches mich inspiriert, mich träumen lässt und das mich fordern wird. Eines in dem ich mich austoben kann und Abenteuer erlebe, denn Stillstand ist, denke ich, nicht der richtige Weg. Ich bin schon längst nicht mehr von dicken Fischen getrieben. Klar will ich große Fische fangen, keine Frage, aber mir geht es mehr um das Drumherum und am Spaß beim Angeln, denn das ist es doch was dieses Hobby so besonders macht. Der spezielle, oder „Dicke“, Fisch kommt dann schon von ganz allein, insofern es ihn gibt. Das war bis jetzt immer so und ich fische dadurch einfach freier und nicht unter einem gewissen Druck. Das Gewässer meiner Wahl sollte wieder etwas größer ausfallen und so schaute ich mir in den Wintermonaten viele Seen auf der Karte und im Internet an und fuhr mit dem Auto einige Kilometer. Am Ende bin ich auch irgendwann fündig geworden. Ein See mit mehreren hundert Hektar Wasserfläche sollte es werden. Ich war natürlich höchst motiviert und musste so schnell wie möglich dort hin um Location zu betreiben und mir das Gewässer genauestens anzuschauen. Also schnappte ich mir mein 330m Zeepter Big Catch, hing meinen Motor dran und los ging die wilde Fahrt. Mit dem Echolot, Markerbojen und Groundtester bewaffnet erkundete ich die Beschaffenheit und für mich interessant erscheinende Bereiche des Gewässers.


Die Hoffnung!

Ich hoffte natürlich, begehbare Plätze zu finden, denn mittlerweile ist es schwierig geworden, immer mehr wird mit Campingplätzen oder Privatvillen bebaut. Oder der Naturschutz ist der Meinung viele Gebiete zu schützen und gelbe Schilder mit Eulen aufzustellen.
Die Angelkarten werden immer teurer, aber keinem interessiert es ob man überhaupt noch irgendwo ran kommt um zu Fischen. Als Antwort kommt dann immer „Klar vom Boot“ aber ich habe nicht immer Lust vom Boot zu Fischen, oder besser gesagt nicht immer die Möglichkeit.



Tolles Gewässer!

Der erste Eindruck ist wirklich gut, die Größe passt, die Entfernung ist ok und die Beschaffenheit des Sees ist top. Die Gespräche mit dem ansässigen Fischer waren auch sehr gut und vielversprechend. Ein großer Nachteil jedoch ist das oben schon genannte. Es ist zusätzlich ein extremes Bootsvorkommen auf dem See und der Privatbesitz von vielen Leuten macht es nicht einfacher. Ich werde aber, wie so oft, versuchen das Beste aus der Situation zu machen, denn ich bin heiß und will dort unbedingt Karpfen fangen. Zumal wird dieser See nicht in zwei bis drei Sessions erkundet sein. Es wird einige Zeit dauern um ihn zu lesen. Doch genau das suche ich, genau das brauche ich!!


Es geht endlich los!

Es ist mittlerweile Mitte September und der Herbst steht vor der Tür. Ich habe es aus vielen verschiedenen Gründen tatsächlich nicht eher hierher geschafft. Kaum zu glauben, da ich doch eine Jahreskarte für dieses Gewässer besitze. Aber wie sagt man immer so schön? Besser spät, als nie! Der erste Ansitz war irgendwie schwierig, aber am Ende trotzdem sehr erfolgreich. Es wurde in den Nächten mit 4 - 6 Grad schon sehr kalt. Der Luftdruck war alles andere als gut, aber Hoffnung gab mir eine Vollmondphase, die ich erwischte. Zusätzlich positiv war, dass den ganzen Tag starker Wind auf mein Ufer stieß.
Ich hatte sehr viel Kraut vor den Füßen und dahinter fiel eine leichte Kante ab, die voller Dreikantmuscheln war und auslaufend von festem Boden, zu leicht schlammigem Boden wurde. Genau dort fütterte ich sehr großzügig und großflächig 24mm große Yellow One Boilies die mir mein langjähriger Freund Kai Lander rollte. Es ist ein sehr guter Instant Köder ohne Fischmehl der im Wasser sofort seine Arbeit aufnimmt und seine gelbe Farbe als Trumpf so richtig ausspielt, denn die gelbe Farbe übt, meiner Meinung nach, gerade an trüberen Gewässern einen extra Reiz auf den Fisch aus. So zumindest sind meine Erfahrungen der letzten Jahre. Außerdem fing ich mit diesem Köder an so vielen verschiedenen Gewässern auf Anhieb und mehr vertrauen darin kann man, denke ich, in sein Futter nicht haben. Mein Plan schien aufzugehen, denn ich konnte in den ersten 2 Nächten an diesem Platz 7 Fische überlisten. Darunter einen für mich besonderen Schuppenkarpfen. Da mir der Bereich so gut gefiel und ich überzeugt davon war, dass dort noch mehr zu holen ist, wollte ich mir dort einen Langzeitfutterplatz anlegen.


Gesagt getan!

Ich fragte Kai ob er mir einen Boilie zum Füttern Zusammenbauen würde. Natürlich willigte er ein und ich war für mein Vorhaben gut gewappnet. Alle 2 Tage fuhr ich zum See und gab ordentlich Futter hinein. Die Vorfreude auf solche Kampagnen sind natürlich immer wieder etwas Besonderes. Man weiß vorher nie was passieren wird und ob der Plan am Ende aufgeht. Es ist auch immer ein gewisses Risiko mit viel Füttern verbunden, denn nicht jeder Bereich ist am Ende auch produktiv. In meinem Fall lief der Platz nicht so gut an, wie ich es mir vorgestellt hatte, doch trotz allem fing ich meinen neuen Schuppenkarpfen PB und das ist wirklich etwas ganz Besonderes für mich, denn der See ist für mich noch relativ unentdeckt und dann gleich mit so einem Fisch belohnt zu werden übertraf meine Erwartungen am Ende. Ich beschloss meinen Futterplatz aufzugeben und weiter zu ziehen um den See noch besser kennenzulernen und um zu verstehen, wie er im Herbst so tickt. Ich werde mehr auf vereinzelte Nächte setzen und kleine Fallenstellereien betreiben, um im nächsten Jahr eventuell schon einige Bereiche ausschließen zu können. Denn hier bleibe ich dran.


Es Kam alles anders!

Ich fuhr immer wieder mit meinem kleinen Boot den See ab und entdeckte tatsächlich immer wieder neue Interessante Stellen die mit Sicherheit Zugrouten der Karpfen sind.
Mein Plan und die Bereiche standen also fest und ich war immer noch höchst motiviert und zuversichtlich. Dann kam aber alles anders als gedacht und der ansässige Fischer machte meine Pläne zu Nichte. Ich staunte nicht schlecht, als er den See mit großen Netzten abfischte und damit war das Angeln erstmal unmöglich, da einfach zu viel Unruhe auf dem Wasser war. Viele Stellnetze machten mir meine Angelei zusätzlich schwer. Ich musste am Ende das Gewässer sogar mit zwei weinenden Augen verlassen und meine ganze Planung war mit einmal dahin… Ein richtiges Scheißgefühl war das. Was nun? Wo sollte ich jetzt hin? Was gibt mir die nötige Motivation? Und ist es vielleicht schon zu spät um an einen anderen See noch mit einem Futterplatz anzufangen? Fragen über Fragen die mich in den Wahnsinn trieben. Aber ich fand einen See der mir neue Hoffnungen gab und die nötige Motivation die ich brauchte. Wie es dort weiter geht und was ich dort erleben durfte berichte ich, wenn mein Angeljahr beendet ist.

Liebe Grüße, Mathias

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