16.11.17

Ein besonderer Moment im Nebel - Mathias Lange

Am 4. November fuhr ich mal eben schnell 1100 Kilometer nach Dortmund, um das Spiel gegen die Bayern zu schauen. Und am nächsten Morgen saß ich dann schon wieder an einem ca. 200ha großen Natursee. Meine letzten Angelsessions liefen nicht gerade optimal, so hoffte ich an diesem See wieder in die Erfolgsspur zu gelangen. Ich fischte vor ca. 2 Jahren schon einmal für 2 Nächte dort und wusste über diesen See nicht alt zu viel, außer die Dinge die mein Kumpel mir erzählte der dort quasi zu Hause ist. Ich bewaffnete mein kleines 2m Boot mit meinem Helix5 Echolot und verschaffte mir erstmal selbst einen Eindruck vom Gewässer. Durch starken kalten Westwind und Regen hatte das Wasser nur noch 9 Grad. Als ich dann ca. 600m entfernt von meinem Zelt, einen für mich perfekten Spot fand, war klar wo ich meine 2 Ruten platzieren werde. Es war eine Kante die am Schilf stark auf 3,5m abfiel und dann nochmal auf 5,5m auslief. Mein Kumpel meinte, dass dort auch so gut wie nie einer fischt. Perfekt! Das ist genau mein Bereich. Also legte ich eine Rute auf die 3,5m und eine bei 5m ab und fütterte wenig zerkleinerte Milchprotein-Boilies und gekrushte Tigernüsse hinzu. In den ersten 48 Stunden lief überhaupt nichts, ich ließ aber trotzdem beide Ruten liegen da ich auf meinem Spot ein gutes Gefühl hatte. Meine Hookbaits sind stabil genug und ich wollte so wenig Unruhe wie möglich verbreiten, denn der Angeldruck ist an dem Gewässer doch recht hoch. Dann plötzlich am Morgen im tiefsten Nebel bekam ich einen schnellen Fallbiss. Ich zog meine Wathose an, rannte ins Wasser und nahm die Rute auf wo vielleicht noch 5m Schnur auf der Rolle war, fuhr dann dem Fisch aufgeregt entgegen und konnte jetzt schon mein Markierungslicht am Ufer nicht mehr erkennen, es war einfach extrem kalt und neblig. Und ich Trottel hatte kein GPS Gerät im Boot... Mist!

Aber gut, ich drillte also wie vor einer Wand etwas dickes, dass konnte ich klar in der Rute spüren. Als die ersten Meter XT Snagleader auf meiner Rolle waren und die ersten Blasen aufstiegen, war ich gespannt, was dort hoch kommen würde. Es war ein richtig fetter Schuppenkarpfen im Herbstkleid der in den Kescher glitt. Leute war ich aufgeregt. Schuppis sind für mich so selten und dann fing ich gleich an einem neuen See solch einen Traumfisch. Mein KD Rig mit 4er Kurfshank xx Haken am Kamo gebunden hatte zuverlässig im Maul des Fisches gesessen. Ich war überwältigt vor Freude und konnte mir einen fetten Schrei nicht mehr verkneifen. Da sieht man mal wieder, dass das Vertrauen die Rute auch 2 Tage liegen zu lassen, vielleicht genau die richtige Entscheidung war. Das Problem das ich jetzt aber hatte war, wo ist mein Zelt? Ich hatte im Nebel komplett die Orientierung verloren und wusste nicht mehr wo ich hin musste. Ich irrte mit dem Karpfen der neben mir im Wasser hing über den See und wurde nach einiger Zeit etwas nervös. Zum Glück sah ich dann endlich ein Licht durch die Bäume schimmern, dort musste ich hin. Angekommen weckte ich Jan Brase, der zu Gast war, um im Osten der Republik zu fischen. In der letzten Nacht hatte ich auf über 600m Distanz noch einen Biss, den ich leider nicht mehr verwerten konnte. Manchmal gewinnt halt auch mal der Fisch. Insgesamt bin ich trotzdem zufrieden, obwohl ich nur den einen Schuppi fing. Aber den in einem mir bis dato unbekannten großen Natursee im Spätherbst – für mich dann doch etwas besonderes und das wird mir ewig in Erinnerung bleiben.

Ordnung muss sein.

Der Krusha ist immer dabei!

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