26.04.14

Ein Fuffi beim Lernen - Johannes Braith

Dass Johannes Braith ein Gefühl für Sprache hat, ist kein Geheimnis mehr. Spätestens nach diesem Update hier! Und dass es vom Fang eines Karpfens über 50 Pfund handelt, gibt dem ganzen Nachdruck. Tolles Update zum Big Fish Johannes, Team Korda gratuliert!

„Tun zu können, was man gerne tut, bedeutet Freiheit.
Das gerne zu tun, was man tut, bedeutet Glück. - Henry David Thoreau

Auf der Suche nach dem Lebensglück sind wir doch alle. Wie Thoreau, mein Lieblingsautor, schon vor knapp 200 Jahren schrieb, leitet sich die Bedeutung des Glückes daraus ab die Dinge, welche man tut, gerne zu tun. Klingt nach einem einfachen Rezept. Doch meist fällt dies schwerer als gedacht. Immerhin tut man doch öfters Dinge, welche einem nicht wirkliche Freude bereiten. Doch warum handelt man so, wenn man doch weiß, dass dies nicht der richtige Weg zum Glück ist? Ich denke, es liegt an den übergeordneten Zielen welche von uns verfolgt werden. Ein gutes Beispiel ist das Lernen an der Uni. Auf den ersten Blick mache ich es nicht wirklich gerne. Doch ohne Lernen bleibt auch der längerfristige Erfolg aus. Und dieser könnte mich glücklich machen. Deshalb versuche ich diesen negativen Beigeschmack zu umgehen und verschiedene Tätigkeiten miteinander zu kombinieren.

Lernen und Angeln zum Beispiel. So gelingt es irgendwie, die monotone Tätigkeit des Lernens mit dem Abenteuer am Wasser in Verbindung zu setzen. Dieses Schema lässt sich beliebig übertragen und hilft mir zur Zeit, über die Runden zu kommen. Aus lerntechnischer Sicht versteht sich. Daher besteht mein Tackle üblicherweise nicht nur aus Ruten, Rollen und Boilies sondern auch aus Lehrbüchern und Skripten. Kurze Overnighter an meinem Hausgewässer werden so zu meinen Lerneinheiten. Mit der Stirnlampe am Haupt starre ich stundenlang in Bücher und warte gleichzeitig auf einen Run. Und so kam es, dass ich mir vor kurzem diverse Abbildungen aus dem Projektmanagementbereich zu Gemüte führte, als meine Funkbox einen einzelnen Piepser von sich gab.

Es war kurz nach Mitternacht und der Stow Bobbin klebte am Blank. Ich legte die Unterlagen beiseite und nahm die Rute auf. Ein harter Drill nahm seinen Lauf und die Kurbelgeräusche meiner Daiwa SS3000 durchbrachen die Stille der Nacht. Als ich mit dem Boot zurückkam und den Fisch auf die Abhakmatte hob, wurden mir die Ausmaße der Kreatur erst richtig bewusst. Die Reuben Heaton bestätigte meine Annahme, dass es sich um einen Fuffi handelte. Aufgeladen von den ganzen Eindrücken, ging es am nächsten Morgen direkt zur Uni-Bibliothek. Erst am Abend hatte ich genug Zeit mir die Bilder des Fisches anzusehen. Was für ein Glück! Und das vielleicht nur, weil ich das was ich tat, gerne tat.
Johannes Braith“

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