30.10.17

Einfach mal Urlaub machen - Christoph Freuen

Urlaub soll ja der Erholung dienen. Die inneren Akkus aufladen, abschalten, relaxen und die Zeit genießen. Nachdem der Angelurlaub im letzten Jahr, zusammen mit meiner Mutter, ein echtes Highlight war und wir eine super Zeit zusammen verbrachten, stand schnell für uns fest das es in diesem Jahr eine Wiederholung geben würde.
Gesagt, getan. Frühzeitig buchte ich über The Carp Specialist wieder den selben See, mit Ferienhäuschen und sämtlichem Komfort. Unser Focus lag eben darauf eine gute Zeit miteinander zu verbringen.
Wir wussten ja vom Vorjahr was wir einpacken mussten und was wir dieses Jahr getrost zuhause lassen konnten. Sommerbekleidung zum Beispiel. Das Wetter ließ echt zu wünschen übrig, starker Wind und viel Regen. Das fast durchweg die ganze Woche. Für mein Angeln nicht ganz so schlimm aber der Focus lag ja auf Urlaub. Da hat man dann doch lieber warme Temperaturen und Sonnenschein. Zum Glück hatten wir ja unser Ferienhaus und das direkt am Wasser.
Während Mutter im Haus ihr Quartier einrichtete, stand ich im Nieselregen am Wasser und beobachtete dieses auf Fischaktivitäten, gleichzeitig erkundete ich mit der Markerrute die fängigen Plätze des Vorjahres. Schnell stand für mich fest, das ich wohl drei meiner sechs erlaubten Karpfenruten, Mutter war ja als Angler mit gemeldet, zur linken Seite und die anderen drei zur rechten Seite der mittig im See liegenden Landzunge fischen würde. Nachdem die Plätze für mich feststanden, die Ruten abgelängt waren ging es ans füttern. Großflächig verteilte ich pro Seeteil 3kg Boilies. Meine guten selbstgemachten natürlich. Erst einmal mit einer kleineren Futtermenge beginnen und abwarten was passieren würde. Nachts, so war mein Plan, wollte ich nicht auf Karpfen angeln, sondern meine zwei Wallerruten ins Spiel bringen. Auch wenn es viele nicht verstehen, ich mag diese Fische und wenn ich die Möglichkeit habe dann angele ich auch darauf. In der Zeit konnte das Futter wirken und die Fische erst einmal gefahrlos etwas Vertrauen schöpfen und in Ruhe fressen.

Als in der Dämmerung des ersten Abends gerade die Tauwurmbündel an den Wallerruten ihren Bestimmungsort gefunden hatten, gab es in einer der Ruten auch schon ein Rucken. Ein Wallerbaby kam kurz darauf zum Vorschein. Mutter fand diesen echt süß allerdings sollte er der Wink mit dem Zaunpfahl für den Rest der Woche sein. Auch die zweite Wallerute schlug in der Nacht noch Alarm...

Am nächsten Morgen plazierte ich im Morgengrauen die Karpfenruten auf den Futterplätzen. Ich war gespannt wie lange es bis zum ersten Biß dauern würde. 15 Minuten! Kurz darauf konnte ich den ersten Karpfen der Urlaubswoche über den Kescher ziehen. Im laufe des Tages folgten noch mehrere Karpfen und so steigerte ich die abendliche Futtermenge auf 5kg pro Futterplatz. Die Taktik nachts nicht auf Karpfen zu angeln wollte ich beibehalten. Ab und an die Nacht auf Waller oder eben mal entspannt schlafen und gar nicht angeln.
Auch am zweiten Morgen bekam ich kurz nachdem ich die Ruten auf ihre Plätze geworfen hatte den ersten Anbiss. Der Drill fühlte sich allerdings etwas anders an. Vor dem Ufer kam dann ein Waller von ca.1,4m hoch. Ok. Kann man mal machen. Es spielte sich jedoch so ein, das durchschnittlich jeder dritte Fisch ein Waller war. Sie hatten sich ebenfalls auf meine Boilies eingeschossen.
So lief es dann die Tage über recht gut mit Karpfen und eben auch mit den Wallern. Durch die recht vielen Bisse konnte ich mit Rigs und Hakenködern einiges ausprobieren. Funktioniert hat letztendlich alles. Stiffrig, Multirig, mein gerne verwendetes Krankrig, alles brachte Fisch. Wegen der Waller steigerte ich die Futtermenge am Abend auf 7kg pro Spot. Es gab eben nicht nur hungrige Rüssel sondern auch noch hungrige Bürstenzahnmäuler notgedrungen mit zu füttern.

Die Woche verlief so recht zügig mit vielen Fischen im windigen kalten Regenwetter. Dieses wollte ich meiner Mutter allerdings nicht weiter zumuten, denn trotz Brettspielen, Rätselheft, Fernseher und gutem Essen ist es zuhause bei solchem Wetter doch schöner. Zudem hatte sie sich eine ordentliche Erkältung eingefangen. Damit stand dann für uns fest, wir fahren schon zwei Tage früher wieder nachhause. Mein Wallerbedarf war gedeckt und Karpfen gibt es ja auch in der Heimat.
Angelurlaub und Urlaub, das Wetter macht den Unterschied.
Gruß Christoph Freuen

Unser Office im Häuschen.

Meine Mutter fand den kleinen Waller süß.

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE