11.02.19

Eisfrei - Malte Brüninghoff

Jeder kennt dieses kribbeln in den Händen, die Motivation angeln zu gehen nach einer Angelmesse.
Nach der Messe in Hannover folgte die Megamesse Zwolle. Tausende Gleichgesinnte strömen jedes Jahr in die Ijsselhallen und alles dreht sich nur um Karpfen – für viele eine komplette Reizüberflutung, an der einen Ecke riecht es nach Tutti Frutti und 5m weiter nach Monstercrab.
Jedes mal kommt man auf der Rückfahrt ins Gespräch, sind die Seen offen? Kann man jetzt was fangen? Mein Buddy Alex und ich waren wie immer motiviert und fuhren auf dem Rückweg aus Zwolle 1-2 Gewässer an in denen wir in den Jahren zuvor immer gut gefangen haben im Winter.

Zu unserer Ernüchterung waren alle Seen zugefroren. Das Wetter sollte sich jedoch um 180 Grad wenden. 10-12 Grad Lufttemperatur, warmer Regen, Tiefdruck – einfach perfekt.
Jeden Tag fahre ich auf meinem Arbeitsweg über einen kleinen Kanal. Dieser Kanal ist mein Indikator, wie weit die Gewässer sind, denn von der Windausrichtung und Tiefe unterscheiden sich diese kaum.
Am Dienstag konnte ich beim Laufen nach der Arbeit schon die ersten freien Stellen sehen und am Mittwoch, auf dem Heimweg, waren nur noch wenige Eisschollen auf dem Wasser.
Beim Laufen am Donnerstag am Kanal fühlte ich wie mild es war, das Eis war komplett verschwunden und dieses Kribbeln fing wieder an, das selbe Kribbeln wie nach der Messe. Kurzerhand schrieb ich Alex ob wir kurz die Seen anfahren wollen, um am nächsten Tag anschließend angeln zu gehen.

Die Seen waren eisfrei.

Ein kleines Eimerchen hatte ich mit genommen, gefüllt mit meinen Essentials für den Winter. Dosenmais, 12mm Solid Citrus Boilies und den passenden Boilieteig. Wir fütterten kleine Mengen auf Uferspots die im Windschatten lagen und wo tagsüber die meiste Sonne hinkommt, denn in diesen Bereichen wird das Wasser am schnellsten warm. Absolut motiviert packte ich bis spät in die Nacht mein Tackle, alles sollte für die erste Session des Jahres perfekt sein.

Pünktlich wie selten stand ich um 14:30 an der Stempeluhr, machte Feierabend und begab mich auf direktem Wege zum See. Ich holte die Rampe aus meinem Toyota, und zog den fertigten gepackten Trolly aus dem Laderaum und lief zügig zu der von mir und Alex ausgewählten Stelle.

Unsere Uferspots befischten wir mit der „Washing-Line-Methode“, wir spannten unsere Schnüre über das Wasser bis ans Ufer und fixierten die Schnüre mit Schlaufen und dünnen Stöckern an Banksticks. Die Montagen wurden dann einfach per Hand oder mit dem Kescherstab auf die Spots gependelt. Wenn der Fisch beim Biss vom Spot flüchtet bricht er ganz leicht den Stock durch und man bekommt einen Fallbiss.
Vorteil an dieser Methode ist das man so viele Ruten in Uferbereichen positionieren kann wie man möchte ohne viel Schnur im Wasser zu haben. Gerade bei hohem Angeldruck ein absoluter Winner!

Nur 1-2 Hände Beifutter sollten reichen um die Fische zum fressen zu animieren denn im Winter ist weniger oft mehr. Mehrere, wirklich schöne Fische, landeten in unseren Keschern – wir angelten eine wirklich gute Wintersession, die uns beiden noch einige Zeit im Gedächtnis sein wird!
Malte Brüninghoff

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