13.05.14

Eiszeit statt Beißzeit - Luis Tempel

Die verfrühten Eisheiligen hätten dem Team von Carp.Fin, Luis Tempel und Max, fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch ein Taktikwechsel brachte dann doch noch Fisch. Eine schöne Story von Luis:

„Nächte lang verbringen wir Sessions an unserem Gewässer der Träume, mit der Hoffnung den ein oder anderen Bullen ans Band zu bekommen. Dass dies nicht immer leicht ist, wissen wir allerdings alle. Jeder von uns wartet auf diese eine Session in der alles stimmt. Diese Session in der man kein Auge zubekommt vor Bissen. Dies ist meinem Teampartner Max und mir über die Osterfeiertage fast gelungen. Zwar konnten wir nachts noch schlafen, doch hatten wir mit 3 Fischen an einem sehr schweren Gewässer eine absolute Traumsession. 1,5 Wochen später wollten wir an diesen Erfolg anknüpfen.

Wir starteten voller Elan in eine neue Woche am Wasser. Wir waren uns ziemlich sicher, dass diese ähnlich fischreich werden würde. Normalerweise würden wir uns an die gleiche Stelle wie zuvor setzen, doch bei 18,5°C Oberflächentemperatur kam der Verdacht, die Fische sammeln sich allmählich im Laichgebiet. Als wir in einer kleinen Bucht des Sees ankamen trauten wir unseren Augen nicht. Rund 30 Karpfen bräunten sich in dieser Bucht als die heiße Mittagssonne unseren Schweiß nur so tropfen ließ. Wir waren fasziniert! Sowas hatten wir in diesem Gewässer noch nicht beobachten können. Es waren einige große Fische dabei! Eigentlich war es nun klar, hier wird es rappeln. Die Fische schlagen sich vor der Laich ordentlich die Bäuche voll und erreichen ihr Höchstgewicht. Die Bucht in der wir die Fische sichteten, war bloß leider von unserem Angelplatz nicht zu erreichen. Durch 2 Umlenker legten wir eine Rute in die Bucht voller Gold. Die anderen Ruten verteilten wir im restlichen Gebiet des Sees. In flachen Seerosenfeldern, im Freiwasser und an Totholz.

Es dämmerte. Bis auf das laute Vogelgezwitscher in den Abendstunden war absolute Ruhe. Sekündlich rechneten wir mit einem Run. Wir schliefen ein. Als wir um Punkt 0:00 Uhr aus unseren Träumen geweckt wurden, dachten wir jetzt geht es los. Ein kleiner Spiegler biss auf einen 30mm Big Ball mit dem wir uns die Brassen vom Leib halten wollten.

Als es hell wurde, die Natur erwachte und Max mich in aller Früh weckte und sagte: „Schau mal hinter uns“ dachte ich zuerst "Warum weckt der mich jetzt?" Als ich mich dann aber umdrehte und in die Augen eines Rehbocks sah, der nur wenige Meter weg von uns war, wusste ich weshalb! Angeln an ungemachten Plätzen in der Natur ist immer wieder ein Erlebnis. Wir guckten auf den See und Max sagte "Luis?! Das war ja fast ein Blank?!" Verwunderlich irrten unsere Gedanken umher. Wie konnte das sein?! Bis auf einen Karpfen lagen unsere Ruten brach. Wir fuhren in die Bucht, die vor ein paar Stunden noch voller Fisch war. Nichts! Kurzerhand beschlossen wir, zu dem anderen Platz zu moven, an dem wir vergangene Woche so erfolgreich waren. Schon von anderen Karpfenanglern bekam ich zu hören, dass die Karpfen ihre Mäuler derzeit nicht aufkriegen. In der Nacht brachen die vorzeitigen Eisheiligen ein, die selbst unsere Aqua Atoms mit Tau bedeckten. Die Wasseroberfläche kühlte rapide ab, sodass das Thermometer nur noch 15°C anzeigte. Die nächsten Tage fingen wir rein gar nichts. Also probierte Ich mal was ganz anderes aus.

Eigentlich war ich immer skeptisch gegenüber des Chod Rigs von dem mein Kumpel Nermin Caro immer so schwärmte, doch dies schien mir der richtige Moment, die Karpfen mit visuellen Reizten evtl. überlisten zu können. Auf der Messe in Zwolle bekam ich von Christopher Paschmanns ein paar ready Chod Rigs, in die er volles Vertrauen setzte. Kurzerhand bastelte ich meinem Team Partner Max und mir zwei Rigs: Chod und Hinged Stiff. Den nächsten Morgen sollten wir nicht ausschlafen dürfen, denn schon früh lief eine der Pop Up Ruten ab. Wir waren uns ziemlich sicher, dass dies ein reiner Zufall war. Doch als die Ruten am letzten Tag noch zwei weitere Fische brachten fand ich diese Methode gar nicht mehr so schlecht. Leider ist der auffällige Pop Up auch ein Brassenmagnet. Daher werde ich nach der Laichzeit wohl wieder auf Big Balls setzen. Aber vorerst bleib ich bei den Choddys. Für weitere Fotos und Berichte könnt ihr Max und mich gerne auch auf Facebook besuchen: facebook.com/carpfin
Euer Luis Tempel.“

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