23.12.15

Elders Update 12 - der Blickwinkel zählt

Nils Elders ist jede Woche am Wasser, mindestens eine Nacht. Und immer dabei ist seine Nikon. Nils hat ein Auge für gute Fotos und ein Händchen für Sprache. In seiner Kolumne „Elders Update“ kommt er ab regelmäßig zu Wort. Wir dürfen uns auf schöne Bilder und kurzweilige Texte freuen:

Wieder einmal liegt ein unfassbar turbulentes Angeljahr hinter mir. Es lief nun wirklich nicht immer alles glatt bei mir, schon gar nicht, wenn ich mich an die zahlreichen Trips ins Ausland mit meinem Freund Micha erinnere. Unser letzter Herbsttrip zum Beispiel, der uns eigentlich an einen kleinen verwunschenen Stausee verschlagen sollte, an dem wir eine Woche mal so richtig gepflegt entspannen wollten, endete mehr oder weniger unfreiwillig in einem Roadtrip der Superlative. Fünf verschiedene Gewässer, fast 2000 km mehr auf dem Tacho als geplant, totale Erschöpfung und als Krönung der Aufenthalt auf der französischen Polizeiwache waren das tatsächliche Ergebnis dieser Reise. Doch mehr dazu noch an anderer Stelle! Mein Angeln zuhause hatte es ebenfalls in sich, ständige Probleme mit dem Auto, das zuletzt ganze sieben Wochen in der Werkstatt war, anstatt mit mir am See, viel Arbeit, chronischer Zeitmangel, abgebrochene Futterkampangen und auch eigentlich sonst alles, was schief laufen kann beim Angeln, ließen zeitweise wenig positive Sicht auf mein Angeljahr zu.


Kleine Fallen mit Farbe und Sticks

Gelassenheit, denn da ist einer im Netz

Dennoch, je länger ich jetzt gemütlich vor meinen Bildergalerien sitze und das scheinbar verflixte Jahr Revue passieren lasse, desto klarer wird mir, was ich tatsächlich alles erlebt habe, was ich gesehen habe, wo wir überall rumgekommen sind und was für grandiose Fische ich dennoch fangen konnte. Neben einigen echten Perlen, findet sich auch mein neuer PB in meiner Galerie wieder und das Resultat meiner Automisere, ist mein neues, und obendrein viel perfekteres Angelauto geworden, über das ich mich seit ein paar Wochen freuen darf. Über was klage ich hier eigentlich? Es kommt eben wie so oft auf den richtigen Blickwinkel an, und man muss das Ergebnis mal im Ganzen betrachten. Viel zu schnell lässt man sich heute von den schnelllebigen Medien suggerieren, dass alle anderen ständig und überhaupt nur dicke Fische fangen, während man selbst schon wieder blankt. Ein typisches „socialmedia-Phänomen“. Logisch das bei hunderten von virtuellen „Freunden“und Kontakten auch immer für einen regelmäßigen Erfolgsinput gesorgt ist. Jeder zeigt natürlich gerne seine Erfolgserlebnisse. Dass aber für diesen Erfolg in der Regel auch bei jedem noch so guten Angler viel Fleiß, Schweiß und Entbehrungen stecken, wird fatalerweise schnell ausgeblendet und vergessen. Aber mal im Ernst! Wie schrecklich wäre das denn, wenn wir Woche für Woche, perfekt organisiert an die Seen kämen und immer planbar unsere Ernte einfahren würden? Hin und wieder ganz cool! Ja! Aber ist es nicht Teil des elementaren Reizes, den dieses Hobby ausmacht, dass es eben nicht immer einfach und kalkulierbar ist ? Das dort im verborgenen etwas ist, was wir wohl niemals völlig kontrollieren werden? Bliebe überhaupt Raum für all die großen Abenteuer und Geschichten die unsere große Leidenschaft umgeben, wenn Angeln einfach wäre? Ich glaube nicht! Besinnt euch auf das, was Ihr liebt, und macht es mit Hingabe. Dann könnt ihr am Ende nur gewinnen. Ich habe jedenfalls wieder etliche Eindrücke, Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen, und blicke am Ende des Jahres sowohl entspannt auf das alte, wie auch auf das kommende Angeljahr, und ich glaube das neben dem milden Wetter, aktuell auch diese Gelassenheit für einige der erfolgreichen Sessions, die ich zur Zeit habe, verantwortlich ist!
Take it easy , tight lines
Nils

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