18.04.16

Elders Update 15 - Oups I did it again

Ein Wochenende wie es pannenreicher nicht hätte starten können! Alles beginnt damit, dass sich der ersehnte Feierabend zum langen Osterwochenende mal wieder unerträglich in die Länge zieht, während der gefühlte Rest der Welt bereits fröhliche Sonnenscheinbilder vom Wasser postet! Grausam, aber es nützt nichts, die Arbeit muss erst fertig werden! Eine gefühlte, qualvolle Ewigkeit später biege ich dann doch endlich den kleinen Feldweg zu unserem verträumten Vereinssee ein und freue mich darauf, seit langem mal wieder 2 Nächte hintereinander am Wasser zu sein! Alles ist bestens vorbereitet. Neben Sonnenbrille und gutem Essen, sind neue Rigs die ich unbedingt testen möchte und einige andere coole Neuigkeiten im Gepäck. Auch für das Buch der „Carp Gypsies“ Alex und Caroline sollte endlich ein wenig Zeit zur Verfügung stehen. Eben alles, was man für ein paar entspannte Stunden am Wasser so braucht, ist dabei! Sogar ein wenig vorgefüttert habe ich in den letzten Tagen. Endlich werde ich mal nicht morgens früh wieder einpacken müssen und kann die Seele mal so richtig baumeln lassen. Es scheint perfekt, doch wie so oft, soll genau dann alles anders kommen.

Am See angekommen, die Sonne vom Mittag hat inzwischen in leichten Nieselregen gewechselt, erfahre ich das am nächsten Tag eine Veranstaltung mit anschließendem Grillfest am See abgehalten wird. Na prima. Grundsätzlich ja eine feine Sache, aber diesmal passt mir der Trubel am Wasser nun wirklich nicht in meinen Plan. Schließlich bin ich ja extra an diesen See ausgewichen, weil an dem anderen das all-osterliche Forellenangeln ansteht. Auf dem Boden der Tatsachen zurückgetrudelt, baue ich dennoch meinen Kram auf und richte mich wenigstens für die erste Nacht ein. Diese verläuft trotz gutem Bauchgefühl allerdings ruhig. Lediglich 2 Brassen und bis zum Rand voll gelaufene Watstiefel darf ich ins Fangbuch kritzeln. Mittlerweile hat es sich völlig eingeregnet, und nachdem mir neben sämtlichen nassen Klamotten auch noch das Gas für die Heizung ausgeht, packte ich nass und völlig frustriert meinen Kram und bin noch vor Ankunft der ersten „Grillfreunde“, sofern im strömenden Regen überhaupt jemand gekommen ist, wieder Zuhause.

Der Frühling ist da!

Ich will unbedingt neue Rigs ausprobieren.

Nach einer heißen Dusche setzte ich mich deprimiert mit Alex und Caros Buch auf die Couch. Während draußen der Regen prasselt, lasse ich mich von den beiden Seite für Seite tiefer in Ihre Abenteuer ziehen. Zeitgleich kommt von meinem Kollegen Nils Thönnes eine Osterbotschaft der besonderen Art. Dieser krasse Typ hat tatsächlich soeben diesen Koi aus dem Kanal gezogen! Genial! Ich blättere eine Seite weiter und wie es das Schicksal so will lächelt mich nun auch noch Christopher mit seinem goldenen Traumkoi an, den er bei einer Session mit Alex gefangen hatte! Frohe Ostern! In diesem Moment fällt bei mir der Groschen! Es ist wie ein Zeichen! Exact 3 Jahre ist es jetzt her, das ich zu Ostern diesen für mich absoluten Traumfisch gefangen habe. Schon länger bin ich nicht mehr dort gewesen. Durch andere Projekte und nicht zuletzt den Umstand, dass der Goldbarren schon in meinem Fangbuch steht, ist der See ein wenig in Vergessenheit geraten. Für meinen wahnwitzigen Osterplan kommt er mir jedoch gerade recht!

Gegen Nachmittag klingt der Regen ab und ich sitze bereits im Auto in Richtung See. Meine Laune ist wieder positiv und innerlich muss ich tierisch über die verrückten Umstände schmunzeln. Obwohl mir bewusst ist, dass ich wahrscheinlich eher vom Blitz getroffen werde, als genau heute und unter diesen Umständen das Osterei erneut zu bergen, male ich mir aus wie krass verrückt das Ganze doch sein würde.
Am See angekommen, laufe ich zuerst zu dem Bereich, wo ich den Koi vor 3 Jahren aus einem kleinen Frassloch im Kraut fangen konnte und traue meinen Augen nicht. Durch die Polbrille kann ich exakt dort einen orangen Schatten kreisen sehen. Mein Herz fängt an zu rasen. Mit schnellem Schritt laufe ich zum Auto zurück. Ich bin im Jagdmodus. In Windeseile ist der Trolly beladen und das Boot aufgepumpt. Mit zittrigen Händen schlaufe ich einen kleinen weißen Popup an und benetze ihn mit dem neuen Goo. Mhhh, wie das duftet! Ich rudere über das Krautfeld auf die Sandbank, an dessen abfallender Kante das winzige Frassloch vor 3 Jahren war. Wie krass! Es ist noch da. Exakt an der selben Stelle, etwa 2 Hände groß. Welche Nahrung er hier wohl findet?

Vorsichtig lasse ich mein Rig in die Lücke gleiten und rudere langsam zurück. Die Kontur zwischen den Fingern haltend, lasse ich diese ganz langsam auf das Kraut sinken, als plötzlich Zug auf die Schnur kommt. Das gibt’s doch nicht! Blitzschnell reagiere ich und schlage an. Bevor ich wirklich realisieren kann, was geschehen ist, sitze ich schon im Boot und drille einen starken Fisch. Minuten später schiebe ich meinen Kescher unter einen riesen Krautberg aus dem ein großer oranger Fleck leuchtet. Ich kollabiere fast! ES IST DER KOI! Das kann doch nur ein Traum sein! Ich bin seit 15 Minuten am Wasser, und habe nicht einmal die Delkims eingeschaltet! Manchmal kann es so verdammt einfach sein!
Heute morgen noch völlig frustriert und jetzt mal eben ganz easy im absoluten Glücksrausch.
Thats fishing!
Euer Nils

UNGLAUBLICH!

Der kleine Pop Up mit Wicked Tuna...

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